Über «heisse Eisen» abstimmen

AUSSERRHODEN. Die umstrittenste Abstimmung in Appenzell Ausserrhoden steht diesen Sonntag mit der Sportsclinic in Rehetobel an. In Herisau geht es um die Zukunft der Migros im Zentrum. 14 Gemeinden stimmen einzig über den Voranschlag 2016 ab.

Roger Fuchs
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Auf diesem Grundstück soll ein Therapiecenter entstehen. (Bild: apz)

Auf diesem Grundstück soll ein Therapiecenter entstehen. (Bild: apz)

Sowohl in Rehetobel als auch in Herisau kann der kommende Sonntag Auswirkungen auf künftige Kundschaft im Dorf haben – in Herisau auf Einkaufskundschaft, in Rehetobel auf Patientenkundschaft.

Konkret geht es in Rehetobel um die Abgabe des ehemaligen Gemeindealtersheims «Haus ob dem Holz» inklusive Remise im Baurecht. Das Baurecht würde vorerst für 50 Jahre vereinbart und könnte unter Einhaltung bereits definierter Bedingungen zweimal um je 25 Jahre verlängert werden. Hinter dem Projekt steckt die Sportsmedicine Excellence Gruppe, die an besagtem Ort ein Therapie- und Regenerationszentrum erstellen will. Diese Gruppe, wie auch deren Schwestergesellschaft, die AF Immo AG, mit welcher der Baurechtsvertrag abgeschlossen würde, gehören den in Rehetobel lebenden Andreas Bänziger und Florian Kamelger. Das Projekt stösst nicht nur auf Gegenliebe. Gestern warben Gegner mittels Inserat für ein Nein. Kritisiert wird unter anderem, dass etliche Rahmenbedingungen nicht bekannt seien. Auch dass bei fehlender Baubewilligung mit Einwilligung des Gemeinderates die Nutzung geändert werden könne, wird bemängelt. Gemeindepräsident Ueli Graf hat ebenfalls in der gestrigen Zeitung Stellung bezogen.

Entscheid über Migros

In Herisau soll die Basis für einen Migros-Neubau gelegt werden. Das Volk hat demnach über eine Änderung des Zonenplans Nutzung im Bereich Arthur-Schiess-Strasse/Gartenstrasse und über eine Änderung des Zonenplans Schutz abzustimmen. Sämtliche Parteien stellen sich hinter das Vorhaben. Öffentliche Opposition gab es in den letzten Wochen primär vom Ausserrhoder Heimatschutz. Dieser wehrt sich gegen die Schutzentlassung des Brühlhofs und des Mammutbaums. Mehrfach betonte Heimatschutzpräsidentin Eva Louis, dass ein Miteinander von Brühlhof und Migros möglich sei. Seitens der Migros wurde dies aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen klar verneint. Die Migros im Zentrum wird nächstes Jahr definitiv geschlossen, es gibt keinen Plan B. Oder wie es Peter Diethelm, Geschäftsleiter der Migros Ostschweiz, kürzlich in dieser Zeitung formulierte: «Bei einer Ablehnung an der Urne macht es wenig Sinn zum jetzigen Zeitpunkt, mit den jetzigen Vorgaben und dem jetzigen Wissen etwas weiterzubearbeiten.»

Eine über die Gemeindegrenzen hinaus weniger wahrgenommene, aber ebenfalls umstrittene Abstimmung steht auch in Heiden an. Dabei geht es um einen Ersatzneubau der Sporthalle Gerbe. Die Abstimmung betrifft den Projektierungskredit von 1,08 Millionen Franken für den Ersatz der Turnhalle Gerbe durch eine Dreifachsporthalle. Über den definitiven Baukredit wird zu einem späteren Zeitpunkt eine zweie Abstimmung durchgeführt.

In Walzenhausen kommt es bei der Ergänzungswahl in den Gemeinderat zu einer Kampfwahl. Markus Pfister und Jürg Frei stellen sich dem ersten Wahlgang. Das relative Mehr ist ausschlaggebend.

Fast überall das Budget 2016

Ausser in Herisau kommt in den drei zuvor erwähnten Gemeinden Rehetobel, Heiden und Walzenhausen auch das Budget 2016 zur Abstimmung. In Herisau wird dieses vom Einwohnerrat am 2. Dezember beraten und verabschiedet. Nur über das Budget befunden wird in Waldstatt, Stein, Hundwil, Schönengrund, Teufen, Speicher, Gais, Bühler, Trogen, Reute, Wald, Grub, Wolfhalden und Lutzenberg.

In Schwellbrunn wurde der Voranschlag Ende letzter Woche an einer öffentlichen Versammlung einstimmig angenommen. In Urnäsch wird an der ÖV vom 8. Dezember, 20 Uhr, in der Mehrzweckanlage Au darüber befunden.

Die Herisauer Migros soll durch eine neue, grössere Migros ersetzt werden. (Bild: rf)

Die Herisauer Migros soll durch eine neue, grössere Migros ersetzt werden. (Bild: rf)