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UNIHOCKEY: Aller guten Dinge sind drei

Die aus Ebnat-Kappel stammende Unihockey-Torhüterin Martina Fauser bestreitet morgen Samstag mit Winterthur den Cupfinal. Nach zwei verlorenen Finals will sie nun endlich den Pokal in Händen halten.
Timon Kobelt
Martina Fauser (rechts) und die Red Ants führen auf Anregung des Mentaltrainers ein spezielles Aufwärmprogramm durch. (Bilder: Timon Kobelt)

Martina Fauser (rechts) und die Red Ants führen auf Anregung des Mentaltrainers ein spezielles Aufwärmprogramm durch. (Bilder: Timon Kobelt)

Timon Kobelt

timon.kobelt@toggenburgmedien.ch

«Zweimal Silber ist genug, damit kann man sich nichts kaufen», sagt Martina Fauser. Mit dieser Aussage bringt die 25-Jährige ihren Siegeshunger vor dem anstehenden Cupfinal auf den Punkt. Mit den Red Ants Rychenberg Winterthur schickt sie sich morgen Samstag an, ihren ersten persönlichen Cuptitel zu holen. Keine leichte Aufgabe, denn der Gegner heisst Piranha Chur. Die Piranhas führen die National- liga A an – 16 Punkte beträgt der Vorsprung auf die Red Ants. Ausserdem holte Chur zwischen 2012 und 2016 fünfmal in Serie den Meistertitel. Doch Martina Fauser gibt sich kämpferisch: «Zwar haben wir in dieser Saison zweimal gegen sie verloren. Doch der Cup hat eigene Gesetze.» Wenn man mit der Einstellung «dabei sein ist alles» ein Final bestreite, müsse man gar nicht erst antreten.

Ohne Ehrgeiz kommt man nicht weit

Ihr Ehrgeiz und ihre Entschlossenheit sind in vielen Aussagen spürbar. Sie zählt ihren Ehrgeiz dann auch zu ihren Stärken. Eine Einschätzung, die ihr erster Trainer bei den Nesslau Sharks teilt (siehe «Befragt»). «Du musst ehrgeizig sein, wenn du auf diesem Niveau spielen willst. Schliesslich muss man ja auch viele Opfer bringen», sagt Martina Fauser. Als weitere Stärken ortet sie ihre Antizipation und das Coachen der Abwehr. Als Torhüterin habe sie schliesslich stets den Überblick, sagt die Toggenburgerin. Auch im Vereiteln von Eins-gegen-Eins-Situationen sei sie gut. Zu ihren Schwächen zählt sie den Auswurf. «Der ist einfach nicht scharf genug und ich traue mich nicht immer, auszuwerfen», sagt Martina Fauser. Allerdings glaubt sie, dass sie diese Schwäche anderweitig kompensieren kann. Im Grossfeld gewinne man mit dem Auswurf ohnehin keine Spiele.

Spezielle Vorbereitung auf den Cupfinal

Die Trainer werden ihr wohl ein paar verunglückte Auswürfe verzeihen, sollte sie im Final dafür zwischen den Pfosten hexen. Die Wichtigkeit, die die Trainer dem Finale beimessen, wird im Training von vorgestern Mittwoch deutlich. Die Red Ants haben nämlich einen Mentaltrainer engagiert. Da jedoch keine Details an die Öffentlichkeit gelangen sollen, waren die Medien von diesem Teil ausgeschlossen. Für Martina Fauser ist das Mentaltraining Neuland. «Ich hoffe natürlich, dass es für den Samstag hilft.» Allgemein ist die Vorbereitung sehr akribisch. Die Red Ants haben die Churer intensiv per Videostudium analysiert. Dies wird auch während der Fahrt nach Bern, wo der Final in der Wankdorfhalle stattfindet, der Fall sein.

Individuell versucht Martina Fauser so viel wie möglich gleich zu machen wie bei einem Meisterschaftsspiel. «Sonst werde ich nur noch nervöser», sagt die 25-Jährige. Es helfe ihr, dass sie bereits wisse, was sie in der Halle erwarte. «Es beruhigt mich etwas, das ich die Stimmung in Bern schon einmal erlebt habe», sagt Martin Fauser. Die Wankdorfhalle in Bern wird am Samstag rund 2500 Zuschauern Platz bieten und wohl gut gefüllt sein. Von Winterthur wird ein Extrazug mit Fans der Red Ants losfahren. «Das motiviert einen natürlich zusätzlich», verrät die Torhüterin. Von der Stimmung lasse sie sich viel eher pushen als einschüchtern. «Ich mag die Lautstärke vor dem Spiel. Während der Partie bin ich in meinem Film und nehme das nicht so wahr.»

Der Traum von der Nationalmannschaft

Noch wartet die 25-Jährige auf ein Aufgebot von der Nationalmannschaft. «Es ist ein Traum, einmal das Trikot der Schweiz zu tragen», sagt die Toggenburgerin. Im Moment schätze sie die Chancen aber als nicht sehr realistisch ein. Es sei sehr schwer, in das Team reinzukommen. Ausserdem müsse sie auch auf ihren Körper achten. Die Knie von Torhüterinnen leiden zuweilen im Unihockey.

Egal wo sie einmal landet, die Zeit bei den Nesslau Sharks wird sie nie vergessen. Dort hat sie nach der Unihockeyschule, in der sie etwa mit sieben Jahren begann, zum ersten Mal Meisterschaft mit den C-Juniorinnen gespielt. «Viele Spielerinnen dieser Mannschaft gehören noch heute zu meinen besten Freundinnen», erzählt Martina Fauser. Da die 25-Jährige heute in Winterthur wohnt und in Zürich als Fachfrau der Betreuung in einer Sonderschule für Kinder und Jugendliche mit Körper- und Mehrfachbehinderungen arbeitet, sieht sie ihr Umfeld aus der damaligen Zeit nicht allzu oft. Das bedauert sie: «Als Spitzensportlerin ist es privat nicht immer einfach. Ich musste viel aufgeben und es ist nicht immer leicht, das Umfeld von damals zu pflegen.» Auch deshalb sei zwischenzeitlich sogar einmal eine Rückkehr zu den Sharks im Raum gestanden. Doch wiederum ihr Ehrgeiz bewog sie dazu, in der Nationalliga A Fuss fassen zu wollen. Vielleicht zahlt sich der Entscheid, vollständig auf den Spitzensport zu setzen, morgen mit dem Cupsieg aus.

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