Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Und ich singe diese Lieder

«Und ich singe diese Lieder», so tönt es derzeit fast täglich aus den Radiokanälen, die Menschen einfach nur unterhalten möchten. Nach dem zweiten, dritten Hören beginnt man unwillkürlich mitzusingen. Spätestens nach dem vierten, fünften Hören beginnt man in eigenen Erinnerungen zu schwelgen.
Michael Steuer
Michael Steuer Pastoralassistent, Seelsorger Katholische Kirche Lütisburg (Bild: pd)

Michael Steuer Pastoralassistent, Seelsorger Katholische Kirche Lütisburg (Bild: pd)

«Und ich singe diese Lieder», so tönt es derzeit fast täglich aus den Radiokanälen, die Menschen einfach nur unterhalten möchten. Nach dem zweiten, dritten Hören beginnt man unwillkürlich mitzusingen. Spätestens nach dem vierten, fünften Hören beginnt man in eigenen Erinnerungen zu schwelgen.

Denn Adel Twail erzählt in seinem Lied «Lieder» seine Lebensgeschichte anhand von Liedern, die ihn selbst in seinem Werden beeinflusst haben. Dabei deutet er die Lieder oft nur an, so die Zuhörenden angeregt werden nachzudenken, um welche Titel es sich denn handelt. Dieses Nachdenken versenkt einen selbst dann in der eigenen Musikerinnerung und den zugehörigen Erfahrungen.

Als ich im letzten Jahr kurz nach Ostern unterwegs zu einer Sitzung war, lief eben dieses Lied im Radio. Als Beifahrer konnte ich meinen Gedanken wunderbar nachgehen und war plötzlich im alten Israel kurz nach Jesu Tod und Auferstehung. In meinem inneren Film sah ich die Apostel betend beim Psalmensingen und Schriftenlesen. An was mögen sie sich erinnert haben? Welche Emotionen lösten die messianischen Verse in ihnen aus, die sie Jesus wahrhaftig erlebten? Welche Bedeutung massen sie dem Umstand bei, dass sie bei der Erfüllung der Schrift mitwirken durften, ja vom Messias selbst dazu auserwählt wurden?

Je mehr Fragen mir in den Sinn kamen, umso mehr gewann ich die Überzeugung, dass sich die Apostel mit jeder nachösterlichen Begegnung mit Jesus stärker bewusst wurden, dass die Erfahrungen mit Jesus ihrem Leben einen neuen positiven Sinn gaben.

In ihnen wuchs der freudige Lebenswille, diese wunderbare Erfahrung Gottes weiterzutragen, an die sie in ihren Schrifttexten, Gebeten und Liedern immer wieder erinnert wurden.

So manches Paar sagt von sich, bei dem Lied haben wir uns kennengelernt, und trägt dieses Erlebnisse mit sich. Wir alle haben Begegnungen mit Menschen erlebt, wo uns erst später bewusst wurde, dass sich uns in diesem Menschen Gott gezeigt hat.

Die eine Krankenschwester während des Spitalaufenthaltes, der Fremde, mit dem ich während der Bahnfahrt so gut reden konnte, oder vielleicht sogar der Lehrer, den ich in der Schule gar nicht mochte. Erfahrungen mit Menschen, die unserem Leben einen positiven Anstoss, einen göttlichen Impuls gaben, während beiläufig ein Lied erklang.

Ein einfaches Lied, das aber für mich selbst durch diese besondere Begegnung einen einmaligen wunderbaren Klang besitzt, der mein Herz immer wieder aufs neue in warme Schwingungen versetzt. Dann sing ich diese Lieder.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.