Umstrittene Bauvorhaben kommen zur Abstimmung

Am 10. Februar ist die Stimmbevölkerung aufgerufen, an die Urne zu gehen. Kommunale Vorlagen gibt es im Appenzellerland jedoch nur in Teufen und Oberegg.

Astrid Zysset
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In Teufen wird über eine Überbauung mit 75 Wohnungen abgestimmt, in Oberegg über einen Parkplatz und neue Schulhäuser. (Bild: Ralph Ribi)

In Teufen wird über eine Überbauung mit 75 Wohnungen abgestimmt, in Oberegg über einen Parkplatz und neue Schulhäuser. (Bild: Ralph Ribi)

In Appenzell Ausserrhoden wird am 10. Februar ein neuer Regierungsrat gewählt. Auf kommunaler Ebene kommen im Appenzellerland indes nur wenige Vorlagen vors Volk. Genau genommen sind nur in einer Gemeinde und einem Bezirk die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dazu aufgerufen, über kommunale Anliegen zu befinden.

In Teufen steht die Abstimmung über den Gestaltungsplan «Unteres Gremm» an. Im Gebiet des ehemaligen Thürerparks ist eine Überbauung mit 75 Miet- und Eigentumswohnungen vorgesehen. Doch gegen dieses Vorhaben regte sich Widerstand. Im vergangenen Herbst wurde das fakultative Referendum ergriffen. Ein Komitee kritisierte einzelne Fragen der Architektur sowie die Steigung der Erschliessungsstrasse. Letztere sei mit einer zwölfprozentigen Steigung für Menschen mit einem Rollator oder einem Rollstuhl kaum zu bewältigen. Die Bauherrschaft führte an ihrer jüngsten Medienorientierung jedoch aus, dass die Steigung aufgrund der hügeligen Topografie vonnöten sei. Spricht sich die Stimmbevölkerung gegen den Gestaltungsplan aus, tritt dieser nicht in Kraft. Bei einem Ja (Empfehlung des Gemeinderates) wird das Einsprache- und Bewilligungsverfahren fortgesetzt. Bereits wurden zahlreiche Leserbriefe publiziert. Die Emotionen kochen hoch. Unvergessen scheint die Nacht- und Nebelaktion, in welcher die Bäume im Thürerpark gefällt wurden.

Neue Schulhäuser und Parkplätze

Das Abstimmungsedikt im Bezirk Oberegg ist umfangreich: Fünf Vorlagen kommen vors Volk. Einerseits wird über den Teilzonenplan Fallbach II abgestimmt. Mit diesem soll die Grundlage für eine sinnvolle bauliche Nutzung der Grundstücke Nr. 1300 und 1298 geschaffen werden, hält der Bezirksrat im Edikt fest. Auch über den überarbeiteten Quartierplan Fallbach II kann das Stimmvolk befinden. Weiter geht es um einen Baukredit in der Höhe von 600 000 Franken, den der Bezirksrat gerne bewilligt gesehen hätte. Auf dem jetzigen Viehschauplatz (Wiese) soll nämlich ein öffentlicher Parkplatz entstehen und die

Parkiersituation im ganzen Kerngebiet künftig entspannen. Als vierte Vorlage kommt der Planungskredit über 440 000 Franken für die Ersatzbauten «Knabenschulhaus» und «Sternen» vors Volk. Ein weiterer Planungskredit über 120 000 Franken ist für die «Tiefgarage Schulhausplatz» vorgesehen. Diese Vorlage empfiehlt der Bezirksrat jedoch zur Ablehnung. Die Investitionen seien unverhältnismässig hoch. Besser sei es, den Parkplatz Viehschauplatz als Alternative zu verfolgen.