TVA muss in die Abstiegsrunde

Der TV Appenzell verliert zu Hause das letzte Meisterschaftsspiel gegen den Grasshopper Club Amicitia Zürich mit 27:38 (12:18). Nun warten auf die Innerrhoder fünf Barrage-Spiele, in denen es um den Ligaerhalt geht.

Thomas Hutter
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TVA-Spieler Fabian Geiger zieht an GC-Spieler Fabian Posposil vorbei und setzt zum Torschuss an. (Bild: th)

TVA-Spieler Fabian Geiger zieht an GC-Spieler Fabian Posposil vorbei und setzt zum Torschuss an. (Bild: th)

HANDBALL. Es war für die Erstliga-Handballer des TV Appenzell das letzte reguläre Spiel einer nicht optimal verlaufenen Saison. Diverse Mängel zeigten sich im Abschlussspiel gegen das siebtplazierte GC Amicitia Zürich nochmals deutlich. Die TVA-Handballer mussten sich vom jungen Zürcher Team um Trainer Daniel Hauser phasenweise regelrecht vorführen lassen. Gegen das rasante Angriffsspiel der Zürcher konnten die Appenzeller mit ihrer statischen 6:0-Verteidigung wenig ausrichten. Gekonnt umschifften die Gäste die wie auf einer Schnur aufgezogene Innerrhoder Abwehrmauer und spielten den Ball vor allem auf ihre beiden Flügelspieler. Die Gäste setzten ihrerseits auf eine effektive Mann-Deckung, so dass sich die Innerrhoder immer wieder mit zeitraubendem Balldribbling und schwierigen Pässen aus der Umklammerung lösen mussten. Zwar versuchten die Appenzeller, mit viel Laufarbeit und schnellem Passspiel Löcher in die gegnerische Abwehr zu reissen, was aber kaum gelang. Entsprechend einförmig blieb ihr Angriffsspiel, welches mehrheitlich aus wenig gefährlichen Distanzschüssen aus dem Rückraum bestand.

Selbstbewusste Gäste

Die Strafe folgte jeweils auf dem Fusse: Das Publikum musste ungläubig mit ansehen, wie die Zürcher jeweils mit einem weiten präzisen Pass den abgesetzten Mann anspielten, der alleine aufs Innerrhoder Tor zulaufen konnte. Gegen solche schnellen Gegenstoss-Aktionen war selbst Raffi Graf im Innerrhoder Tor chancenlos. Trainer Markus Klemencic sah sich beim Spielstand von 10:4 (12. Minute) genötigt, ein frühes Time-out zu nehmen. Der TVA fand aber weiterhin kein Rezept, um dem Torreigen der Gäste Einhalt zu gebieten. In einer kurzen Phase vor der Pause zeigte das Heimteam mit einer dynamischen Verteidigung und deutlich mehr Geduld im Spielaufbau, dass sie dem Gegner durchaus Paroli bieten könnten. Der eingewechselte Sven Sutter stellte am Kreis sein Durchsetzungsvermögen und Thomas Loser seine Schnelligkeit unter Beweis (10:15/25. Minute). Die Gäste liessen das Heimteam jedoch nur kurz gewähren und gingen bald darauf mit einem komfortablen 18:12- Vorsprung in die Halbzeitpause. Trainer Klemencic schien keinen Plan B in der Hinterhand zu haben. Die Grasshoppers spielten weiterhin ihr temporeiches Angriffsspiel und zogen innerhalb weiterer fünf Spielminuten mit 23:14 davon. Obschon die Partie bald einmal an Tempo und damit auch an Attraktivität verlor, blieben die Gäste konstant torgefährlich, während die Innerrhoder im Angriff weiterhin blass wirkten.

Es war Flügelspieler Lukas Manser, der sein Team wieder aus der Lethargie weckte und ein schnelles Angriffsspiel forcierte. Sofern Sven Sutter am Kreis an den Ball kam, war er mit seiner schnellen Körperdrehung nicht zu stoppen. Graf zeigte im Tor nochmals seine oft bewiesenen Qualitäten und reihte Parade an Parade. Es gelang, den Abstand dadurch auf sieben Zähler zu verringern. Doch zu kurz blieben die Phasen, in denen die Zahnräder im Spiel der Appenzeller ineinander griffen. Einige Sandkörner reichten aus, um das Getriebe wieder aus dem Rhythmus zu bringen. So gelang es den Zürchern nach einem taktischen Time-out, den Spielfluss zu stoppen und mit vier Treffern in Folge das Spiel mit 38:27 klar für sich zu entscheiden.

Frick und Visp als Gegner

Nach dieser Niederlage hat sich die Ausgangslage der Appenzeller für die kommenden Barrage-Spiele verschlechtert. Sie müssen nun mit zwei Heimspielen und drei Auswärtsspielen vorliebnehmen. Zu den Gegnern gehören Abstiegskandidaten aus der ersten Liga der anderen Regionalverbände wie Frick, Muri, Herzogenbuchsee, Wetzikon und Visp. Die genauen Spieldaten werden diese Woche bekanntgegeben.

Kader: Raffael Graf/Andreas Ziswiler (Tor), Stefan Bischofberger, Fabian Geiger (3), Yannick Inauen (1), Roman Künzler (4), Thomas Loser (4), Lukas Manser (3), Silvan Neff, Sven Sutter (6), Tobias Sutter (2), Elias Valaulta (3), Dano Waldburger (1), Michael Goldener

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