UNTERBRUCH: Die Bahn baut

Derzeit fährt zwischen Teufen und Gais kein Zug. Der Grund sind verschiedene Bauarbeiten, die auf dieser Strecke ausgeführt werden.

Karin Erni
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Im Bereich der Brücke werden wegen der geringeren Höhe Stahlschwellen verwendet.

Im Bereich der Brücke werden wegen der geringeren Höhe Stahlschwellen verwendet.

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Ende 2018 werden die Appenzeller Bahnen mit neuen Zügen durchs Land rollen. Bis dahin muss das Streckennetz modernisiert werden. Das bedinge umfangreiche und intensive Arbeiten an Geleisen, Energieversorgung, Sicherungsanlagen und Perrons, schreibt das Transportunternehmen in einer Mitteilung.

Gestern luden die Appenzeller Bahnen und die beauftragte Bauunternehmung Sersa Schweiz zu einer Baustellenbesichtigung im Strahlholz zwischen Bühler und Gais ein. Auf dem dortigen Streckenabschnitt werden derzeit der Ober- und Unterbau der Gleisanlagen vollständig ersetzt. Dies gehöre zum Instandhaltungsprogramm und werde im Schnitt alle 40 Jahre gemacht, sagt Thomas Baumgartner, Direktor der Appenzeller Bahnen. Auf einer Länge von 287 Metern ersetzen sie Schienen, Schotter und Schwellen. «Dazu werden 850 Tonnen Schotter und 460 Beton und Stahlschwellen verbaut.»

Wie man sich «bettet», so fährt man

Der Streckenabschnitt beim Strahlholz wurde 1980 zum letzten Mal erneuert. Durch die Steigung seien die Gleisanlagen hier einer erhöhten Abnutzung ausgesetzt, so Baumgartner. «Der sorgfältige Aufbau des Schotterbetts ist wichtig. Damit wird der Fahrkomfort erhöht und das Rollmaterial weniger beansprucht.» Auf der Baustelle lässt sich derzeit beobachten, wie das freigelegte Erdreich mit Vlies abgedichtet, eine Kofferungsschicht von 30 Zentimetern aufgebracht und darauf das Schotterbett gelegt wird. «Während früher 35 Zentimeter Schotter verwendet wurden, sind es heute 50 Zentimeter.» Wenn Schwellen und Gleise verlegt sind, wird der Schotter mit einer sogenannten Stopfmaschine hineingedrückt und verfestigt. Ebenfalls erneuert werden die Kabelkanäle für die Glasfaserkabel. «Das Herzstück der Bahn», wie Baumgarter sagt.

Weil in den kommenden Monaten weitere Bauvorhaben anstehen, kommt es an mehreren Orten zu Streckensperrungen, die mit Ersatzbussen abgedeckt werden. Die Appenzeller Bahnen empfehlen Reisenden, den Onlinefahrplan zu Rate zu ziehen. Dort sind die jeweiligen Streckenabschnitte aufgeführt.