Über 300 Sanierungsfälle: Appenzeller Bahnen unter Zeitdruck

HERISAU. Bis Ende 2014 müssen die Appenzeller Bahnen gemäss den Vorgaben des Bundes über 300 Bahnübergänge sanieren. Weil die Zeit drängt, setzt das Unternehmen nun eine Task Force ein.

Sarah Gerteis
Drucken
Teilen
Bereits saniert: Der Bahnübergang Eichenweg in Speicher hat eine Blinklichtanlage erhalten. (Bild: Urs Bucher/Archiv)

Bereits saniert: Der Bahnübergang Eichenweg in Speicher hat eine Blinklichtanlage erhalten. (Bild: Urs Bucher/Archiv)

«Wir sind unter einem hohen Druck», sagt Alexander Liniger, Mediensprecher der Appenzeller Bahnen AG. Bis Ende 2014 sollen sämtliche Bahnübergänge auf dem gesamten Streckennetz der Appenzeller Bahnen den Sicherheitsvorgaben des Bundes entsprechen. Deshalb müssen in den nächsten dreieinhalb Jahren über 300 Übergänge saniert werden, wie das Bahnunternehmen in einer Medienmitteilung schreibt.

Beschleunigen und verschlanken
Um die Mammutaufgabe zu bewältigen, haben die Appenzeller Bahnen eine «Task Force Bahnübergänge» eingesetzt. Geleitet wird sie von Bernhard Meier, dem ehemaligen Ausserrhoder Kantonsingenieur. Die Task Force setzt sich gemäss Mitteilung aus Vertretern der Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und St.Gallen sowie der Appenzeller Bahnen zusammen. Zudem hat das Bahnunternehmen das Personal aufgestockt. «Mit dieser neuen Organisationsform wollen wir schlagkräftiger werden», erklärt Liniger. Die Verfahren sollen beschleunigt, Prozesse «verschlankt» werden.

Verzögerungen wegen Einsprachen
Doch auch mit der Task Force werde die Sanierung ein «schwieriges Unterfangen», sagt Liniger. Zwar haben die Appenzeller Bahnen seit Bekanntwerden der Sanierungsvorgaben im Jahr 2002 schon mehrere der insgesamt über 530 Übergänge aufgerüstet und die gefährlichsten Stellen entschärft. Alleine im letzten Jahr sind laut Liniger 24 Bahnübergänge aufgehoben oder saniert worden. Doch für die übrigen 300 Bahnübergänge wird die Zeit langsam knapp. Erschwerend kommt hinzu, dass jedes Sanierungsprojekt aufgelegt werden muss und Einsprachen eine rasche Umsetzung verzögern.

Schliessen oder aufrüsten
Rund die Hälfte der sanierungsbedürftigen Bahnübergänge wollen die Appenzeller Bahnen nach Möglichkeit schliessen. Voraussetzung für eine Schliessung ist etwa, dass die Zufahrt zu Grundstücken entlang den Bahnstrecken anderweitig gewährleistet ist. Die anderen 150 Übergänge sollen mit Blinklicht- oder Schrankenanlagen technisch aufgerüstet werden. Die Sanierung kostet gemäss Alexander Liniger «20 bis 30 Millionen Franken».