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Reaktionen zum Bischofberger Rücktritt: Über Parteigrenzen hinaus beliebt

Der Verzicht von Ständerat Ivo Bischofberger auf eine Wiederwahl bedauern im Kanton auch jene, die in Sachfragen das Heu nicht auf der gleichen Bühne hatten. Die Innerrhoder CVP will den Sitz verteidigen.
Roger Fuchs
Ivo Bischofberger ist 2007 in die Kleine Kammer gewählt worden. (Bild: Anthony Anex/Keystone)

Ivo Bischofberger ist 2007 in die Kleine Kammer gewählt worden. (Bild: Anthony Anex/Keystone)

Mit der Demission von Ivo Bischofberger aus dem Ständerat verändert sich die Ausgangslage auf die kommende Landsgemeinde hin komplett. Bekanntlich hat auch Nationalrat Daniel Fässler seine Demission als Landammann bekanntgegeben.

Die jüngste Rücktrittsankündigung kommt für die meisten überraschend. Gleichzeitig wird Verständnis geäussert, dass sich der 61-Jährige nach über dreissig Jahren aktiver Polittätigkeit auf verschiedenen Ebenen nun zurückziehen will. Seitens der CVP, zu der Bischofberger gehörte, hält Präsident Stefan Ledergerber fest, dass sie klar das Ziel verfolgen würden, den Sitz in Parteihänden zu halten. Ledergerber kennt den Abtretenden seit der Gymnasialzeit, wo er ihn noch als Rektor erlebt hatte. «Ich habe immer gerne mit ihm kooperiert.» Auch wenn Ivo Bischofberger medial nicht gross aufgefallen sei, habe er viel geleistet und sich über die Parteigrenzen hinaus Respekt verschafft. Stefan Ledergerber erinnert an die von Bischofberger in seiner Ständeratszeit eingereichten 17 Vorstösse, die allesamt durchkamen. Der jüngste Vorstoss für mehr Mitsprache der Kantone bei den Agglomerationsprogrammen soll ebenfalls gute Chancen haben. Bereits am Samstag will die Innerrhoder CVP die neue Ausgangslage analysieren und besprechen, auf wen sie zugehen wollen. «Wir haben einige qualifizierte Leute in der Partei», so der Innerrhoder Präsident.

Würdigung und Kritik der politischen Gegner

In sachpolitischen Fragen häufig uneins war sich der CVP-Politiker mit der SP und der SVP. Dennoch: Beide Parteipräsidenten zeigen sich überrascht ob des jetzigen Rücktritts. Martin Pfister (SP) würdigt insbesondere die offene Art von Ivo Bischofberger gegenüber anderen Parteien und Ansichten. Selbst bei der SP-Gründung im 2012 sei er präsent gewesen. Bei aktuellen Diskussionen wie der Windkraft oder der Zersiedelungsinitiative ist man sich zwar uneins, dennoch bilanziert Pfister:

«Ivo Bischofberger ist eine offene Person mit dem Herzen am rechten Fleck.»

Bei der SVP hat man beim Blick in die jüngere Vergangenheit stets noch damit zu kämpfen, dass sich die Meinung des Ständerats nicht mit der eigenen deckte bei der von der Partei eingereichten Selbstbestimmungsinitiative. Ende letzten Jahres wurde diese vom Schweizer Stimmvolk wuchtig abgelehnt. «Aus politischer Sicht bin ich nicht unglücklich über den Rücktritt, persönlich mag ich Ivo Bischofberger gut», so der Innerrhoder SVP-Präsident Martin Ebneter.

Das grosse Ganze im Auge behalten

Respekt verschafft hat sich Ivo Bischofberger beim Präsidenten der vor eineinhalb Jahren gegründeten FDP, Gido Karges. «Dieser Verzicht auf eine Wiederwahl ist sehr bedauerlich», bringt er es auf den Punkt und würdigt Bischofberger als integrativ und weitsichtig. Er habe sich für Land und Leute verdient gemacht, weil er nebst den kantonalen Besonderheiten stets das grosse Ganze im Auge behalten habe. Im Verlauf der Karriere habe er sich auch mit neuen Themen etabliert. So sei Ivo Bischofberger ursprünglich ganz klar ein Bildungspolitiker gewesen, doch habe er überdies erkannt, wie wichtig Arbeitsplätze für die ganze Schweiz seien. Mit dieser Thematik und Haltung hat er den Nerv der Wirtschaft getroffen. Bekanntlich hat ihn der Schweizerische Gewerbeverband zwischenzeitlich auch in den Vorstand geholt. In Innerrhoden muss Bischofberger nun ersetzt werden.

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