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Uneins über Schulseelsorge

Der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell will an der Kantonsschule Trogen einen Schulseelsorger einsetzen. Die kirchliche Geschäftsprüfungskommission ist dagegen.
Roger Fuchs
Der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell wittert die Chance, als Landeskirche an der Kantonsschule Trogen Fuss zu fassen.

Der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell wittert die Chance, als Landeskirche an der Kantonsschule Trogen Fuss zu fassen.

«An der Kantonsschule Trogen ist Religion offiziell kein Thema. Das ist ein grosses Manko», sagt Koni Bruderer. Er ist Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell. Diese Ausgangslage könnte sich ändern, denn der Kirchenrat und die ökumenische Kommission für Religionsunterricht sehen eine Chance, näher an die Kantonsschule heranzurücken. Schulrektor Marc Kummer bestätigt die Offenheit: «Wenn wir für ein konkretes Angebot kontaktiert werden, werden wir es gerne prüfen.» Dabei sei aber die Glaubensfreiheit nach Bundes- und Kantonsverfassung zu beachten.
Konkret ist beim Kirchenrat die Rede von einer Ergänzung der Schulpsychologin durch einen Seelsorger. Gedacht wird an eine 20-Prozent-Stelle, vorerst befristet auf drei Jahre.

Die Geschäftsprüfungskommission der Landeskirche will hingegen nichts davon wissen. Sie schreibt in den Unterlagen zuhanden der Mitglieder des Kirchenparlaments, dass die Sozialberatung Bestandteil des Auftrags der Berufsfach- und Mittelschulen sei. «Die Kantonsschule hat denn auch eine Psychologin für Beratungen. Ein ergänzendes oder konkurrierendes Angebot von kirchlicher Seite ist nicht notwendig.»

Ansprechpartner bei schwierigen Situationen

Kirchenratspräsident Koni Bruderer zeigt wenig Verständnis für diese Haltung. Er erinnert daran, dass das Freifachangebot Religion an der Kantonsschule Trogen im Schuljahr 2016/17 versuchsweise ausgeschrieben, mangels Anmeldungen aber nicht eingeführt werden konnte. Jetzt könnte man einen neuen Anlauf nehmen, der im besten Fall ausbaufähig wäre. Einen Schulseelsorger werten der Kirchenrat und die ökumenische Kommission für Religionsunterricht als wichtige Ansprechperson sowohl für Jugendliche als auch für Lehrpersonen, wenn Rede- und Handlungsbedarf besteht; beispielsweise in Lebenskrisen, beim Umgang mit Trauer und Tod, in Konfliktfällen, bei Trennungen, Depressionen, Mobbing oder Suizidgedanken. Auch Rektor Marc Kummer gibt eine Einschätzung, weshalb die Schulseelsorge eher funktionieren könnte als das Freifachangebot Religion. «Ich kann mir vorstellen, dass in einer Sprechstunde individuelle Lebensfragen besser besprochen werden könnten», so Kummer.

Die Kosten aufteilen

Die Gesamtkosten von rund 32000 Franken für die auf drei Jahre befristete Stelle sollen unter dem Verband der römisch-katholischen Kirchgemeinden des Kantons Appenzell Ausserrhoden und der Evangelisch-reformierten Landeskirche nach einem klar definierten Schlüssel aufgeteilt werden.

Das Kirchenparlament tagt am 26. November in Herisau.

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