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ULISBACH: Betontrog ersetzt Stahlbrücke

Das Baugesuch der Südostbahn für den Neubau der Thurbrücke zwischen Wattwil und Ebnat-Kappel liegt auf. Die neue Brücke soll rund 3,5 Millionen Franken kosten.
Martin Knoepfel
Ein Zug der S8 nähert sich auf dem Weg nach Süden der Thurbrücke in Ulisbach. (Bild: Martin Knoepfel)

Ein Zug der S8 nähert sich auf dem Weg nach Süden der Thurbrücke in Ulisbach. (Bild: Martin Knoepfel)

Martin Knoepfel

martin.knoepfel

@toggenburgmedien.ch

Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) saniert im Sommer 2019 die Fahrbahn zwischen Wattwil und Krummenau. Das Projekt heisst Cluster Obertoggenburg. Es führt zu einer 15 Wochen dauernden Sperre der Bahnstrecke von Wattwil nach Nesslau-Neu St. Johann (Bericht im «Toggenburger Tagblatt» vom 13. Januar).

Gleichzeitig mit dem Cluster Obertoggenburg wird die Thurbrücke der SOB in Ulisbach durch einen Neubau ersetzt. Die heutige Brücke stammt nicht mehr aus der Bauzeit der Toggenburger Bahn, sondern aus den Jahren 1943/1944. Es handelt sich um eine Stahl-Fachwerk-Konstruktion. Die neue Brücke wird hingegen aus Beton bestehen. Dieses Projekt gehört aber nicht zum Cluster Obertoggenburg.

Seit kurzem liegt das Baugesuch für die neue Thurbrücke im Gemeindehaus Wattwil öffentlich auf. Das Projekt stammt vom Wattwiler Ingenieurbüro Schällibaum.

Zu grosse Durchbiegung als Grund

Begründet wird der Abbruch und Neubau der Thurbrücke damit, dass die heutige Brücke bei einer Geschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde eine zu grosse Durchbiegung aufweise. Der Hintergrund: Die SOB will die Fahrzeiten zwischen Wattwil und Nesslau-Neu St. Johann knapp unter eine Viertelstunde drücken. Dann kann ein einziger Triebwagen den Halbstundentakt sicherstellen und man spart sich den Ausbau der Haltestelle Krummenau zur Kreuzungsstation. Heute braucht die Bahn 16 oder 17 Minuten für die Strecke von Wattwil ins Obertoggenburg.

Um die nötige Fahrzeitreduktion zu erreichen, sollen unter anderem die Züge zwischen Wattwil und Ebnat-Kappel bis zu 140 Kilometer schnell fahren. Heute beträgt die Höchstgeschwindigkeit nur 85 Kilometer pro Stunde.

Die Bauzeit wird in zwei sehr unterschiedlich lange Phasen unterteilt. In der ersten Bauphase, die fünf Monate dauert, werden Vorarbeiten erledigt und die neue Brücke wird flussabwärts der heutigen Brücke betoniert. In der zweiten Bauphase – die Eisenbahnstrecke ist nun vorübergehend stillgelegt – wird die alte Brücke abgebrochen, die Widerlager der neuen Brücke werden betoniert, und diese wird an ihren richtigen Standort verschoben. Dann werden der Schotter und die Gleise eingebaut. In dieser Zeit ist der Thurweg im Bereich der Baustelle gesperrt. Es soll eine Umleitung geben.

Neue Brücke soll über 100 Jahre halten

Die neue Thurbrücke wird eine Spannweite von 46 Metern aufweisen und 8,2 Meter breit sein. Die Brücke wird aus einem Betontrog von 3,35 Metern Höhe bestehen. Die Platten werden zwischen 55 und 65 Zentimetern stark. Die Tragkonstruktion wird, so die Hoffnung der SOB, mehr als 100 Jahre halten. Die Unterseite der neuen Brücke wird rund einen halben Meter tiefer liegen als bei der heutigen Brücke. Die Vorschriften zur Verklausung werden laut Baugesuch aber eingehalten. Von einer Verklausung spricht man, wenn bei einem Hochwasser das Treibgut sich an einem Hindernis, hier an der Brücke, verfängt und den Bach oder Fluss aufstaut. Weil der Platz an dieser Stelle knapp ist, kann man für das Betonieren der neuen Brücke kein konventionelles Leergerüst verwenden. Eventuell wird das Leergerüst an Trägern aufgehängt. Da die Molasse an dieser Stelle rund 50 Meter unter dem gewachsenen Boden liegt, kann man die Pfähle nicht bis auf die Molasse abteufen.

Zufahrten zur Baustelle sind von der Waisenhaus- und der Scheftenaustrasse her geplant. Weil die Baustelle nur rund 80 Meter von einer Grundwasserfassung entfernt ist, muss das Grundwasser überwacht werden. Hingegen geht die SOB davon aus, dass der Baulärm die Immissionsgrenzwerte nicht übersteigt. In der Nähe der Baustelle stehen mehrere Mehrfamilienhäuser, unter anderem die als «Schwurfinger» bekannten Hochhäuser.

Grössere Spannweite als die alte Brücke

Die Kosten für die neue Brücke werden im Baugesuch mit 3,5 Millionen Franken mit einer Genauigkeit von plus/minus zehn Prozent beziffert. Wegen der Thursanierung in Wattwil wird die neue Brücke eine grössere Spannweite haben als die heutige. Die Mehrkosten von rund 500000 Franken übernimmt laut Baugesuch der Kanton. In den Beilagen zum Baugesuch findet man den Prüfbericht des Sachverständigen. Das ist ein Ingenieurbüro aus Rapperswil. Es findet, dass die fünf Wochen für die zweite Bauphase knapp sind. Die SOB räumt ein, dass das stimmt, zeigt sich aber zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann.

Auflage im Gemeindehaus Wattwil während der Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, von 8.30 bis 11.30 und von 13.45 bis 17 Uhr.

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