Überraschung im Ausserrhoder Ständeratswahlkampf: Herisauer SVP-Lokalpolitiker fordert gegen den Willen seiner Partei Andrea Caroni heraus

Der Herisauer SVP-Einwohnerrat Reto Sonderegger wird als wilder Kandidat gegen FDP-Ständerat Andrea Caroni im Herbst antreten.  

David Scarano
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Reto Sonderegger

Reto Sonderegger

Damit hat niemand gerechnet, auch die eigene Partei nicht. Die SVP gab am Mittwochabend überraschend bekannt, dass die Parteileitung vom Herisauer Reto Sonderegger in Kenntnis gesetzt wurde, er werde sich als Ständeratskandidat zur Verfügung stellen. 

Pikant dabei: Erst am 20. August hatten sich die Delegierten der Ausserrhoder SVP für den FDP-Politiker Andrea Caroni ausgesprochen - mit grosser Mehrheit. Wie die Partei bekannt gab, bleibt sie bei diesem Entscheid. «Die Partei wird Reto Sonderegger in keiner Art und Weise, auch nicht finanziell, unterstützen», heisst es in der Mitteilung. 

Man stehe weiterhin zu dieser bürgerlichen Vielfalt in Bern. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass diese überraschende Kandidatur von einem SVP-Mitglied komme.

Kandidat darf nicht mit Logo werben

Die Partei hat nach Angaben von Kantonalpräsident Anick Volger versucht, Sonderegger die Kandidatur auszureden, aber ohne Erfolg. «Wir können keine Mitglieder zwingen», sagte Volger am Mittwochabend. Es sei seine freie Entscheidung, solange er nicht mit der SVP AR werbe.

Reto Sonderegger ist nicht nur seit 2015 Einwohnerrat, sondern aktuell auch Vizepräsident der SVP Herisau. 


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