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«Umweltaktivist mit Firma»

1989 schaffte Josef Jenni das, was niemand für möglich hielt: Den Bau eines Hauses, das ganzjährig solar beheizt und mit Strom versorgt wird. Am Freitag referiert der europaweit anerkannte Solarpionier in Rehetobel.
Johannes Wey
Das erste «Sonnenhaus» aus dem Jahr 1989. Nach seinem Vorbild baute die Jenni Energietechnik AG noch zahlreiche weitere Häuser. (Bild: pd)

Das erste «Sonnenhaus» aus dem Jahr 1989. Nach seinem Vorbild baute die Jenni Energietechnik AG noch zahlreiche weitere Häuser. (Bild: pd)

REHETOBEL. Mit Josef Jenni bringt der Verein Solardorf einen echten Pionier nach Rehetobel: Der 59-Jährige ist Geschäftsleiter der Jenni Energietechnik AG, die in der Nutzung von Sonnenwärme europaweit führend ist. Ausserdem war er bis 2012 Mitglied im Berner Grossen Rat und wurde unter anderem mehrfach mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet. Jenni wird am Freitag im Mehrzweckgebäude einen Vortrag über die Möglichkeiten und Grenzen der Sonnenenergie halten.

Drei Wellen des Wachstums

Josef Jenni gründete sein Unternehmen 1976, gleich nach Abschluss seines Studiums. «Während der Zeit am Technikum war mir bewusst geworden, dass ich mich nur für eine Sache einsetzen kann, hinter der ich einen tieferen Sinn sehe.» Die Firma sollte eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen, die Jenni in drei Wellen beschreibt: 1985 rief Jenni das Solarfahrzeugrennen «Tour de Sol» ins Leben. Dies erregte Aufmerksamkeit, von der nicht zuletzt auch seine Firma profitierte. Rund fünf Jahre später baute sein Unternehmen das «Oberburger Sonnenhaus». Es wird, obschon alle Fachleute daran Zweifel hatten, ganzjährig autonom mit Sonnenenergie versorgt. Wärme und Strom werden im Sommer gespeichert und während der kalten Jahreszeit entnommen. Der Beweis, dass dies möglich ist, zog wiederum Aufträge nach sich. «Drittens profitierten wir natürlich auch von der Energiekrise im Jahr 2008», sagt Jenni heute.

Lobbyist für die Erneuerbaren

Parallel zu seinen unternehmerischen Aktivitäten bestreitet der Berner ein enormes Pensum an Aufklärungs- und Lobbyarbeit für die erneuerbaren Energien. Jenni hält beispielsweise über 100 Vorträge im Jahr. «Ich bin ein Umweltaktivist mit eigener Firma», sagt er. 2010 publizierte er das Buch «Das Sonnenhaus». «Die meisten unserer Mitbewerber haben dieses Buch sehr gut studiert», ist Josef Jenni überzeugt. Doch dass diese daraus einen Wettbewerbsvorteil ziehen könnten, befürchtet er nicht: «Schliesslich ist jeder von ihnen ein Kämpfer für das selbe Ziel.» Und dieses Ziel ist: Möglichst viel erneuerbare Energie direkt am Ort der Nachfrage produzieren und diese möglichst sparsam einsetzen. Er ist der Überzeugung, dass sich die entsprechenden Technologien auch wirtschaftlich durchsetzen werden: «Erneuerbare Energien sollten nicht subventioniert werden – denn Subventionen sind nicht nachhaltig.»

Vortrag: «Sonnenenergie, Möglichkeiten und Grenzen – Wie heizen wir in der Zukunft?», Freitag, 18. Januar, 19.30 Uhr im MZG Rehetobel. www.solardorf-rehetobel.ch

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