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Überraschender Rücktritt von Ammann: Der Druck anderer Parteien hat zugenommen

Regula Ammann tritt bei den Gesamterneuerungswahlen nicht mehr als Gemeinderätin an. Das Forum Herisau, dem sie angehört, hat keine Lust mehr auf Politik und löst sich auf. Ammann begründet ihren Schritt.
Roger Fuchs
Beim Forum Herisau ist man zum Schluss gekommen, den Sitz von Regula Ammann nicht retten zu können. Bild: Roger Fuchs

Beim Forum Herisau ist man zum Schluss gekommen, den Sitz von Regula Ammann nicht retten zu können. Bild: Roger Fuchs

Diese Meldung überrascht: Regula Ammann macht Platz für eine neue Person im Herisauer Gemeinderat. Damit sind am 17. März zwei neue Mitglieder für die Exekutive zu wählen. Nebst Ammann braucht es auch einen Ersatz für die zurücktretende Annette Joos Baumberger (FDP). Drei Kandidierende haben bislang ihre offizielle Kandidatur für den Gemeinderat bekannt gegeben: Roger Mantel und Marlise Nef, beide FDP, sowie die parteilose und vom Gewerbe unterstütze Irene Hagmann.

Regula Ammann gehört seit jeher dem Forum Herisau an. Hierbei handelt es sich um keine Partei, sondern um eine Gruppierung von Menschen mit gleicher politischer Gesinnung. Konkret: links-grün. Vier bis fünf Leute haben dieses Forum in jüngerer Zeit noch geprägt. Schon bei den Gesamterneuerungswahlen 2015 wurde demnach die politische Legitimation von Regula Ammann hinterfragt. In diesem Jahr nun scheint der Druck noch einmal zugenommen zu haben. FDP und SVP haben den Zusammenschluss mit dem Gewerbeverein gesucht und zwischenzeitlich die einleitend genannten Personen aufgestellt.

Forum kann den Sitz nicht retten

Durchaus wäre Regula Ammann nach eigenen Ausführungen bereit gewesen, sich auf einen Wahlkampf einzulassen. Doch solches kostet. Dem Forum Herisau fehlt für einen Wahlkampf schlichtweg das Geld, wie auch der begleitenden Medienmitteilung entnommen werden kann. Regula Ammann legt gleichzeitig Wert auf die Feststellung, dass der eigentliche Ausschlag für ihren Rücktritt jedoch die Tatsache sei, dass sie das Amt wohl nur noch zwei bis drei Jahre ausgeübt hätte. Alles in allem ist man beim Forum letztlich zum Schluss gekommen, dass man den links-grünen Sitz nicht retten kann. Die Zurücktretende hofft nun, dass wenigstens die Zahl der Frauen im Gremium nicht weniger wird. Das Forum wird sich auflösen.

15 Jahre lang hat sich Regula Ammann für die Gemeinde Herisau eingesetzt. Wörtlich hält sie fest:

"Ich habe das Amt immer mit Freude ausgeführt."

Zuvor amtete sie während vielen Jahren als Einwohner- und Kantonsrätin. Zu den Höhepunkten ihrer Zeit als Ressortchefin Tiefbau zählt sie den Ausbau der ARA mit einer Pulver-Aktivkohle-Stufe, einem schweizweit bekannten Pionierprojekt. Mit der Erschliessung des Gewerbegebietes Hölzli konnte sie dazu beigetragen, dass die Arbeitsplätze der Metrohm auch heute noch in Herisau sind. Auch der Solarpark Ebnet ist gemäss Forum Herisau ihrem Engagement zu verdanken. Eine Niederlage, die ihr bis heute schmerzt, ist der nicht gesprochene Projektierungskredit für den Langsamverkehrssteg entlang dem Glatttal-Viadukt. Dies hätte den Westen von Herisau näher ans Dorf gerückt, ist Regula Ammann nach wie vor überzeugt.

Eins ist klar: «Auch nach meinem Rücktritt werde ich ein politisch denkender Mensch bleiben», sagt Regula Ammann.

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