…und er kennt ihn doch!

Ob ein Pfeil die Schulter durchbohrt oder eine Klapperschlange in die Wade beisst – ein Indianer kennt keinen Schmerz! Möge dieser Mythos stimmen und wir uns alle innerlich wie Indianer fühlen – sei es auf dem Behandlungsstuhl beim Zahnarzt oder der Blinddarmuntersuchung beim

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Ob ein Pfeil die Schulter durchbohrt oder eine Klapperschlange in die Wade beisst – ein Indianer kennt keinen Schmerz! Möge dieser Mythos stimmen und wir uns alle innerlich wie Indianer fühlen – sei es auf dem Behandlungsstuhl beim Zahnarzt oder der Blinddarmuntersuchung beim Hausarzt. Ganz schmerzfrei sind wohl jedoch auch die Indianer nicht durchs Leben gekommen. Forscher der University of Michigan haben nun herausgefunden, dass soziale Ablehnung ähnlich weh tut wie körperlicher Schmerz. Mit einem speziellen Gerät stimulierten die Forscher die Haut von 40 Studienteilnehmern. Der damit provozierte Schmerz ähnelte dem Empfinden von einer heissen Tasse Kaffee auf der Haut. In einem zweiten Schritt mussten die Probanden, welche alle innerhalb des letzten halben Jahres von ihren Lebensgefährten verlassen wurden, ein Foto ihres Ex-Partners betrachten. Dabei sollten sie sich bewusst auf ihre Gefühle während der Trennung konzentrieren. Durch funktionelle Magnetresonanztomographie konnte festgestellt werden, dass in beiden Fällen – sei es körperlicher Schmerz oder soziale Ausgrenzung – die gleichen Hirnregionen aktiviert wurden. Die US-Forscher folgern daraus, dass negative Gefühle, ausgelöst durch soziale und emotionale Ablehnung, körperlichen Schmerz vermitteln. «Love hurts» – auch wenn man ein Indianer ist!

Christa Wüthrich

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