Umzonung in Gonten gibt zu reden

Zwischen Gonten und Gontenbad sollen 18 Parzellen der Naturschutz- oder Pufferzone zugeführt werden. Die Standeskommission stützt sich dabei auf Bundesgesetz. Bezirkshauptmann Ruedi Eberle ist nicht erfreut. Er spricht von Eingriff ins Grundeigentum.

Roger Fuchs
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Ruedi Eberle Hauptmann des Innerrhoder Bezirks Gonten (Bild: pd)

Ruedi Eberle Hauptmann des Innerrhoder Bezirks Gonten (Bild: pd)

GONTEN. Das Gontenmoos mit seinen wertvollen Biotopen steht unter Natur-, Heimat- und Landschaftsschutz. Es ist Ausgangspunkt für Spaziergänge und Wanderungen. Das Gebiet weist aber auch Lücken bezüglich Naturschutz auf. Will heissen: Nicht alle Parzellen in diesem Gebiet sind der Naturschutzzone zugeordnet. Der Bezirksrat hat auf Geheiss der Innerrhoder Standeskommission deshalb eine Überprüfung zur Schliessung der Lücken in Auftrag gegeben. Von 25 untersuchten Parzellen sollen nun deren 18 der Naturschutz- oder der Pufferzone zugeführt werden.

Der entsprechende Teilzonenplan samt Bericht liegen jetzt öffentlich auf. Aus dem Bericht geht hervor, dass auf den zur Umzonung gedachten Flächen die natürliche Entwicklung überwiegt. Auch auf den weiteren untersuchten Flächen ist eine Umzonung in den nächsten Jahren nicht ausgeschlossen. Um im Gontenmoos über ein durchgehendes naturnahes Moorgebiet zu verfügen, sollen sämtliche Lücken geschlossen werden.

Keine Freude bei Bezirksrat

Ruedi Eberle, Bezirkshauptmann von Gonten, zeigt sich mit der beabsichtigten Umzonung wenig glücklich. «Als Bezirksrat machen wir dies nicht freiwillig», sagt er und fügt an, dass es sich hierbei um eine Auflage der Standeskommission handle. Diese wiederum berufe sich auf Bundesgesetz, wonach Flächen in Naturschutzzonen zusammenhängend sein müssten. Gemäss Ruedi Eberle hätte der Bezirksrat die Umzonung lieber auf freiwilliger Basis gemacht, auch wenn es dann wahrscheinlich länger dauern würde, bis ein zusammenhängendes Moorgebiet Realität sei.

Die verschiedenen Parzellen im Gontenmoos wirken aus der Vogelperspektive betrachtet wie ein grosses Mosaik. Jede der Parzellen gehört einem anderen Eigentümer. Teilweise haben diese die entsprechenden Landstücke wiederum an Landwirte verpachtet. Ruedi Eberle schliesst nicht aus, dass der jetzt aufliegende Teilzonenplan auch Einsprachen zutage fördern wird. «Letztlich ist das Ganze ein Eingriff ins Grundeigentum, und daran hat niemand Freude», sagt er. Und dies wohl auch dann nicht, wenn es für Parzellen in der Naturschutzzone Beiträge gebe. Seit einigen Jahren fliessen diese Beiträge je zur Hälfte an Eigentümer und Bewirtschafter. Das werde sich in Zukunft aber ändern, so Ruedi Eberle. Eine Arbeitsgruppe im Kanton sei daran, die neuen Regelungen auszuarbeiten.

Auftrag bereits 2012 erteilt

Rechnet man alle Parzellen zusammen, so soll mit dem Teilzonenplan eine Fläche von total rund 3,4 Hektaren neu dem Naturschutzzonen-Kerngebiet zugewiesen werden. Den Auftrag, die Parzellen im Gontenmoos auf Naturschutz-Tauglichkeit zu überprüfen, hatte der Bezirksrat Gonten bereits im Jahr 2012 an Arnal, das Büro für Natur und Landschaft in Herisau, erteilt.

Der Teilzonenplan liegt bis am 3. Dezember öffentlich auf. Einsprachen sind in dieser Zeit schriftlich an den Bezirksrat von Gonten einzureichen.