Umbruch in der Führungsetage von KlangWelt Toggenburg

Der Rücktritt Peter Roths aus dem KlangWelt-Vorstand ist seit einigen Wochen bekannt. Die Wahl seiner Nachfolgerin löst nun einen Erdrutsch in der Führungsetage aus. Auf Ende Jahr geht mit Roth auch der bisherige Geschäftsleiter Andreas Müller.

Michael Hug
Merken
Drucken
Teilen

ALT ST. JOHANN. Am vergangenen Donnerstagabend liess der Vorstand des Vereins KlangWelt Toggenburg die Katze aus dem Sack: Peter Roths Nachfolgerin in der Künstlerischen Leitung bei KlangWelt wird die Schwyzer Jodlerin Nadja Räss. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. In ihrem aktuellen Newsletter kündigt KlangWelt einen regelrechten Umbruch in der Führungsetage an. Zum ersten Mal spricht die Organisation von einer «Intendanz» für die KlangWelt. «Intendanz bedeutet für uns die Führung von operativem Geschäft und künstlerischen Inhalten durch die selbe Person», sagt KlangWelt-Geschäftsleiter Andreas Müller. Womit Andreas Müller andeutet, dass im Zuge der Nachfolgeregelung von Peter Roth generell eine Neuausrichtung der Organisation diskutiert wurde und damit auch seine Position zur Disposition stand.

Folge von Erkenntnissen

«Diese neue Situation ist eine Folge von Erkenntnissen zu denen wir gemeinsam gelangt sind. Es wurde immer klarer, dass die neue Künstlerische Leitung auch die Leitung des gesamten operativen Bereichs beinhalten sollte. Somit sind die getroffenen Entscheide logisch», sagt Andreas Müller. Es sei für ihn kein Abgang unter dem Druck der Umstände. Er selbst habe ja massgeblich den Erkenntnisprozess ins Rollen gebracht. Im Zuge der Stellenbeschreibung für die Künstlerische Leitung sei dann der Anforderungskatalog zu dem einer Intendanz ausgebaut worden. Dabei seien zwei Bedingungen ins Spiel gekommen, die für Andreas Müller und schliesslich auch für den KlangWelt-Vorstand zu Schlüsselkriterien wurden: «Die neue Gesamtleiterin oder der neue Gesamtleiter muss dem Kulturgut Jodeln ganz nahe stehen und er oder sie muss im Toggenburg wohnhaft sein oder werden.» Beide Bedingungen erfülle er nicht und könne sie auch künftig nicht erfüllen: «Mein Auftrag hier ist abgeschlossen, das war von Anfang an als zeitlich eingegrenztes Engagement gedacht. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt für den Wechsel da.»

Andreas Müller wurde im März 2009 zur KlangWelt geholt. Somit wird er im Dezember, wenn er die KlangWelt-Schlüssel Nadja Räss übergibt, fast drei Jahre die Geschicke der KlangWelt Toggenburg massgeblich mitgestaltet haben. Der 51jährige Stadt-St. Galler wird sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Wobei zumindest eine Herausforderung bereits aktuell ist: Andreas Müller ist Mitglied in der vierköpfigen ARGE Gallusjubiläum 2012, welche im nächsten Jahr die Aktivitäten zum Jubiläum von 1400 Jahren Gallus steuert.

Wunschkandidatin eingestellt

Zu seiner Nachfolgerin sagt Andreas Müller: «Nadja Räss ist auch meine Wunschkandidatin für die spannende und vielschichtige Herausforderung. Sie kann zum richtigen Zeitpunkt neue Impulse setzen und der KlangWelt zu einem nächsten Höhenflug verhelfen.» KlangWelt Toggenburg erschien es bei der Kandidatenwahl wichtig, dass die Intendanz durch eine Persönlichkeit aus der jüngeren Volksmusikszene, eine Person, die über gefestigte künstlerische und organisatorische Erfahrung verfügt, ausgefüllt wird. Es sei Zeit für ein «neues Gesicht», sagt auch Peter Roth. Auch er sieht den Moment als richtigen Zeitpunkt für eine Neuausrichtung: «An der wesentlichen Kraft des Projektes werde sich nichts ändern, im Gegenteil, sie wird durch die neue Intendantin gestärkt.»