«Um die Weiterverschleppung der Salmonellen zu verhindern»: Deshalb ordnete das Veterinäramt die Räumung eines Hühnerstalles in Ausserrhoden an

Bei einer Routineuntersuchung hat ein Ausserrhoder Tierhalter Salmonellen bei seinem Junghennenbestand entdeckt. Vergangene Woche liess das Veterinäramt den Stall räumen. Die rund 1000 Tiere mussten getötet werden.

Claudio Weder
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Salmonellen-Infektionen bei Hühnern kommen in der Schweiz relativ selten vor.

Salmonellen-Infektionen bei Hühnern kommen in der Schweiz relativ selten vor.

Bild: PD

Das Veterinäramt beider Appenzell musste vergangene Woche in Ausserrhoden einen Stall mit Junghennen räumen lassen. Dies, nachdem bei einer routinemässigen Bestandesüberwachung durch den Tierhalter Salmonellen festgestellt worden waren. Die betroffenen 1000 Jungtiere, welche als Legehennen vorgesehen waren, mussten getötet werden. Die «gute» Nachricht: Die Tiere standen nicht in der Lebensmittelproduktion. «Da die Junghennen noch nicht im legfähigen Alter waren, bestand für Konsumentinnen und Konsumenten zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr», sagt Kantonstierarzt Sascha Quaile.

Sascha Quaile, Kantonstierarzt beider Appenzell.

Sascha Quaile, Kantonstierarzt beider Appenzell.

Bild: PD

Salmonellen sind weltweit verbreitet und befallen Menschen, Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien. Um die Geflügelhaltungen der Schweiz frei von diesem Bakterium zu halten, müssen gemäss Tierseuchenverordnung grössere Bestände routinemässig durch die Geflügelhaltenden und Veterinärdienste daraufhin überprüft werden. «Liegt ein Seuchenfall vor, ordnet das Veterinäramt Massnahmen an, um den Schutz der Bevölkerung sicherzustellen sowie eine Weiterverschleppung zu verhindern», erklärt Sascha Quaile. Im vorliegenden Fall in Ausserrhoden wurde der verseuchte Bestand getötet und entsorgt. Ebenso wird der betroffene Stall nun gründlich gereinigt und desinfiziert, bevor der Tierhalter wieder Hühner einstallen darf.

Infektion bleibt bei Hühnern meist unbemerkt

Beim Menschen äussert sich eine Salmonelleninfektion meist als entzündliche Darmerkrankung mit plötzlich einsetzendem Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Kopf- und Bauchschmerzen. Die Ansteckung erfolgt meist über Lebensmittel. Bei Hühnern bleiben Salmonellen-Infektionen jedoch in der Regel unbemerkt. Der Kantonstierarzt sagt:

«Bei Geflügel liegt meist kein klinischer Verdacht vor. Die Tiere sind gesund, können den Erreger aber trotzdem weiterverbreiten.»

Um insbesondere eine Übertragung auf den Menschen zu verhindern, sei es wichtig, die Bestände regelmässig auf Salmonellen zu kontrollieren. Auch eine gute Stallhygiene sei unabdingbar. Insbesondere müsse verhindert werden, dass Mäuse oder Vögel Zugang zu den Futter- und Wasserstellen bekommen. «Denn meist werden Salmonellen durch andere infizierte Tiere in einen Bestand eingeschleppt», sagt Quaile.

Die Salmonellen-Infektion bei Geflügel tritt sporadisch auf. In den vergangenen Jahren wurde die Tierseuche schweizweit mehrmals pro Jahr festgestellt. In Appenzell Ausserrhoden ist es der erste Fall seit mehr als zehn Jahren. «Dies zeigt, dass das flächendeckende Überwachungsprogramm, welches wir in der Schweiz seit einigen Jahren haben, gut funktioniert», sagt Sascha Quaile.