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Um die Windräder weht ein rauer Wind

Am Donnerstag läuft in Appenzell Innerrhoden die Vernehmlassung zur Richtplanänderung ab. Es geht um die geplante Windenergieanlage Honegg-Oberfeld. Das Thema bewegt, es sind bereits 270 Beiträge eingegangen. Auch die Leserbriefspalten haben sich gefüllt.
Monika Egli
Eine Ansicht der Windenergieanlagen von oberhalb des Ruppens. Die Standeskommission will die Energiewende des Bundes unterstützen. (Bild: Bild und Montage: Andreas Butz)

Eine Ansicht der Windenergieanlagen von oberhalb des Ruppens. Die Standeskommission will die Energiewende des Bundes unterstützen. (Bild: Bild und Montage: Andreas Butz)

Im Oberegger Gebiet Honegg-Oberfeld sollen zwei Windenergieanlagen (WEA), im Volksmund auch Windräder genannt, erstellt werden. Sie sind knapp 200 m hoch. Die Planungen der Appenzeller Wind AG als Projektantin befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, trotzdem ist es bis zur Realisierung noch ein langer Weg. Dass das Thema emotional ist – je näher man an der geplanten Anlage wohnt, desto rigoroser ist man dagegen – zeigte sich bisher nicht zuletzt in den Leserbriefspalten. Unter anderem erging hier sinngemäss der Aufruf: «Nützt die Vernehmlassung, jetzt ist die letzte Gelegenheit, Partei gegen die Windräder zu ergreifen.» Stimmt das?

Es stimmt nicht. Die Standeskommission hat Anfang April das Vernehmlassungsverfahren zur Richtplanänderung in die Wege geleitet; es endet übermorgen Donnerstag, 31. Mai. Mit diesem Einwendungsverfahren ist jedoch noch nichts entschieden. In einer Mitteilung hat die Standeskommission erklärt, wie es anschliessend mit dem Bauvorhaben weitergeht. Auf dem Weg zur Realisierung werden als erstes Standeskommission und Grosser Rat festlegen, ob der vorgesehene Standort Honegg-Oberfeld für eine WEA definitiv im Richtplan aufgenommen werden soll. Fällt dieser Entscheid negativ aus, wird nicht gebaut. Fällt er positiv aus, geht der geänderte Richtplan zur Genehmigung an den Bundesrat. Wenn nötig, werden noch Anpassungen am Nutzungsplan vorgenommen. Es besteht die Möglichkeit, dagegen Rekurs einzureichen. Als vierter Schritt folgt dann das Baubewilligungsverfahren. In Appenzell Innerrhoden können alle Kantonseinwohner die üblichen Rechtsmittel dagegen ergreifen.

Honegg-Oberfeld als geeignetster Standort im Kanton

2014 nahm das Projekt WEA mit ersten Windmessungen seinen Anfang. Hon-egg-Oberfeld ist im kantonalen Richtplan zusammen mit dem Hirschberg, der Hundwiler Höhe und dem Klosterspitz als mögliches Gebiet für WEA bereits aufgeführt. Unterdessen ist das Oberegger Vorhaben so weit gereift, dass der Standeskommission im April 2017 eine rund 1000seitige Machbarkeitsstudie eingereicht werden konnte. Die Standeskommission hatte bekannt gegeben, dass zur Unterstützung der Energiewende 2050 des Bundes der aus landschaftlicher Sicht geeignetste Standort definitiv festgelegt werden solle. Sie beurteilte Honegg-Oberfeld «unter Berücksichtigung der vielen erforderlichen Auflagen mit Vorbehalt als geeignet». Dass sich die Standeskommission für das Gebiet in Oberegg entschied, begründete sie auch damit, «dass dafür bereits ein konkretes Realisierungsinteresse besteht». Die drei anderen potenziellen Standorte hingegen würden «im Sinne der Wahrung des Landschaftsbildes» vorderhand nicht weiterentwickelt.

Die Appenzeller Wind AG schreibt auf ihrer Website, dass die geplanten WEA eine Gesamtleistung von 8,4 Megawatt erbringen. «Damit können rund 13,4 Millionen kWh elektrische und regionale Energie erzeugt werden». Verwaltungsrat der Appenzeller Wind AG, Valentin Gerig, gibt zudem Auskunft, dass der Umweltverträglichkeitsbericht erstellt ist, allenfalls noch kleine Anpassungen erfährt und formell für das Nutzungsplanverfahren eingereicht werde. Allerdings habe ihn die Standeskommission bereits als Beilage zur Machbarkeitsstudie erhalten.

Gemäss Auskunft von Ralph Etter, Sekretär des Bau- und Umweltdepartements AI, sind bisher (Stand Montag) rund 270 Einwendungen zur Richtplanänderung eingegangen. Über deren Inhalt kann noch keine Aussage gemacht werden; die Auswertung erfolgt nach Ablauf der Vernehmlassungsfrist übermorgen Donnerstag.

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