Umzug ins ehemalige Hotel Krone: Henry-Dunant-Museum in Heiden richtet sich neu aus und ein

Das Henry-Dunant-Museum wird 2021 umgebaut. Es zügelt nun vorübergehend ins Parterre des ehemaligen Hotel Krone. Erste Zeichen setzt ab dem 5. Oktober das Künstlerduo Monica Germann und Daniel Lorenzi in der sogenannten «Dunant Plaza».

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Das ehemalige Hotel Krone in Heiden wird zum Museum.

Das ehemalige Hotel Krone in Heiden wird zum Museum.

David Scarano

Das Henry-Dunant-Museum richtet sich neu aus und plant einen Umbau. Neben der Neukonzeption der Dauerausstellung wendet sich das Museum gemäss Medienmitteilung entlang seiner Kernthemen näher der Gegenwart zu. Dies unter anderem durch Einbezug engagierter Kunst. Den Auftakt gestaltet das Künstlerduo Monica Germann und Daniel Lorenzi in der «Dunant Plaza».

«Dunant Plaza» wird das Zwischennutzungsprojekt des Museums genannt. Während der Umbauzeit ab Juli 2021 und der Schliessung des Museums im Dunant-Haus wird das Museum dafür die Parterre-Räumlichkeiten des ehemaligen Hotel Krone nutzen.

Fenster als Ausstellungsfläche

Bereits im Oktober 2020 bereitet sich das Museum für die Zwischennutzung vor und führt erste Aktionen durch. Das Künstlerpaar Monica Germann und Daniel Lorenzi realisiert nun an den Fensterfronten eine künstlerische Intervention.

Die «Window Paintings» setzen sich mit dem Wirken Dunants auseinander. Mit Tuschezeichnungen greifen sie gemäss Communiqué Themen wie Verwüstung und Verletzlichkeit, Solidarität und Hilfe, Pflegen und Retten auf. Der Realisierungsprozess kann zwischen dem 5. und 15. Oktober mitverfolgt werden.

Wechselvolle Geschichte

Mit der Ausstellung kehrt Leben ins repräsentative Gebäude ein. 1897 soll laut Zarenwitwe Maria Fjodorowna im «Hôtel de la Couronne» in Heiden residiert haben. Die ehemalige Kaiserin und Mutter des letzten russischen Zaren war gemäss Mitteilung angereist, um Henry Dunant ihre Aufwartung zu machen. Sie zählte zu den Förderinnen des IKRK-Initiators, welchem sie eine jährliche Rente zukommen liess. Fjodorowna sei nur eine von zahlreichen Persönlichkeiten aus Adel, Politik und Kultur, die aus ganz Europa ins urbane Dorf anreisten, nachdem Heiden ab 1850 zum Weltkurort aufgestiegen war.

Eine erste grosse Zäsur erlebte der Luft- und Molkenkurort mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges. Nur wenige der 23 Hotels, Pensionen und Gasthäuser in Heiden haben den Gästeeinbruch überlebt, den der Krieg und später die Weltwirtschaftskrise mit sich brachten. Zu ihnen zählte die Krone, die ihre letzten Hotelgäste erst 1995 verabschiedet hatte. Das Restaurant blieb bis 2019 in Betrieb. Die grosszügige, verglaste Veranda aus den 1980er-Jahren diente zwischenzeitlich als Showroom für Waschmaschinen und Kühlschränke.

Hotel wieder öffentlich zugänglich

Nach einem Besitzerwechsel wird das ehemalige Hotel gegenwärtig zum Geschäfts- und Wohnhaus Haus Krone umgebaut. Mindestens bis zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Henry-Dunant-Museum an der Asylstrasse 2 ist das einstige Hotel wieder öffentlich zugänglich – vorerst für einzelne Aktionen, ab Juli 2021 für Ausstellungen und Veranstaltungen zu regelmässigen Öffnungszeiten. (red/pd)

Vernissage am 17. Oktober

«Window Paintings»

Die Vernissage «Window Paintings» in Anwesenheit des Künstlerduos Germann & Lorenzi erfolgt am Samstag, 17. Oktober, 16 Uhr, am Kirchplatz 9, Heiden. Die «Window Paintings» an den Verandafenstern können bis 6. Januar 2021 jederzeit von aussen besichtigt werden.

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