Überraschung: Koffer statt Aff

Vier Jahre nach der Wahl von Koni Meier wurde im Casino Herisau wieder eine Kantonsratspräsidentenfeier durchgeführt. Der Vorgänger bereitete der neuen höchsten Ausserrhoderin, Ursula Rütsche, eine Überraschung.

Patrik Kobler
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Vorgänger René Rohner beendet die Tradition und überreicht Rütsche statt dem Fellaff einen Rollkoffer. (Bilder: Bruno Eisenhut)

Vorgänger René Rohner beendet die Tradition und überreicht Rütsche statt dem Fellaff einen Rollkoffer. (Bilder: Bruno Eisenhut)

HERISAU. Der alte Fellaff hat ausgedient. Statt des Tornisters erhielt die neue Kantonsratspräsidentin Ursula Rütsche an der Feier von ihrem Vorgänger René Rohner einen modernen Rollkoffer überreicht. Den präsidialen Degen hat er nicht ausrangiert – aber polieren lassen. Und so funkelten der Degen und die 62-Jährige am Montagabend beinahe um die Wette.

Über 100 Gäste

Die erste CVP-Politikerin an der Spitze des Ausserrhoder Kantonsparlaments hatte allen Grund zur Freude. Über 100 Leute versammelten sich ihr zu Ehren am Montagabend im Casino. Am Apéro im Foyer war die Dorfbevölkerung eingeladen. Später ging es im Saal im kleineren Kreis weiter. Es gab ein Abendprogramm mit musikalischen Darbietungen des Frauenchors Frohsinn und des Musikvereins Herisau sowie ein Dreigangmenu mit Salat, Rahmschnitzel und Fruchtsalat. Moderiert wurde die Feier von Claudia Eggenberger (TVO).

Zu den geladenen Gästen gehörte die gesamte Regierung mit Landammann Matthias Weishaupt, Rütsches Amtskollegen aus den Nachbarkantonen St. Gallen und Appenzell Innerrhoden, Markus Straub und Pius Federer (seine Wahl erfolgt nächste Woche), sowie zahlreiche andere Behördenvertreter. Anwesend war auch die Familie. Ihre drei Töchter Angelika Zambonin sowie Patricia und Raphaela Rütsche stellten ihre Mutter «von A bis Z» vor. Dabei war zu erfahren, dass die 62-Jährige sportbegeistert ist und der ersten Damenmannschaft des FC St. Gallen angehört hat, dass sie immer mehrfach kontrolliert, ob die Haustüre verschlossen ist, und dass sie einen engen Bezug zum Wallis hat. Sie war Skilehrerin in Saas-Fee und beherrscht den Dialekt offenbar noch immer. Eine Kostprobe gab sie freilich nicht ab.

«Klein, aber oho»

CVP-Präsident Max Nadig lobte in seiner Ansprache, dass Ursula Rütsche die Werte der Partei lebe. Sie sei sehr engagiert und pflichtbewusst. Vor allem aber strich er ihre Menschlichkeit hervor. Matthias Weishaupt erinnerte daran, dass Rütsche ein besonderes Jahr bevorstehe, weil der Staat weiterentwickelt und über die Rollen von Regierung und Kantonsrat diskutiert werde. Und Gemeindepräsident Renzo Andreani meinte, sie passe hervorragend zu Herisau. «Du bist klein, aber oho.» Als Geschenk der Gemeinde überreichte er ihr einen mit einem Bären verzierten Stein aus der Glatt.

Willi Eugster, Co-Präsident der FDP AR, im Gespräch mit den Neo-Kantonsräten Urs Alder, Daniel Bühler und Roland Fischer.

Willi Eugster, Co-Präsident der FDP AR, im Gespräch mit den Neo-Kantonsräten Urs Alder, Daniel Bühler und Roland Fischer.

Siegfried Dörig, Stein, und der baldige Grossratspräsident von Innerrhoden, Pius Federer.

Siegfried Dörig, Stein, und der baldige Grossratspräsident von Innerrhoden, Pius Federer.

Regierungsrat Alfred Stricker im Gespräch.

Regierungsrat Alfred Stricker im Gespräch.

Alt Kantonsratspräsident Max Frischknecht, Heiden.

Alt Kantonsratspräsident Max Frischknecht, Heiden.

Markus Straub, Präsident St. Galler Kantonsrat.

Markus Straub, Präsident St. Galler Kantonsrat.

Kantonsratspräsidentin Ursula Rütsche und Landammann Matthias Weishaupt. (Bild: Mario Wild)

Kantonsratspräsidentin Ursula Rütsche und Landammann Matthias Weishaupt. (Bild: Mario Wild)