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Unfall oder versuchte schwere Körperverletzung?

Ein früherer Mitarbeiter eines Industrieunternehmens soll einem Arbeitskollegen mit einem Schlag auf den Kopf schwere Verletzungen zugefügt haben. Das Urteil des Gerichts steht noch aus.
Martin Knoepfel

Es ist ein Montag im September 2013, kurz nach 14 Uhr. Ein Mann liegt bewusstlos vor dem Warenlift einer Fabrik im Toggenburg. Im Spital stellt man Brüche der Schädelbasis und der Schädeldecke und eine Blutung in die Schädelhöhle fest. Der Verletzte erleidet keine bleibenden Schäden. Ein Gutachten sagt, unmittelbare Lebensgefahr habe nicht bestanden, diese hätte aber jederzeit eintreten können. Am Donnerstag befasste sich das Kreisgericht in Lichtensteig mit dem Fall.

Dem Auffinden des Verletzten geht ein Streit mit einem anderen Schichtführer voraus. Dieser ist nun der versuchten schweren Körperverletzung und der Drohung angeklagt. Dafür soll er laut Anklage eine Strafe von drei Jahren, davon ein Jahr unbedingt, und eine Busse von 500 Franken erhalten. Eine bedingte Geldstrafe von 4200 Franken wegen einfacher Körperverletzung aus dem Jahr 2012 soll vollzogen werden. Der Angeklagte ist 39 Jahre alt und stammt aus Montenegro.

Laut Anklage hat der Mazedonier dem Opfer einen Gegenstand von hinten rechts auf den Kopf geschlagen. Der Angeklagte behauptet, er sei vor dem Wasserspender gestanden, habe einen Schlag gehört, in die Richtung des Lärms geschaut und den anderen am Boden liegen sehen.

Gutachten unterschiedlich bewertet

Der Staatsanwalt sagt, die Männer seien Rivalen bei der Arbeit gewesen. Das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) nenne einen Schlag mit einem Gegenstand als wahrscheinliche Ursache für die Kopfverletzung. Es schliesse einen Sturz auf glatter Unterlage aus. Das Opfer habe einen Schlag auf den Kopf erwähnt. Nur der Angeklagte habe ein Motiv für die Tat gehabt und sei nahe genug beim Opfer gestanden, um sie auszuführen, sagt der Staatsanwalt. Der Angeklagte behaupte, er sei als erster beim Verletzten gewesen. Zwei Zeugen sagten aus, der Angeklagte sei später gekommen, betont der Staatsanwalt. Auch in früheren Strafverfahren seien die Aussagen des Angeklagten unglaubwürdig gewesen.

Der Verteidiger beantragt für den Mazedonier nach dem Prinzip «Im Zweifel für die Angeklagten» einen Freispruch. Was passiert sei, sei unklar. Der Privatkläger habe ein Interesse daran, dass sein Mandant verurteilt werde, sagt der Verteidiger. Das Gutachten des IRM basiere nicht auf allen Akten. Nach Ansicht der Ärzte des Kantonsspitals könnten die Verletzungen durch den Aufprall auf die Wand oder den Boden entstanden sein. Ein Stolpern oder Schwächeanfall des Privatklägers sei nicht auszuschliessen, sagt der Verteidiger.

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