UMZUG: Ein Hotelbett unter freiem Himmel

Das «Null-Stern»-Bett der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin sowie Daniel Charbonnier kommt ins Appenzellerland. Der Standort ist noch geheim, soll aber genau auf der Grenze der beiden Halbkantone sein.

Mea Mc Ghee
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Die Ostschweizer Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin (mit Lampen) und Mitinhaber der Marke «Null-Stern - the only star is you», Daniel Charbonnier, mit Guido Buob und Urs Berger, den Geschäftsführern von Appenzellerland Tourismus AI und AR, am künftigen Standort des «Null-Sterne»-Bettes auf der Kantonsgrenze. (Bild: Claudio Baeggli)

Die Ostschweizer Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin (mit Lampen) und Mitinhaber der Marke «Null-Stern - the only star is you», Daniel Charbonnier, mit Guido Buob und Urs Berger, den Geschäftsführern von Appenzellerland Tourismus AI und AR, am künftigen Standort des «Null-Sterne»-Bettes auf der Kantonsgrenze. (Bild: Claudio Baeggli)

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch

«Der Puls schoss in die Höhe, als wir den Flecken Land entdeckten», sagt Patrik Riklin. Mit seinem Zwillingsbruder Frank und mit Urs Berger, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR, war er zu Fuss im Appenzellerland unterwegs, querfeldein, mit dem Ziel, einen geeigneten Platz für das «Null-Stern»-Bett zu finden. Dieses ist die «Landversion» des «Null-Stern»-Hotels, eines Kunstprojekts, welches das Ostschweizer Konzeptkünstlerduo vor bald zehn Jahren lanciert hat. Mit Daniel Charbonnier, einem Mann aus der Hotelbranche, halten Riklins die Rechte an der Marke «Null-Stern – the only star is you». In Sevelen (2008) und in Teufen (2009/10) logierten die Gäste im Bunker, vergangenen Sommer feierte die Freiluftversion im Bündner Safiental Premiere.

Ein Hotelzimmer ohne Wände, die Landschaft als Tapete, der Sternenhimmel als Decke – das charakterisiert das «Null-Stern»-Bett. Es wird diesen Sommer direkt auf der Grenze zwischen Appenzell Inner- und Ausserrhoden stehen. Bis Ende Mai bleibt der Standort geheim, fest steht, «die Gäste stehen im Dialog mit dem Alpstein», so Patrik Riklin. Es handle sich um einen eindrücklichen, fotogenen Ort, der einen fast schwindlig mache.

Dass der ausgewählte Platz auf der Kantonsgrenze liegt, sei Zufall, so Patrik Riklin. Es führt aber dazu, dass die beiden Organisationen Appenzellerland Tourismus AI und AR zumindest für einen Sommer unter eine Bettdecke schlüpfen. So teilen sie sich beispielsweise die Kosten. Diese liegen im Rahmen jener 20000 Franken, welche das Safiental 2016 als Gastgeber des Kunstprojekts aufgewendet hat. «Das Angebot bietet die Chance, das Appenzellerland nach aussen zu tragen», sagt Urs Berger. In zweiter Linie erhofft er sich Diskussionen und Gespräche und sagt: «Es gab bereits kontroverse Reaktionen.» Bei den Gesprächen mit Landbesitzern und Behörden hätten die Netzwerke aller Beteiligten gespielt, so Berger.

1100 Personen auf der Warteliste

Gäste können ab Juni im «Null-Stern»-Bett nächtigen. Ab nächster Woche werden die ersten der rund 1100 Personen auf der Warteliste angeschrieben. Diese haben dann drei Tage Zeit, ihre Option in eine fixe Buchung umzuwandeln. «Interessierte gibt es im In- und Ausland», so Berger. Er sei gespannt, ob sich der Hype um das «Null-Stern»-Bett dieses Jahr wiederhole.

Bis die ersten Gäste empfangen werden können, gibt es noch einiges zu tun. Das Doppelbett wird nächste Woche im Safiental abgeholt und einer Revision unterzogen. Am Standort gilt es, Erdreich abzutragen, ein Kiesbett zu erstellen und eine Pflästerung anzubringen. Der Landbesitzer wolle einen Witterungsschutz für das Bett realisieren, ähnlich, wie er es für Scheiterholz mache, so Riklin. Vorgesorgt ist im Falle schlechten Wetters auch für die Gäste: Lassen die äusseren Bedingungen keine Übernachtung unter freiem Himmel zu, steht in der Nähe eine Hütte zur Verfügung.

Butler und Frühstück sind inbegriffen

Im Übernachtungspreis von 280 Franken inbegriffen: ein «Null-Stern»-Willkommensdrink, der Service eines «Modern-Butlers» und ein Frühstückskorb mit Produkten aus der Region. Der Butler, ein Bauer, wird untenrum seine Alltagskleidung tragen und obenrum stilecht ein weisses Hemd, weisse Handschuhe und eine Fliege. Patrik Riklin beschreibt den Butler als eine Art «Alpen-Hippster», seine Aufgabe als «Transformation von Alltagsjob und Gastgeber». Den Ini-tianten der «Null-Stern»-Philosophie schwebt vor, ein Team von einheimischen Butlern zu rekrutieren.