Unerlässliche Wegweiser

Beim Wandern in den Bergen sind sie genauso unerlässlich wie bei Fahrten mit dem Auto: Wegweiser. Und manchmal stehen sie auch an sehr ungewöhnlichen Orten wie vor der Kirche in Vilters.

Bettina Wissert
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Bettina Wissert Pastoralassistentin Seelsorgeeinheit Unteres Toggenburg (Bild: pd)

Bettina Wissert Pastoralassistentin Seelsorgeeinheit Unteres Toggenburg (Bild: pd)

Beim Wandern in den Bergen sind sie genauso unerlässlich wie bei Fahrten mit dem Auto: Wegweiser. Und manchmal stehen sie auch an sehr ungewöhnlichen Orten wie vor der Kirche in Vilters. Was diesen Wegweiser so besonders macht, ist, dass auf ihm nicht die nächsten Wanderziele wie Pizol, Gonzen oder Bad Pfäfers stehen, sondern die sehr weit entfernten Orte Santiago de Compostela, Rom, Jerusalem und weitere Ortschaften.

Nicht immer kenne ich das Ziel

Manchmal brauchen wir Wegweiser, damit wir den Weg nicht verfehlen. Manchmal bestärken sie uns einfach nur, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn ich weiss, wohin ich will. Doch nicht immer kenne ich im Voraus schon das Ziel. Manchmal stehe ich auch einfach davor und überlege mir, wohin ich will. Beziehungsweise wohin es mich zieht. Und dann stellt mir so ein Wegweiser eine schwierige Frage: Für welchen Weg soll ich mich nun entscheiden? Welcher Weg ist für mich der richtige? Kann ich sicher sein, dass der Weg, für den ich mich entscheide, der richtige ist?

Einladung zum Weitergehen

Wer sich auf den Weg macht und sich für einen Weg entscheidet, muss mehrfach vertrauen: dem eigenen Gespür, der eigenen Intuition, einem sichtbaren Wegweiser, und manchmal auch einfach anderen Menschen, denen man unterwegs begegnet und nach dem Weg fragt. Die Frauen und Männer, die in den vergangenen zwei Monaten von St. Gallen nach Rom für eine geschwisterliche Kirche, in der Frauen und Männer gleichermassen gehört werden, unterwegs waren, sind vielen und ganz unterschiedlichen Wegweisern begegnet. Gleichzeitig haben sie, so wie viele von uns auch, einen – vielleicht den wichtigsten – immer bei sich getragen: Jesus Christus und Gott.

Auch in unserem Alltag begegnen wir vielen Wegweisern. Menschen, die uns wichtig sind und mit denen wir immer wieder sprechen. Kurze und längere Begegnungen mit anderen, Ereignisse, die eine Entscheidung verlangen und so zu Wegweisern werden, Talente, die wir entdecken, Begabungen die wir entfalten können, Sehnsüchte, Hoffnungen, Träume. Manchmal braucht es eine gewisse Zeit, bis die Entscheidung für einen Weg gefallen ist, manchmal fällt man die Entscheidung sehr spontan. Eines aber bleibt stets konstant: Wegweiser laden zum Weitergehen ein und sind Ansporn, immer unterwegs zu bleiben, anstatt dauerhaft stehenzubleiben.

Weg gewiesen

Immer dann, wenn wir in ruhigen und besinnlichen Momenten wie in den Ferien auf unser Leben oder Teile davon zurückblicken, merken wir, welche verschiedenen Wegweiser, Menschen, Ereignisse, Begegnungen und Erfahrungen uns in den vergangenen Monaten oder Jahren den Weg für unser Leben gewiesen haben und was uns zum Weitergehen ermutigt hat. Ein Wegweiser bleibt konstant, führt und begleitet uns auf allen bekannten und unbekannten Wegen: Gott und der Glaube an ihn.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, hat mir ein Wegweiser den Weg fort vom Toggenburg gewiesen. Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie immer wieder neu den Wegweisern vertrauen und vielleicht nach dem einen oder anderen Neuen und Unbekannten Ausschau halten.