Über Brandschutz nachgedacht?

Im europäischen Vergleich steht die Schweiz in Sachen Brandschutz gut da. Sie hat auch die tiefsten Zahlen an Brandtoten. Dennoch schadet es nichts, sich über den Brandfall Gedanken zu machen, damit man im schlimmsten Fall frühzeitig und richtig reagieren kann.

Matthias Giger
Merken
Drucken
Teilen

Toggenburg. Es ist erst wenige Wochen her, dass im St. Galler Tagblatt über einen Gasgrill-Brand in Herisau zu lesen war, den der Hausbewohner mit einem Feuerlöscher ersticken konnte. Niemand wurde verletzt. Nicht immer geht es so glimpflich aus. Und in manchen Wohnhäusern fehlt er gänzlich: Der Handfeuerlöscher. Im europäischen Vergleich steht die Schweiz in Sachen Brandschutz aber gut da. «Mit 20 bis 35 Brandtoten pro Jahr hat die Schweiz auch die tiefsten Zahlen der westlichen Industrienationen, wobei natürlich jeder Brandtote einer zu viel ist», sagt Dieter Ebneter, Leiter Prävention vom Amt für Feuerschutz des Kantons St. Gallen. Die meisten Brandtoten gibt es bei Bränden, die während der Nacht (Schlafphase) ausbrechen. Die Todesursache ist dabei in der Regel eine Rauchgasvergiftung. «Man darf den Einsatz von Löschmitteln für den Personenschutz nicht überbewerten», betont Dieter Ebneter. Denn, wenn ein Feuer ausbricht, gelte es zuerst, sich selbst und andere Personen in Sicherheit zu bringen, bevor man ans Löschen denken sollte. Deshalb sei die Gleichung mehr Handfeuerlöscher gleich weniger Brandtote falsch. Wichtig sei eine breitere Aufklärung darüber, wie man im Brandfall reagieren sollte. Es gilt die Regel: 1. Alarmieren (Feuerwehr und gefährdete Personen), 2. Retten, und 3. Löschen.

Leichter zu bedienen

Dennoch, es gibt Situationen, in denen man froh um einen Handfeuerlöscher ist. Gemäss Ludi Camenzind, der in Schönengrund Handfeuerlöscher und Rauchmelder vertreibt sowie Kurse zum Thema Brandschutz anbietet, sind die Kosten heute kein Grund mehr, auf einen Handfeuerlöscher zu verzichten. «Die alten Feuerlöscher waren deutlich teurer in der Anschaffung und im Unterhalt», sagt er. Handfeuerlöscher müssen regelmässig überprüft und allenfalls gewartet werden. Die neuen Geräte seien auch leichter zu handhaben, meint Ludi Camenzind. «Sie sind leichter als die alten Modelle bei derselben oder sogar höherer Löschwirkung. Zudem braucht man nicht mehr wie bei den alten erst einige Sekunden zu warten, damit der Feuerlöscher den vollen Druck aufbaut», ergänzt er. Doch auch bei den modernen Handfeuerlöschern gelte es einige Dinge zu beachten. «Nicht jeder Brandherd lässt sich mit jedem Feuerlöscher bekämpfen», sagt er. Auf den Geräten seien aber immer die Brandklassen aufgedruckt (siehe Stichwort).

Lebensretter Rauchmelder

Auch Ludi Camenzind kennt die Gefahr, wenn man während der Nacht nichts von einem Feuer mitbekommt – oder erst, wenn es schon zu spät ist, weil man im Schlaf nichts riecht. Für ihn gehören nebst den Handfeuerlöschern auch Rauchmelder zum Brandschutz. Eine der häufigsten Brandursachen seien Mängel an elektrischen Installationen. Dies sei problematisch, da die elektrischen Geräte oft viele Plastikteile enthalten, die beim Verbrennen giftigen Rauch verursachen. «Wenn man dreimal so eine Rauchschwade einatmet, ist man schon bewusstlos», sagt Camenzind. Wenige Sekunden, die man dank eines Rauchmelders gewinne, können also über Leben und Tod entscheiden.