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Überraschung in Ausserrhoden: Daniela Merz zieht Kandidatur für den Nationalrat zurück – SP überlegt sich eigene Kandidatur

Daniela Merz muss ihre Kandidatur für den Nationalrat aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen. Die Sozialdemokraten werden nun möglicherweise doch selber aktiv.
Alessia Pagani / Jesko Calderara
Daniela Merz wird nicht neue Ausserrhoder Nationalrätin. (Bild: PD)

Daniela Merz wird nicht neue Ausserrhoder Nationalrätin. (Bild: PD)

Die Kantonalpartei hat gebangt und gehofft bis zum Schluss, doch es kam alles anders: Die FDP Appenzell Ausserrhoden muss im Hinblick auf die Nationalratswahlen auf Daniela Merz-Sturzenegger verzichten. Die Geschäftsleiterin der St. Galler Dock-Gruppe und ehemalige Herisauer Gemeinderätin wäre grundsätzlich bereit gewesen, im Herbst gegen David Zuberbühler (SVP) anzutreten. Nun muss sie sich aus gesundheitlichen Gründen aber zurückziehen. «Wir bedauern dies sehr», sagt FDP-Parteipräsidentin Monika Bodenmann-Odermatt in einer ersten Stellungnahme.

Die Absage kommt unerwartet: Daniela Merz-Sturzenegger musste sich im Juni einer Operation an der Halswirbelsäule unterziehen lassen. Die Anzeichen und Aussagen der Ärzte liessen darauf schliessen, dass sie für die Wahlen wieder fit sein würde. Dem ist nicht so: Beim Eingriff wurden Merz’ Stimmbänder in Mitleidenschaft gezogen. Eine weitere Operation im Juli zeigte nicht die erhoffte Wirkung. Das Sprechen fällt Daniela Merz seither schwer. «Einen Wahlkampf zu führen wäre für mich zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich», so Merz. Die 47-Jährige bedauert, dass sie nun nicht ins Rennen steigen kann, akzeptiert aber die Situation: «Ich war vorbereitet und parat. Das zeigt aber, dass es Momente im Leben gibt, die man nicht beeinflussen kann.»

«Es wäre ein guter Moment gewesen»

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren der Name Daniel Merz genannt, wenn es darum ging, Ämter in Ausserrhoden zu besetzen. «Der Zeitpunkt hat nie gepasst. Nun wäre es ein guter Moment gewesen», so Bodenmann. Die Enttäuschung ist der Parteipräsidentin anzuhören, trotzdem sagt sie: «In erster Linie ist nun wichtig, dass Daniela Merz wieder gesund wird.» Seit Ende Frühling stand für die FDP fest, dass sie mit der Betriebswirtschafterin ins Rennen gehen wird. Bodenmann:

«Die jetzige Situation kommt für uns zu einem sehr späten Zeitpunkt. Wir müssen uns nun aufrappeln und neu aufstellen.»

Die Parteileitung der FDP AR verzichtet darauf, eine Ersatz-Kandidatur vorzuschlagen, bindet erneut die Ortsparteien ein. «Für uns ist es nicht mehr möglich, bis zur Nominationsversammlung am 16. August noch einen neuen Vorschlag zu machen», so Bodenmann. Auf die Frage, welche Chance bestünden, dass die FDP doch noch eine Kandidatur präsentiert, sagt Bodenmann: «Ich will nicht von Chancen sprechen, sondern vielmehr von Hoffnungen.» Bodenmann verweist darauf, dass die FDP dem Volk das Versprechen einer Auswahl gegeben hatte und dieses gerne einlösen würde. Die Delegierten werden am 16. August 2019 in Gais entscheiden.

Für Nationalrat David Zuberbühler ändert der Verzicht von Daniela Merz nichts an der Ausgangslage: «Aufgrund der Ankündigung einer Zusammenarbeit zwischen FDP und SP habe ich mich auf einen harten Wahlkampf eingestellt. Ich werde meinen Wahlkampf wie geplant durchziehen.» Zumal noch nicht nicht klar sei, ob nicht doch noch eine Gegenkandidatur hinzukommt, so Zuberbühler. Daniela Merz wünscht er gute Genesung. «Ich schätze sie als Person und Unternehmerin sehr.»

Nicht nur, dass die FDP immer wieder von Auswahl für die Bevölkerung gesprochen hat - welche nun allem Anschein nach nicht zustande kommt-, auch ist die Partei im Hinblick auf die SP in Erklärungsnot. Diese hatte zugunsten einer starken FDP-Kandidatur auf eine eigene Kandidatur verzichtet. Parteipräsident Jens Weber zeigt sich ob der neusten Entwicklung überrascht:

«Daniela Merz wäre eine fähige und erfolgsversprechende Kandidatin gewesen. Die FDP steht aber in der Pflicht zu nominieren.»

Sich auf diesem Versprechen ausruhen, steht für sie SP allerdings nicht zur Debatte. Weber:

«Wir haben unseren Plan B reaktiviert und bauen, wenn die FDP keine Gegenkandidatur präsentiert, selber eine auf. Eine liberale Einerkandidatur hat aber immer noch erste Priorität.»

FDP nominiert Caroni erneut für den Ständerat

Besser sieht es für die FDP beim Ständerat aus. Der 39-jährige Herisauer Anwalt Andrea Caroni vertritt Appenzell Ausserrhoden seit vier Jahren in der kleinen Kammer. Nun stellt er sich für eine zweite Amtsperiode als Ständerat zur Verfügung stellt.

Andrea Caroni ist aktuell unter anderem Mitglied der Staatspolitischen Kommission, der Rechtskommission, der Geschäftsprüfungskommission sowie ständiges Ersatzmitglied in der Wirtschaftskommission und Präsident der Delegation der Inter-Parlamentarischen Union. Er ist erster Vizepräsident der FDP Schweiz und Mitglied der Parteileitung der FDP AR. Beruflich ist er Partner einer Anwaltskanzlei in Herisau sowie Lehrbeauftragter und Vorstandsmitglied eines Instituts an der Universität St. Gallen (HSG). Die Parteileitung schlägt gemäss einer Mitteilung den amtierenden Ständerat Andrea Caroni einstimmig und mit grosser Überzeugung zur Nomination für eine zweite Amtszeit vor.

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