Überraschung in Speicherschwendi: Betreiber führen das Gasthaus Bären nun doch weiter

Das Gasthaus in Speicherschwendi sollte abgebrochen werden. Nun machen die Betreiber trotzdem weiter.

Astrid Zysset
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Bettina und Peter Zöllig hatten dem «Bären» eigentlich schon den Rücken gekehrt. Doch nun feiern sie Wiedereröffnung.

Bettina und Peter Zöllig hatten dem «Bären» eigentlich schon den Rücken gekehrt. Doch nun feiern sie Wiedereröffnung.

Bild: Astrid Zysset

Überraschenderweise haben Bettina und Peter Zöllig, die Betreiber des Gasthauses Bären in Speicherschwendi, bekannt gegeben, dass sie wiedereröffnen wollen. Eine Meldung, mit welcher kaum jemand gerechnet hat. Noch vor ein paar Monaten hiess es, dass das um 1860 erbaute Restaurant geschlossen und abgebrochen werde. Eine Wohnüberbauung mit 16 Wohneinheiten hätte entstehen sollen. Die Generalunternehmung Zuhause AG aus Bronschhofen hatte das Gebäude hierfür von Zölligs erworben. Jene hätten gerne selbst eine der Wohnungen bezogen, um ihren Lebensabend in Speicherschwendi zu geniessen.

Doch gekommen ist alles anders: Vergangenen Februar erliess der Gemeinderat eine dreijährige Planungszone über das betroffene Gebiet, um die Zentrumsgestaltung aktiv anzugehen. Das Bauvorhaben der Zuhause AG ist seitdem sistiert. Das Unternehmen setzte sich zwar zur Wehr genauso wie zwei Nachbarn, und legte Einsprache ein. Doch wie es weitergeht, ist ungewiss. Der Entscheid liegt nun beim Kanton.

Bild: Astrid Zysset

Bettina und Peter Zöllig sind aus der Liegenschaft mittlerweile ausgezogen. Das Gasthaus haben sie jedoch gemietet. «Es ist eine Win-win-Situation. Der Besitzer erhält Mietzahlungen, und wir können noch etwas länger Gäste bewirten», so Peter Zöllig. Unabhängig davon, wie sich der Kanton entscheiden wird, respektive wie lange es dauert, bis klar ist, wie es mit dem «Bären» weitergeht, hat sich der Gastwirt eine Frist von drei Jahren gesetzt. «Solange werden wir maximal noch wirten. Danach bin ich 65 Jahre alt, und definitiv reif für die Pension.»

Nur noch Ende Woche geöffnet

Im «Bären» werden ab dem Zeitpunkt der Wiedereröffnung nächste Woche die Öffnungszeiten eingeschränkt. Gäste werden nur noch freitags bis sonntags empfangen. Zuzüglich findet alle zwei Wochen am Mittwochabend ein Stamm statt, um dem Bedürfnis der Vereine zum gemütlichen Beisammensein zu entsprechen. Auch die Speisekarte wird eingeschränkt. Zöllig:

«Spezialitäten wie unser Bären-Steak bleiben natürlich. Aber wir mussten die Auswahl etwas verkleinern.»

Im Glauben, dass im Sommer der Baustart für die Überbauung stattfinden würde, hatte das Gastwirtepaar den Koch und eine Servicefachkraft bereits entlassen. Peter Zöllig arbeitet fortan alleine in der Küche, seine Frau Bettina betreut die Gäste. Familienmitglieder, Aushilfskräfte und Lehrlinge unterstützen die Beiden. Auf Grund der Coronaschutzmassnahmen finden in den Räumlichkeiten deutlich weniger Personen Platz als zuvor. Bettina Zöllig legt darum den Gästen eine Reservation nahe. Solche für Bankette und Gesellschaften werden überdies ebenfalls weiterhin gerne entgegengenommen. Ab 15 Personen öffnet der «Bären» auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten.

Vieles ist nun anders, als es sich Zölligs einst vorgestellt hatten. Aber sie haben sich mit der neuen Situation abgefunden. Mehr noch: «36 Jahre wirten wir jetzt schon im Bären», so Peter Zöllig. Abschied nehmen zu müssen, wäre darum nicht leicht gefallen.

«Jetzt haben wir noch etwas länger Zeit, um uns an den Gedanken zu gewöhnen.»

Er und seine Frau Bettina freuen sich auf die Wiedereröffnung. Auch wenn es noch einiges zu tun gibt. «Der ‹Bären› lebt von der Liebe zum Detail. Das schätzen unsere Gäste sehr», so Bettina Zöllig. Und da ihr die Stammkundschaft ans Herz gewachsen ist, möchte sie in den kommenden Tagen noch am Feinschliff arbeiten. «Wenn die Gäste zufrieden von dannen ziehen, ist das der schönste Lohn, den man bekommen kann.»