Unter dem Strich eine starke Region

WATTWIL. Die Summe aller Teile ergibt mehr als ein Ganzes. Toggenburg.ch will diese Weisheit auf den Wirtschaftsstandort Toggenburg münzen. Drei Teile sollen mit verschiedenen Massnahmen gestärkt werden.

Sabine Schmid
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Wollen das Toggenburg voranbringen: (von links) Daniel Blatter, Geschäftsführer Toggenburg.ch, Ruedi Bannwart, Präsident der Arbeitgebervereinigung Toggenburg, Alois Gunzenreiner, Präsident von Toggenburg.ch und der Gemeinde Wattwil, sowie Remo Daguati, Leiter Standortmarketing des Amts für Wirtschaft des Kantons St. Gallen. (Bild: sas)

Wollen das Toggenburg voranbringen: (von links) Daniel Blatter, Geschäftsführer Toggenburg.ch, Ruedi Bannwart, Präsident der Arbeitgebervereinigung Toggenburg, Alois Gunzenreiner, Präsident von Toggenburg.ch und der Gemeinde Wattwil, sowie Remo Daguati, Leiter Standortmarketing des Amts für Wirtschaft des Kantons St. Gallen. (Bild: sas)

Die Region Toggenburg hat Potenzial und initiative Leute. Dies ist ein Fazit aus dem Projekt Toggenburg 2008, mit welchem der Bund die Wirksamkeit seiner Regionalpolitik überprüft hat. Toggenburg.ch hat sich vertieft mit den Ergebnissen dieser Studie auseinander gesetzt und will, als Folge daraus, mit dem Projekt Konzept plus einen Schwerpunkt für die Wirtschaft setzen. Am Freitag informierten Vertreter von Toggenburg.ch, der Arbeitgeber, des Kantons St. Gallen sowie der Projektleiter über den Zwischenstand der Arbeiten.

Gutes tun und es auch sagen

Remo Daguati, Leiter der Standortförderung des Kantons St. Gallen, führte aus, dass es nur ein Teil seiner Aufgabe sei, neue Unternehmen in eine Region zu bringen. Es gehe vielmehr darum, bestehende Unternehmen zu halten. «Das Toggenburg hat etwas zu bieten, einige der Unternehmen haben eine Erfolgsgeschichte», sagte er.

Weitere Faktoren wie die Lage, die nahe gelegenen Bildungsstätten, loyale Mitarbeiter und die Bereitschaft der Gemeinden, die Voraussetzungen für die Ansiedlung neuer Betriebe zu schaffen, kommen dazu. Remo Daguati ermunterte die Betriebe, selbstbewusster von sich zu erzählen. Denn positive Meldungen würden auch Investoren anziehen, die in der Region neue Arbeitsplätze schaffen wollen.

Alois Gunzenreiner, Präsident von Toggenburg.ch und der Gemeinde Wattwil, erklärte, dass jede Toggenburger Gemeinde von einer attraktiven und starken Wirtschaft profitieren könne. Der Ruf der Region und damit auch der Gemeinden steige, weitere Unternehmen und somit auch neue Einwohner würden angezogen. Dies bringe neue Steuereinnahmen und eröffne den Gemeinden so neue Möglichkeiten, ist er überzeugt.

Bild positiv beeinflussen

Bis es aber soweit ist, muss die Sicht von innen und von aussen verbessert werden. Dies ist eines der Ziele von Konzept plus. «Wir wollen das Fremdbild des Toggenburgs als Wirtschaftsstandort positiv beeinflussen. Zudem wollen wir bestehende KMU und Kleinstunternehmen in ihrer wichtigen Rolle in der Toggenburger Wirtschaftslandschaft unterstützen und fördern.

Daneben muss auch die Bevölkerung ein grösseres Verständnis für die regionale Wirtschaft aufbringen», sagte Alois Gunzenreiner. Dies ist nicht alleine Aufgabe der Politik, sondern auch der Wirtschaft, die das Konzept plus unterstützt. Ruedi Bannwart, Präsident der Arbeitgebervereinigung Toggenburg, führte aus, dass die schlechte oder die zu gute Anbindung an den Arbeitsmarkt ein Problem für viele Mitglieder seiner Vereinigung sei. «Einerseits ist es schwierig, gut ausgebildete Mitarbeiter ins Toggenburg zu bringen.

Andererseits wandern die jungen, gut ausgebildeten Arbeitskräfte wieder ab», sagte er. In diesem Dilemma von Eigeninitiative im Markt und dem Handicap in der Personalrekrutierung sieht die Arbeitgebervereinigung das Projekt Konzept plus als eine Chance, das Toggenburg als Wirtschaftsstandort, Arbeits- und Lebensort bekannter zu machen.

Drei Projekte ausarbeiten

Eine Steuerungsgruppe hat nun festgelegt, wo der Hebel angesetzt werden soll. Sie hat aus einer ganzen Palette von Ideen drei Projekte definiert, die umgesetzt werden sollen. «Wir haben uns auf das konzentriert, was am meisten bewegen kann», begründete Daniel Blatter, Geschäftsführer von Toggenburg.ch die Wahl. In einem Projekt geht es darum, den Wirtschaftsstandort Toggenburg zu stärken. Weiter will man ein Shared Service Center Toggenburg errichten. Das dritte Projekt will schliesslich die Zusammenarbeit von Schulen und der Wirtschaft verbessern.

«Alle drei Projekte weisen ein hohes Potenzial für den Wirtschafts- und Wohnraum Toggenburg auf», ist Daniel Blatter überzeugt.

Rund 80 Personen sind eingeladen worden, an runden Tischen konkrete Massnahmen für die Umsetzung der drei Projekte auszuarbeiten. Zudem sollen so mögliche Partnerschaften entstehen, die diese Projekte ideell, finanziell und organisatorisch unterstützen.

Finanziert wird das Konzept plus, von welchem Anfang 2011 erste Massnahmen umgesetzt werden sollen, von den Gemeinden, vom Kanton und von der Wirtschaft.