Steuerbelastungen variieren stark

Der SP ist das aktuelle Ausserrhoder Steuersystem ein Dorn im Auge. Doch wie sieht die Situation gegenüber den umliegenden Kantonen aus? Ein Vergleich.

Alessia Pagani
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Die Steuerbelastungen zeigen grosse Unterschiede. (Bild: APZ)

Die Steuerbelastungen zeigen grosse Unterschiede. (Bild: APZ)

Appenzell Ausserrhoden sei im Wettbewerb um die Personen mit hohen Einkommen sehr gut positioniert, zeichne sich allerdings durch eine wenig familienfreundliche Steuergesetzgebung aus. Davon ist die hiesige SP überzeugt. Sie hat deshalb die Steuergerechtigkeits-Initiative ins Leben gerufen, über die am 23. September das Ausserrhoder Stimmvolk entscheidet.

Ein Blick über die Kantonsgrenzen hinaus zeigt, dass Personen mit kleinen bis mittleren Einkommen in Appenzell Ausserrhoden durchaus stärker zur Kasse gebeten werden als in anderen Landesteilen. So zahlt ein verheiratetes Ehepaar mit zwei Kindern und einem Bruttoeinkommen von 100 000 Franken gemäss einer Statistik der eidgenössischen Steuerverwaltung für das Jahr 2017 in Herisau rund 7660 Franken an Steuern (ohne direkte Bundessteuer). Zum Vergleich: Dieselbe Familie müsste in der Stadt St. Gallen um die 6530 Franken an den Fiskus abgeben, also rund 1100 Franken weniger. Noch tiefer ist die Steuerbelastung in Frauenfeld mit rund 5760 Franken und in Appenzell mit rund 5160 Franken.

Appenzell auch für Ledige interessant

Herisau belegt im nationalen Vergleich unter den 26 Kantonshauptorten den 21. Platz. Östlich von Bern gibt es gemäss der erwähnten Statistik keinen Hauptort, der Familien mit zwei Kindern in dieser Einkommensklasse höher besteuert. Nur in Bern, Solothurn, Delémont (Jura) Lausanne und Neuchâtel werden Familien mit zwei Kindern stärker zur Kasse gebeten. Ein anderes Bild zeigt sich hingegen bei den Personengruppen mit sehr hohen Einkommen. Hier wirkt die Belastung eher moderat. So bezahlt die gleiche vierköpfige Familie bei einem hohen Brutto-Jahreseinkommen von 1 Million Franken in Herisau rund 177 130 Franken Steuern. Herisau liegt in diesem Ranking damit im nationalen Vergleich auf Rang 8. Frauenfeld folgt mit einem Steuerbetrag von rund 180 040 Franken auf Rang 9. Steuerlich am besten kommen in dieser Einkommensschicht in der Ostschweiz die Innerrhoder davon: In Appenzell muss die besagte Familie rund 123030 Franken (Rang 3) bezahlen. Dies sind über 55000 Franken weniger als in Herisau. Einzig in Zug (rund 98 900 Franken) und Sarnen (117 270 Franken) werden diese Familien steuerlich weniger belastet. St. Gallen liegt mit einem Steuerbetrag von 210030 Franken im schweizweiten Mittelfeld.

Steuerliche Vorteile bietet der Innerrhoder Hauptort Appenzell auch als Wohnort für Ledige. So zahlt eine Einzelperson bei einem Bruttoeinkommen von 100 000 Franken rund 9860 Franken an Steuern. Dies sind fast 4000 Franken weniger als in Herisau, wo die betreffende Person rund 13 500 Franken Steuergelder zahlen muss. Auch in Frauenfeld muss ein Lediger weniger Steuergelder abliefern als im Ausserrhoder Hauptort. Dort beträgt die Steuerbelastung rund 12 730 Franken. Gegen oben ausschlagend ist die Steuerbelastung für Ledige im Kanton St. Gallen. Dort werden bei einem Jahreseinkommen von
100 000 um die 16 120 Franken an Steuern abgeben – nebst Delémont und Neuchâtel ist dies schweizweit der höchste Betrag.

Hinweis

Die besagte Statistik ist auf www.estv.admin.ch unter Steuerpolitik/Steuerstatistiken/Steuerinformationen abrufbar.