Umgang mit Depression lernen

Die Depression wird immer noch gerne vor dem Umfeld verheimlicht, obwohl die geeignete Unterstützung von Familie und Freunden helfen könnte.

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WATTWIL. Der Schriftsteller Hermann Hesse kannte sie, die Skifahrerin Lindsey Vonn und viele andere – die Rede ist von Depression. 20 Prozent der Bevölkerung ist im Verlauf des Lebens einmal davon betroffen. Trotz des häufigen Vorkommens ist diese Krankheit oft mit Scham belegt, anders als ein Beinbruch oder Diabetes. Oft wird sie als persönliche Schwäche oder Versagen angesehen, oft ziehen sich Menschen in einer solchen Phase zurück. Dies ist verbunden mit stillem Leiden von einzelnen und vom familiären und beruflichen Umfeld.

Das St. Galler Bündnis gegen Depression möchte auf neue Wege aufmerksam machen. Es hat drei Botschaften: 1. Depression hat viele Gesichter. 2. Es kann jeden treffen. 3. Depression ist behandelbar. Die St. Galler Kirchen beteiligen sich am «Bündnis gegen Depression» des Gesundheitsdepartements St. Gallen. Dazu werden in der reformierten Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg zwei Abende angeboten. Am Montag, 21. Oktober, um 20 Uhr informiert Visnica Vincic, die leitende Ärztin des Psychiatrischen Zentrums Wattwil, im Saal der evangelischen Kirche Wattwil über Depressionen. Sie liefert Zahlen und beschreibt Hintergründe, Symptome, Hilfen und Behandlungsmöglichkeiten. Am Montag, 18. November, wird Jürg Engler, kantonaler Verantwortlicher für «Bündnis gegen Depression» in die Thematik einführen und eine Betroffene wird berichten. Ausserdem werden ein Therapeut, ein Hausarzt und ein Seelsorger Einblick in ihre Arbeit geben. An beiden Abenden können Fragen gestellt werden und man kann miteinander ins Gespräch kommen.

Die Abende sind für alle gedacht, die sich informieren möchten. Denn Depression kann jeden treffen. Und dann ist es gut, wenn auch Laien unterstützend da sein können. (pd)

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