Umfahrungsstrasse Lichtensteig–Ebnat

Damals

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Vor 100 Jahren

26. September: Toggenburg. Höchstpreise für Heu. Das schweizerische Militärdepartement hat eine Verfügung erlassen, nach der der Höchstpreis für Heu um 1 Fr. 50 für 100 kg. erhöht wird. Verschiedene Produzenten und Produzentengenossenschaften sowie kantonale Aemter hatten eine wesentliche Erhöhung der Höchstpreise für Heu verlangt, in einzelnen Fällen sogar eine solche von 4-5 Franken. Das Militärdepartement hat die Frage durch eine Expertenkommission prüfen lassen, wobei insbesondere untersucht wurde, ob die Erhöhung des Heupreises nicht ebenfalls einer Erhöhung des Milchpreises und der Preise der Milchprodukte zur Folge haben könnte. Die Vertreter der Bauernschaft und die Mehrheit der Kommission sind in dieser Beziehung zu einem negativen Entscheid gekommen. Nach ihrer Meinung wird eine bescheidene Erhöhung des Heupreises, wie sie jetzt vom Departement verhängt wurde, ohne Einfluss auf den Milchpreis bleiben. Zum Handel mit Heu und Stroh: Das schweizerische Militärdepartement erlässt eine Verfügung, durch die das Verbot des Handels mit Heu und Emd in den Kantonen Zürich, Bern, Schwyz, Obwalden und Nidwalden, Glarus, Solothurn Baselstadt und Baselland, Appenzell Inner- und Ausserrhoden, Schaffhausen, St. Gallen, Aargau, Thurgau, Wallis und Neuenburg aufgehoben wird.

Vor 50 Jahren

22. September: Mittleres Toggenburg. Projektierung Umfahrungsstrasse Wattwil–Lichtensteig. Auf ein erfreulich grosses Interesse der Bevölkerung stiess die Orientierungsversammlung über den Stand der Projektierung der Umfahrungsstrasse Lichtensteig–Wattwil–Ebnat-Kappel im kleinen Volkshaussaal in Wattwil. Die Wichtigkeit und die allgemeine Bedeutung des Bauvorhabens veranlasste den Gemeinderat, die Oeffentlichkeit zu dieser Orientierungsversammlung einzuladen. Als Referent konnte ein massgebender Mann im st. gallischen Strassenbau, Kantonsingenieur W. Pfiffner, gewonnen werden, der, um es vorwegzunehmen, mit seinen klaren und allgemein verständlichen Darlegungen sehr zu überzeugen wusste. In der Gegend des Floozes entsteht ein Verteiler nach Lichtensteig und der Wasserfluh. Zurück über Thur und Bahn ist die Streckenführung hinter Kloster und Spital vorgesehen bis zur Brendi, wo der Verkehrsteiler nach Wattwil und Ricken vorgesehen ist. Hinter dem Spital wird ein 125 m langer Tunnel im Tagbau erstellt, um den Lärm und die unangenehmen Abgase von den Patienten fernzuhalten. Von der Brendi aus führt die Strasse zuerst dem Hang entlang um dann über einen Viadukt in die bereits im Bau befindliche Umfahrungsstrasse Ebnat-Kappel einzumünden. Das Höhenprofil dieser Strecke zeigt keine besonderen Schwierigkeiten und erreicht im Anstieg zum Kloster mit rund fünf Prozenten die grösste Steigung. Der Ausbau dieses 8,8 km langen Teilstückes, das durch die Umfahrung Lichtensteigs zum grössten Teil auf Wattwiler Gemeindeboden zu liegen kommt, dürfte rund zehn Jahre dauern mit einem Kostenaufwand von rund 63 Millionen Franken.

Vor 20 Jahren

22. September: Bütschwil. Etwa 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger besuchten die öffentliche Informationsveranstaltung zur Bütschwiler Ortsumfahrung. Eine Entscheidung der Bürgerschaft ist noch in diesem Jahr erforderlich. Von den ursprünglich vier Möglichkeiten, Bütschwil zukünftig zu umfahren und den Ort damit von Verkehrslärm und hoher Abgasbelastung zu befreien, sind schlussendlich zwei Varianten übrig geblieben. «Tunnel-Variante» oder «Bahn-Variante» stehen zur Entscheidung an, sie unterscheiden sich zum Teil in ihrer Effektivität, gravierend jedoch in Bau- und Unterhaltskosten. «Der Gemeinderat», erläuterte Thomas Würth, «steht eindeutig zur Tunnel-Variante, weil bei dieser die Vorteile deutlich überwiegen, das Gesamtopfer am kleinsten ist.» Die Notwendigkeit einer Ortsumfahrung steht ausser Frage, denn nach den anerkannten Grundsätzen des Verkehrsingenieurwesens sind Umfahrungen ohne weiteres verantwortbar, wenn täglich mehr als 10 000 Fahrzeuge einen Ort passieren. Im Jahr 1996 bewegten sich im Mittel rund 12 600 Fahrzeuge durch Bütschwil, mit Spitzenwerten von nahezu 17 000, 1995 lag der Höchstwert an einem Oktobersonntag sogar bei 18 300 Fahrzeugen.

Vor 10 Jahren

25. September: Wildhaus. Nein zu Abfallreglement. Überaus deutlich, nämlich mit 307 zu 106 Stimmen, lehnten die Wildhauser das Abfallreglement ab. Wildhaus ist die letzte Gemeinde im Kanton St. Gallen, in der die Abfallgebühren nicht verursachergerecht erhoben werden. Gemeindepräsident Rolf Syz kann sich diese Meinungsäusserung nicht ganz erklären. Vor rund einem Jahr nämlich wehrten sich die Wildhauser erfolgreich gegen die Sackgebühr, wie sie in den meisten Gemeinden des Kantons St. Gallen gilt. Als Alternative schlug der Gemeinderat vor, die Abfallsäcke zu wägen und die Abfallgebühr nach diesem Gewicht festzulegen. Doch wie das deutliche Abstimmungsresultat zeigt, hatte auch dieses System vor dem Volk keine Chance. Wenig Verständnis für den Entscheid der Wildhauser Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bringt Regierungsrat Willi Haag auf. Gegenüber dem Regionaljournal machte er deutlich, dass der Kanton gewillt sei, das Problem zu lösen. Und zwar soll die verursachergerechte Berechnung der Entsorgungsgebühr auf den 1. Januar 2008 eingeführt werden. Wie der Regierungsrat weiter sagte, will er den Wildhausern die Sackgebühr aufzwingen.