Unser Wohlstand kommt nicht von nichts

«Qualitätsprodukte verscherbeln?» – Antwort auf den Leserbrief von Hanspeter Schuhmacher Ausgabe vom 11. November 2014 Kunstrasen für den Sportplatz Gill Ausgabe vom 12. November 2014 Zur Diskussion um den Neckertaler Naturpark

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LESERBRIEFE

Herr Schumacher irrt, wenn er meint, wir könnten unser Erfolgsmodell Schweiz beliebig schwächen und seien dann trotzdem noch das erfolgreiche und wettbewerbsfähige Land, das uns heute auszeichnet. Mit der Pauschalbesteuerung werden wichtige Investoren aus der Schweiz verjagt, die jährlich 3 Milliarden Franken ausgeben und damit 22 000 Arbeitsplätze anbieten. Vor allem Arbeitsplätze in Randregionen gehen verloren, wie im Berner Oberland, Wallis, Graubünden. Das dürfen wir nicht aufgeben. Unser Wohlstand und unser Erfolg beruht darauf, dass unsere Vorfahren schlau genug waren, die Schweiz international gut zu positionieren und reiche ausländische Nettosteuerzahler ihre Steuern zahlen zu lassen. Denn die Pauschalbesteuerung wirft über eine Milliarde Franken Steuern ab. Wenn heute die alternative Linke fordert, wir sollen ohne Not und ohne dass jemand daraus einen wirklichen Nutzen hätte, auf dieses Geld verzichten, dann wohl nur deshalb, weil es uns allen zu gut zu gehen scheint. Auch in der Schweiz ist der Wohlstand nicht einfach gottgegeben. Wir sollten vorsichtiger mit ihm umgehen. Nein zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung.

Beda Steiner, Bahnhofstrasse 13, 8722 Kaltbrunn

Für eine neue Beteiligungspolitik in Ebnat-Kappel

Vorab: Niemand bestreitet, dass der FC wichtige, verdienstvolle Arbeit leistet für das sportliche Vereinsleben in Ebnat-Kappel. Zudem zeichnet er mit dem Grümpeli für das einzige kulturelle Ereignis verantwortlich, für welches unsere Gemeinde über ihre Grenzen hinaus bekannt ist. Dennoch mussten wir leer schlucken mit Blick auf den hohen Beitrag, den der Gemeinderat für einen Kunstrasen in der Gill der Bürgerschaft vorschlägt: 900 000 Franken, eine Beteiligung von rund 55 Prozent an den Gesamtkosten. Da hofft man, dass dem Kunstrasen in der Gill ein längeres Schicksal beschieden sein wird als seinem Cousin in Uzwil, der nach neun Jahren aufgrund von Sonneneinstrahlungsschäden bereits wieder für über eine halbe Million Franken saniert werden muss. Für die Platznutzenden ist die grosszügig erscheinende Beteiligung sicher erfreulich. Mit Blick auf den in anderen, ebenso breitenwirksamen gemeinnützigen Bereichen sehr zurückhaltenden Finanzierungs- und Gestaltungswillen des Gemeinderates lässt der Antrag hingegen aufhorchen und macht ratlos. Die kürzlich abgehaltene Zukunftswerkstatt machte deutlich, dass in Ebnat-Kappel in verschiedenster Hinsicht die Raumfrage zentral ist. Da kommt man für weitere 900 000 Franken ins Phantasieren für Anliegen, die für unser Dorf ebenfalls von Bedeutung sind: Zu diesem Preis hätte man rund dreimal die Kirche Kappel kaufen respektive eine dorfinterne Genossenschaftslösung für einen grossen Saal mit der Politischen Gemeinde als starker Partnerin anstreben können. Am Bahnhofplatz könnten für diese Summe einladende Sitzgelegenheiten im Pärkli oder eine bessere Infrastruktur im Schuppen finanziert werden. Biblio- und Ludothek könnten endlich eine seit längerem gesuchte befriedigende Raumlösung realisieren etc. Und wenn die Politische Gemeinde zu diesem Anteil die offene Jugendarbeit unterstützen würde, könnte endlich ein neuer Jugendtreff realisiert werden – im aktuellen Jugendtreff auf dem Schafbüchel bestehen Sicherheitsmängel, wie sie als Argument für den Kunstrasen eingebracht werden. Müssen solche und ähnliche Anliegen im Gegensatz zum Kunstrasen weiter zurückgestellt werden, wenn Ebnat-Kappel in den kommenden Jahren mit Neubau von Schulhaus und Pflegeheim schon finanzielle Grossprojekte stemmen muss? Wer weiss: Wenn die Gemeinde nun einen so grosszügigen Präzedenzfall beschliesst, wird der Gemeinderat vielleicht in Zukunft auch gegenüber anderen ebenso sinnvollen und gemeinnützig ausgerichteten Projekten finanziell aufgeschlossener agieren? Wir hoffen es.

Philipp Kamm, Elisabeth Aebischer, Hans Aebischer, Hansueli Aebischer, Ruth Egli, Simon Fischer, Margrit Hartmann, Vroni Kamm, Markus Naef, David Neher, Annette Nievergelt, Esther Nievergelt, Hansruedi Schäppi, Beat Schegg, Maja Schegg, Christa Schulthess, Ruedi Schwizer, Anja Solèr, Elisabeth Solèr, Walter Solèr, Doris Widmer

9642 Ebnat-Kappel

«Die Zukunft liegt in unseren Händen»

Geschätzte Neckertaler/-innen, wir alle wollen auch in Zukunft im Neckertal leben, arbeiten, unsere Kinder zur Schule schicken, einkaufen und unsere Freizeit geniessen. Damit wir dieses nach wie vor umfangreiche Angebot auch in den nächsten Jahren in unmittelbarer Nähe nutzen und unseren Verdienst im Tal generieren können, ist eine nachhaltige Regionalentwicklung dringend notwendig. Die finanzschwachen Neckertaler Gemeinden sind jedoch nicht in der Lage dazu, ein solches Förderprojekt aus eigener Kraft zu lancieren. Der Naturpark Neckertal bietet uns genau diese Möglichkeit, da er positive Entwicklungen fördert und unterstützt, welche der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Natur zugutekommen. Seit 2010 wird im ganzen Tal vom Projekt Naturpark Neckertal gesprochen. An Workshops wurden Ideen entwickelt und in Arbeitsgruppen deren Umsetzung an die Hand genommen. Jeder von uns wurde über diverse Medien immer wieder zum Mitmachen aufgerufen und an verschiedenen Anlässen über den Stand der Projekte informiert. Sowohl die lokalen Produzenten wie auch die Anbieter von Umweltbildung wurden hauptsächlich im Bereich Vermarktung von den Mitarbeiter/-innen der Geschäftsstelle fachmännisch unterstützt. Auch bei der Realisierung diverser touristischer Angebote, zum Beispiel Themenwanderwege sind die vielen freiwillig tätigen Personen auf die professionelle Mitarbeit der Geschäftsstelle angewiesen. Mit einem Ja zum Naturpark Neckertal können alle, die etwas bewegen möchten, auch die nächsten zehn Jahre von Fördergeldern und fachlicher Beratung profitieren. An den Bürgerversammlungen konnten wir uns über die dafür aufgewendeten Gelder informieren und jederzeit über entsprechende Budgetposten auch bei den Finanzen mitbestimmen. Nun sind wir alle aufgerufen, am 30. November 2014 über den Parkvertrag abzustimmen. Sämtliche Details über diesen Vertrag, den Management- und Finanzplan sowie auch das bereits Erreichte und noch Geplante sind auf www.naturpark-neckertal.ch zu finden; nutzt diese Informationsquelle und bildet Euch Eure eigene Meinung zu diesem wichtigen Thema. Ich rufe Euch auf, an der Abstimmung vom 30. November teilzunehmen und dem Parkvertrag zuzustimmen. Mit Eurem Ja zum Naturpark Neckertal gebt Ihr unserem Zuhause eine Chance für die Zukunft.

Esther Ferrari, Hofstettenstrasse 11, 9125 Brunnadern

Hinweis der Redaktion: Leserbriefe zu den eidgenössischen, kantonalen und kommunalen Abstimmungsvorlagen vom Sonntag, 30. November, werden noch bis Donnerstag, 20. November, 9 Uhr, entgegengenommen. Später eingegangene Zuschriften zu diesen Themen können nicht mehr berücksichtigt werden. Die Redaktion dankt für die Kenntnisnahme. (red.)