Unsicherheit wegen Auszonungen

Die Bauland Erschliessungs AG will im Gebiet Nord in Walzenhausen eine Überbauung realisieren. Am Projekt zeigt sich exemplarisch, vor welchen Herausforderungen Gemeinden mit zu viel Bauland stehen.

Michael Genova
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Roger Widmer, Verwaltungsratspräsident der Bauland Erschliessungs AG, informierte die Aktionäre über die Pläne für die Liegenschaft Holzkirche. (Bild: mge)

Roger Widmer, Verwaltungsratspräsident der Bauland Erschliessungs AG, informierte die Aktionäre über die Pläne für die Liegenschaft Holzkirche. (Bild: mge)

WALZENHAUSEN. Nach dem regierungsrätlichen Entscheid, die Revision des Baugesetzes zurückzuziehen zeigt sich: Die zeitliche Verzögerung hat Auswirkungen. «Wir können nichts machen, bevor die Gemeinde weiss, welche Parzellen sie auszonen wird», sagte Roger Widmer, Präsident der Bauland Erschliessungs AG (BEG) an der Generalversammlung am Mittwochabend. Die BEG ist Besitzerin der sogenannten «Holzkirche», einem Gebäude im Gebiet Nord hinter dem Gemeindehaus. Dort will die Entwicklungsgesellschaft eine Überbauung realisieren und dafür eine benachbarte Parzelle kaufen.

Keine neuen Einzonungen

Ursprünglich wollte die BEG bereits an der diesjährigen Generalversammlung einen Durchbruch vermelden. Zurzeit gibt es jedoch noch viele Unsicherheiten. Die Verhandlungen mit den Eigentümern der Parzelle gestalten sich schwierig. Zusätzlich wurde während der Verhandlungen bekannt, dass die Gemeinde 4,5 Hektaren Bauland auszonen muss. Neben Walzenhausen nennt der neue kantonale Richtplan sechs weitere Gemeinden deren Baulandreserven grösser sind als ihr langfristiger Bedarf. «Wir wollen ein gewisses Risiko eingehen», sagte Roger Widmer. Gleichzeitig brauche er aber gewisse Zusicherungen von Gemeinde und Kanton. Weil in Walzenhausen keine Neueinzonungen mehr möglich sind, will die BEG Bauland an anderer Stelle gegen das nicht erschlossene Gebiet im Nord eintauschen.

Eintausch während fünf Jahren

Bis der kantonale Richtplan rechtsgültig ist, können Gemeinden Bauland im Verhältnis eins zu eins eintauschen. Nach einer Übergangsfrist von fünf Jahren erlaubt der Kanton Gemeinden wie Walzenhausen Teilzonenplanänderungen nur, sofern sie ihre überschüssigen Baulandreserven ausgezont haben.