UMZUG: Temporärer Adresswechsel

Während das Haus Waldegg der Stiftung Altersbetreuung Herisau saniert wird, wohnen die Pflegebe­dürftigen in Appenzell. Was nach einem einfachen Umzug tönt, erfordert eine detaillierte Planung.

Bruno Eisenhut
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Verantwortlich für den Umzug nach Appenzell: Ellry Harder, Hans Jakob Buff, Marlies Schärer, Detlef Schmidt und Geschäftsführer Andreas Spitz (von links). (Bild: bei)

Verantwortlich für den Umzug nach Appenzell: Ellry Harder, Hans Jakob Buff, Marlies Schärer, Detlef Schmidt und Geschäftsführer Andreas Spitz (von links). (Bild: bei)

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut

@appenzellerzeitung.ch

Die kaum zu übersehende Baustelle beim Alterszentrum Heinrichsbad in Herisau deutet es an: Vieles wird neu. Direkt vor dem Haus Park entsteht eine neue Tiefgarage, das Haus Tanneck wurde abgerissen, und das Haus Waldegg wird saniert. Entsprechend intensiv verlaufen im Hintergrund die Aktivitäten. Etwa als vor Wochenfrist 30 pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner für die Sanierungsphase von Herisau nach Appenzell zügelten. Dort bezogen sie für acht Monate die Räume des ehemaligen Pflegeheims.

Dass der Umzug ohne unerfreuliche Zwischenfälle vollzogen werden konnte, sei der langen und bis ins Detail geplanten Vorarbeit zu verdanken, erklärt Andreas Spitz, Geschäftsführer der Stiftung Altersbetreuung Herisau. Will heissen: Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige wurden von Anfang an aktiv über das Vorhaben informiert. Fragen und Unklarheiten hätten dadurch rasch und individuell aus dem Weg geräumt werden können. Beispielsweise hätten einige Ehepartner befürchtet, dass sie durch die längere Distanz nach Appenzell ihre Partner nicht mehr regelmässig besuchen könnten. «Dieses Problem beispielsweise wurde mit einem periodischen Fahrdienst behoben», so Andreas Spitz.

Nebst den Pflegebedürftigen und deren Angehörigen legte die Geschäftsleitung der Stiftung Altersbetreuung Herisau von Anfang an viel Wert darauf auch das betroffene Personal zu informieren. Viele der Mitarbeitenden machen den Umzug mit und bieten den Pflegebedürftigen mit ihrer Anwesenheit und täglichen Arbeit die gleichen Strukturen wie im heimischen Zentrum – einzig mit neuem Standort. «Alle Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeitenden kann ein Arbeitgeber in einem solchen Fall nicht finanzieren», so der Geschäftsleiter, «aber wir haben überall mindestens einen Mittelweg ­gefunden und individuelle ­Lösungen umgesetzt.»

400000 Franken Mehrkosten für die Stiftung

Ein Umzug für 30 Pflegebedürftige muss geplant sein. Hans Jakob Buff, Leiter des Technischen Diensts, erwähnt in diesem Zusammenhang, dass der Umzug in zwei Gruppen vollzogen wurde. Auch Detlef Schmidt, Leiter Betreuung und Pflege, und Marlies Schärer, Leiterin Hotellerie und Infrastruktur, planten den temporären Standortwechsel bis ins Detail mit.

Acht Monate Pflegebetrieb an einem anderen Ort, dies verursacht Kosten. Der Umzug und der Aufenthalt im alten Pflegeheim Appenzell verursache für die Stiftung Altersbetreuung Herisau rund 400000 Franken Mehrkosten, erklärt Finanzchef Ellry Harder. Finanziert werde dies aus gebildeten Reserven.

In Appenzell sei man herzlich empfangen worden, so der Geschäftsführer. Und zudem habe man beim zweitägigen Umzug auf die Unterstützung von rund zwanzig Zivilschützern zählen dürfen. Für die Pflegebedürftigen war der Umzugstag gleichbedeutend mit einem Ausflugstag. Begleitet von Zivilschützern und Pflegepersonal verweilten sie auf der Schwägalp, während die gesamte Infrastruktur nach Appenzell gezügelt wurde. Am Abend trafen die Bewohnerinnen und Bewohner in Appenzell ihre gewohnte Umgebung an. Bis Ende Februar, dann wird wieder nach Herisau gezügelt. In das sanierte Haus Waldegg.