ÜBERWACHUNG: «Fälle von Vandalismus halbiert»

An Grossbahnhöfen sind sie längst im Einsatz, seit einem Jahr kommen auch auf kleineren Bahnhöfen Videokameras zur Prävention zum Einsatz. «Ein voller Erfolg», sagt Tim Büchele, Mediensprecher der SOB.

Urs M. Hemm
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Es habe sich bereits herumgesprochen, dass Straftaten auf Video festgehalten werden können, wie hier am Bahnhof Wattwil. (Bild: PD)

Es habe sich bereits herumgesprochen, dass Straftaten auf Video festgehalten werden können, wie hier am Bahnhof Wattwil. (Bild: PD)

Zur Prävention und Stärkung des Sicherheitsempfindens lasse die Schweizerische Südostbahn (SOB) drei ihrer Bahnhöfe, unter anderem auch Wattwil, durch Videokameras rund um die Uhr überwachen. Nach einer positiv verlaufenen Testphase und rund einjährigem Betrieb zieht SOB- Mediensprecher Tim Büchele eine Bilanz.
 

Tim Büchele, seit gut einem Jahr setzen Sie unter anderem am Bahnhof Wattwil Videoüberwachung ein. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

 

Die Erfahrungen in den drei Bahnhöfen Wattwil, Herisau und Einsiedeln sind sehr gut. Es gibt mit Staatsanwaltschaft und Polizei klare Prozesse, wie bei Straftaten vorzugehen ist. In einem Grossteil der Fälle wurden die Täter ausfindig gemacht. Die Bandbreite reicht von Diebstahl über Littering bis zu Versicherungsbetrug. Das Vorgehen wird immer wieder durch den Datenschützer überprüft.

 

Hat sich die Anzahl der Straftaten durch den Einsatz von Videokameras verändert?

 

Die Fälle von Vandalismus haben sich seit September 2015 nahezu halbiert. Wo dennoch Schäden verursacht wurden, brachten wir diese konsequent zur Anzeige.


«Tatsache ist, dass durch Überwachung Delikte verhindert werden können», sagt Tim Büchele, Mediensprecher SOB. (Bild: Christof Sonderegger)

«Tatsache ist, dass durch Überwachung Delikte verhindert werden können», sagt Tim Büchele, Mediensprecher SOB. (Bild: Christof Sonderegger)

Gab es Reaktionen seitens der  Bahnkundinnen und -kunden sowie Benutzern des Bahnhofs in Wattwil?

 

Wir haben nur positive Reaktionen erhalten. Das Sicherheitsempfinden der Reisenden hat sich verbessert. Offensichtlich hat sich die Hemmschwelle für Täter erhöht, denn es hat sich bereits herumgesprochen, dass Straftaten auf Video festgehalten werden können.

 

Werden Sie aufgrund der gemachten Erfahrungen und gewonnen Erkenntnisse an diesen drei Bahnhöfen die Videoüberwachung in diesem Rahmen weiterführen?

 

Ja, wir werden die bisherigen Standorte beibehalten. Zudem planen wir, in den kommenden Jahren weitere Bahnhöfe auf unserem Netz mit Kameras auszurüsten.

 

Wo sehen Sie klare Grenzen im Einsatz von Überwachungstechnik im öffentlichen Raum?

 

Entscheidend ist, dass der Datenschutz gewährleistet wird. Dies stellen wir unter anderem dadurch sicher, dass die Daten alle 14 Tage automatisch gelöscht werden. Tatsache ist, dass durch Überwachung Delikte verhindert werden können und das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung steigt. Trotzdem wollen wir einen sinnvollen Mix zwischen der Überwachung neuralgischer Punkte und einem Zuviel an Kameras im hintersten und letzten Winkel finden.

 

Gibt es ausser der präventiven Wirkung gegenüber Vandalismus oder anderer Straftaten auch andere Vorteile der Videoüberwachung?

 

Ein sehr wertvoller Aspekt ergibt sich für unsere Zugverkehrsleiter: Die Live-Bilder helfen in Verspätungsfällen, Anschlussreisende zu sehen, die noch umsteigen müssen.