Unsere lieben Nachbarn

Speerspitz

Beat Lanzendorfer Beat.lanzendorfer
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Sie wohnen erst seit wenigen Wochen bei uns im Quartier. Vorgestellt haben sie sich nicht. Sie waren einfach da. Zu Gesicht bekommen haben wir sie mit einer Ausnahme auch noch nie. Das Wort Rücksicht fehlt in ihrem Wortschatz gänzlich. Was bei ihnen abgeht, vor allem nachts, übersteigt das Mass an Toleranz um ein Vielfaches.

Los geht es meistens um 22 Uhr. Dann geht die Post ab. Die Geräusche ihres nächtlichen Treibens rauben uns in schöner Regelmässigkeit den Schlaf. An Ausdauer scheint es ihnen ebenfalls nicht zu mangeln. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht das Treiben von Neuem los. Vielfach endet der Spuk zu unserem Ärger erst in den frühen Morgenstunden.

Falls es am Anfang eine Zeit gab, in der meine Frau und ich den Lauten noch einigermassen genüsslich zuhörten, «das legt sich bald, die verschwinden wieder», ist nun längst Ernüchterung eingekehrt.

Seit kurzem hat der Lärmpegel sogar noch zugenommen, was wir darauf zurückführen, dass sich Nachwuchs eingestellt hat. Die Freude ist allerdings einseitig, wir haben von unseren Nachbarn längst die Schnauze voll.

Obwohl ihr Anblick durchaus «Jö-Potenzial» hat, können Marder zur Plage werden. Übelriechender Kot, defekte Isolation, beschädigtes Holz oder kaputte Dachziegel sind nur vier Beispiele. Wir können ein Lied davon singen. Leider haben die üblichen Abschreckmittel (Marderschreck, eingeschaltetes Radio, Hundehaare, Klopfen und dergleichen) nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Wer ein gutes Mittel kennt, wie man ungebetene Nachbarn, die sich im Dachstock eingenistet haben, wieder loswird, sollte mir unbedingt ein E-Mail schicken. Besten Dank.

Beat Lanzendorfer beat.lanzendorfer

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