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UMFRAGE: Toggenburger sind nach wie vor auf der Fährte des Osterhasen

Ostereier suchen - veraltet oder immer noch beliebt? Das "Toggenburger Tagblatt" hat nachgefragt, ob die Tradition nach wie vor gepflegt wird und was bei den Leuten sonst alles zum Osterprogramm gehört.
Ein gutes Versteck auszumachen ist entscheidend, wenn man es den Suchenden nicht zu leicht machen will. Ob dieser Hase so bedrückt schaut, weil er weiss, dass es ihm bald an den Kragen geht? (Bild: Timon Kobelt)

Ein gutes Versteck auszumachen ist entscheidend, wenn man es den Suchenden nicht zu leicht machen will. Ob dieser Hase so bedrückt schaut, weil er weiss, dass es ihm bald an den Kragen geht? (Bild: Timon Kobelt)

Morgen am Ostersonntag schwärmen viele Kinder aus, um in ihren Häusern und Gärten nach «Osternäschtli» gefüllt mit Eiern – seien sie gekocht oder aus Schokolade – zu suchen. Woher stammt diese Tradition eigentlich?

Eier nach der Fastenzeit begehrt

Abschliessend kann die Frage nicht beantwortet werden. Es bestehen viele Theorien und Geschichten, die sich in manchen Punkten ähneln, in anderen unterscheiden. Besonders über die Ostereier kursieren verschiedene Ansätze. Einer geht auf den christlichen Brauch der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern zurück. In dieser Zeit verzichteten die Leute früher auf alle tierischen Produkte, also auch auf Eier, weshalb diese nach dem Ende der Fastenzeit besonders beliebt gewesen sein sollen. Gekocht wurden die Eier, um sie länger haltbar zu machen. Und bemalt? Ganz simpel: Damit sie von rohen Eiern unterschieden werden können. Die Tradition des Versteckens hat angeblich heidnischen Ursprung. Zur Ehrung der Frühlingsgöttin Ostara wurden Eier verschenkt und galten als Zeichen der Fruchtbarkeit. Der christlichen Kirche, in der das Ei als Symbol der Auferstehung gilt, missfiel dieser Brauch und sie verbot ihn. Folglich verschenkten die Menschen die Eier heimlich oder versteckten sie.

Der Osterhase erfüllt heutzutage eher kommerzielle Zwecke und hat die Funktion als Überbringer der Ostereier weitgehend verloren. Es gilt jedoch weiterhin als unschädlich, Kindern zu vermitteln, der Osterhase bringe die Eier. Gemäss Psychologen regt dies die Fantasie an und fördert die kognitive Entwicklung.

Das «Toggenburger Tagblatt» wollte von den Leuten nicht die genauen Hintergründe der Bräuche wissen, sondern, ob sie diese noch immer pflegen. Gerade bei den Jungen scheint die Tradition, draussen zu suchen, noch immer beliebt zu sein. Dies obwohl es heute viele Apps gäbe, mit denen sich die Suche simulieren liesse. (tik)

Niklas Schnyder, 10, Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Niklas Schnyder, 10, Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Bei uns werden die vom Mami selber angemalten Eier im Garten versteckt. Ich freue mich schon jetzt auf die Suche und wäre etwas enttäuscht, wenn wir dies nicht mehr machen würden. Finde ich lange nichts, hilft mir meine grössere Schwester Saskia oder gibt mir mein Papi Tipps, die aber auch nicht immer helfen.


Kathrin Lieberherr, 39, Bütschwil (Bild: Beat Lanzendorfer)

Kathrin Lieberherr, 39, Bütschwil (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ich und mein Mann Tobias werden an dieser Tradition mit unseren Kindern Cheryl (4) und Jael (eineinhalb) sicher festhalten, weil sie uns schon durch unsere eigene Kindheit begleitet hat. Und mit eigenen Kindern, vor allem, wenn sie noch klein sind, gehört das Suchen der Ostereier doch einfach dazu.


Köbi Egli, 64, Gähwil. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Köbi Egli, 64, Gähwil. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Als Grosseltern freuen sich meine Frau und ich auf die Ostern, weil dann unsere zwei Enkelkinder, zwei Mädchen, das eine ist fünf, das andere zweieinhalb Jahre alt, zu Besuch kommen und wir vorher im Garten «Osternäschtli» verstecken. Weil sie gleich nebenan wohnen, sehen wir sie häufig auch während des Jahres.


Laura Nagel, 10, Bäbikon. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Laura Nagel, 10, Bäbikon. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Hier bei uns auf dem Bauernhof gibt es unzählige Verstecke, um die Eier und die «Osternäschtli» zu verstecken. Damit es für mich und meine drei Brüder etwas einfacher ist, die Geschenke zu finden, legt unser Mami mit Zuckereili eine Spur. Wenn wir Zeit finden, basteln wir die «Osternäschtli» am Karfreitag selber.



Mara Gehrig, 17, Wil. (Bild: Timon Kobelt)

Mara Gehrig, 17, Wil. (Bild: Timon Kobelt)

Meine Mutter hat für mich und meine beiden älteren Geschwister jeweils zu Ostern «Gschenkli» im Haus versteckt. Dabei handelte es nicht immer um Osterhasen aus Schokolade. Heute führen wir die Suche nicht mehr durch. Nach wie vor feiern wir aber am Ostersonntag im grossen Rahmen mit der Verwandtschaft.


Andrin Bischof,13, Wattwil. (Bild: Timon Kobelt)

Andrin Bischof,13, Wattwil. (Bild: Timon Kobelt)

Es hat in unserer Familie Tradition, an Ostern die Hasen aus Schokolade zu verstecken und anschliessend zu suchen. Zusammen mit meinem Bruder und meiner Schwester sind wir mit viel Elan bei der Sache. Ansonsten gehört das Feiern mit der Familie und ein Besuch in der Kirche zum Osterprogramm dazu.


Vreni Rüegg, 52, Wattwil. (Bild: Timon Kobelt)

Vreni Rüegg, 52, Wattwil. (Bild: Timon Kobelt)

Früher haben unsere Kinder immer Osterhasen bekommen. Wir haben sie meistens im Haus versteckt, da oftmals kein schönes Osterwetter herrschte. Heute sind die Kinder aber etwas zu alt. Da mein Mann Guido und ich als Mesmer amten, sind wir über die Ostertage oft in der Kirche anzutreffen.


Stephanie Meier, 22, Wildhaus (Bild: PD)

Stephanie Meier, 22, Wildhaus (Bild: PD)

Für mich war es jeweils das Highlight, wenn wir gemeinsam mit den Nachbarskindern bei uns zu Hause Eier gefärbt haben. Das haben wir mit Farben, aber auch mit Zwiebelschalen gemacht. Ganz früher haben wir die Eier auch noch im Garten versteckt, uns mit der Zeit aber darauf beschränkt, sie zu färben.





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