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Kommentar

Und wieder nichts als Ärger

Die Appenzeller Regierung tut sich einmal mehr schwer mit der Kommunikation. In Walzenhausen und jetzt auch in Herisau wurden die Betroffenen viel zu kurzfristig über die neusten Pläne zum Asylzentrum informiert. Mit Widerstand ist bei solchen Vorhaben immer zu rechnen, eine offene Kommunikation würde aber zumindest nicht auch noch Wut und Frustration auslösen.
Monika Egli
Redaktorin Monika Egli. (Bild: Urs Bucher)

Redaktorin Monika Egli. (Bild: Urs Bucher)

Die direkt Betroffenen fühlen sich vor den Kopf gestossen: Der federführende Regierungsrat Matthias Weishaupt hat sie einmal mehr viel zu kurzfristig über die neusten Pläne zum Asylzentrum informiert. Das kommt bekannt vor, denn in der Causa «Sonneblick» war die Kommunikation von Anfang an eine lausige. In Walzenhausen und jetzt auch beim Spitalverbund und in Herisau kann man ein Lied davon singen. Selbst die Staatswirtschaftliche Kommission bemängelte die Kommunikation aus dem Departement Gesundheit.

Noch ist die Mitteilung aus dem Regierungsgebäude offen formuliert. Man prüfe und kläre ab. Die Vorgehensweise des Regierungsrats weist aber auf einen gereiften Plan hin. Der Kanton wolle, wie es in früheren Mitteilungen hiess, eine Neunutzung des fraglichen Gebäudes bei der Psychiatrischen Klinik. Dass der Spitalverbund genötigt wurde, das Gebäude zu räumen, wusste die Bevölkerung bis dato nicht. Das fragliche Haus diente 50 Bewohnern als psychogeriatrisches Alters- und Pflegeheim und rund 50 Mitarbeitenden als Arbeitsort. Wieso also ein Ultimatum zur Leerräumung stellen, wenn nicht konkrete Pläne mit einem zeitlichen Faktor vorhanden waren?

Es ist unbestritten, dass sich der Kanton wappnen muss, weil 2021 voraussichtlich die «Landegg» geschlossen wird. Er muss Plätze für Asylsuchende zur Verfügung stellen und das Projekt «Sonneblick» könnte scheitern. Dass man dazu das kantonseigene Gebäude im Krombach ins Auge fasst, ist aus Sicht der Regierung nicht abwegig. Es bleibt aber unverständlich, dass die direkt involvierten Personen und Gremien in der Angelegenheit Asylzentrum noch nie frühzeitig einbezogen wurden. Mit Widerstand ist bei solchen Vorhaben immer zu rechnen, eine offene Kommunikation würde aber zumindest nicht auch noch Wut und Frustration auslösen.

Am Rande sei noch erwähnt, dass es nicht nur mit der Kommunikation schief läuft. Auch der seinerzeitige Vertrag mit dem «Sonneblick» wurde – trotz gut bestückter Rechtsabteilung im Departement Gesundheit – laienhaft aufgegleist. Statt zuerst die Baueingabe abzuwarten und dann erst den Vertrag zu machen, ging man den umgekehrten Weg. Das hat zur Folge, dass die Steuerzahler per Ende 2018 bereits mehr als eine halbe Million Franken an Mietgeld für die zwei leer stehenden Häuser bezahlt haben werden.

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