TVA landet Überraschungscoup

Den 1.-Liga-Handballern des TV Appenzell gelingt nach einer sensationellen Aufholjagd ein Sieg in letzter Sekunde gegen den Tabellenleader HSC Kreuzlingen. Für Andreas Inauen, Florian Langenauer, Roman Künzler und Rolf Erdin war es das letzte Heimspiel für den TVA.

Thomas Hutter
Drucken
Teilen
Christian Hamm steuerte fünf Treffer zum Heimsieg gegen den Tabellenleader HSC Kreuzlingen bei. (Bild: Thomas Hutter)

Christian Hamm steuerte fünf Treffer zum Heimsieg gegen den Tabellenleader HSC Kreuzlingen bei. (Bild: Thomas Hutter)

HANDBALL. Der TV Appenzell empfing am Wochenende in der heimischen Wührehalle den HSC Kreuzlingen. Beide Teams konnten völlig unbelastet aufspielen. Die Mannschaft von Spielertrainer Rolf Erdin hatte sich dank eines Heimerfolgs über Romanshorn den Ligaerhalt gesichert. Kreuzlingen war bereits für die Aufstiegsspiele qualifiziert und gegen den sechstplazierten TV Appenzell in der klaren Favoritenrolle.

Zaghafter Start

Ein fertiges Rezept, um gegen den Tabellenleader aus dem Thurgau zu bestehen, konnte Coach Richard Metzler vor dem Spiel nicht aus der Tasche ziehen. Seine ersatzgeschwächte Mannschaft wollte er in diesem letzten Heimspiel auf keinen Fall zum Freiwild werden lassen. Eine Befürchtung, die sich zumindest in der ersten Spielphase zu bewahrheiten schien. Die Innerrhoder starteten zu zaghaft in die Partie. Der Respekt vor dem Aufstiegskandidaten war gross und die mentalen Barrieren waren es ebenso. Pässe verfehlten ihr Ziel, Missverständnisse führten zu Fehlern, und der TVA liess auch den nötigen Druck aufs gegnerische Tor vermissen. Die Thurgauer hingegen zeigten sich von Beginn weg routiniert. Jede noch so kleine Unachtsamkeit der Heimmannschaft wurde innert Sekunden in einen Torerfolg umgemünzt. Die Gäste verstanden es, den Ball mittels präziser Distanz-Pässe schnell nach vorne zu spielen und jeden Angriff innerhalb weniger Augenblicke erfolgreich abzuschliessen. Derart überrumpelt, blieb den Innerrhodern kaum Zeit, die eigene Abwehr zu organisieren. Der Gegner punktete nach Belieben. In den ersten drei Spielminuten gingen alle fünf Treffer aufs Konto der Gäste.

TVA findet Rhythmus

Geduldig versuchten die Innerrhoder, den eigenen Rhythmus zu finden. Trotz des hohen gegnerischen Tempos liessen sie sich kaum zu überhasteten Aktionen verleiten. Diese Kontinuität zahlte sich aus, und bald fielen die Tore auch auf Seiten des TVA. Mit der Einwechslung von Rolf Erdin (16.) wuchs das Selbstvertrauen, während der Angriff der Gäste zusehends ins Stocken geriet. Das Trio Sutter, Erdin, Maier entlastete mit solider Verteidigungsarbeit den bis anhin schwer geprüften Torwart Christian Geisser. In der Folge sahen sich die Thurgauer gezwungen, vermehrt aus dem Rückraum heraus zu agieren. Langsam rollte auch die Angriffswelle mit erfolgreichen Abschlüssen von Moreno Maier und Roman Künzler an. Als Lloyd Leslie nach zwei herrlich herausgespielten Angriffen frei zum Schuss kam und der TVA damit zum 14:17-Halbzeitstand aufholen konnte, witterten Heimteam und Publikum wieder Morgenluft.

Geduld zahlt sich aus

Es waren die Thurgauer, die nach der Pause besser ins Spiel fanden und so ihren Vorsprung bis zur 36. Minute weiter ausbauen konnten (21:15). Nach einem unglücklichen Siebenmeter, welcher Kreuzlingens Torhüter Laszlo Lesko am Kopf traf, sah Leslie die rote Karte. Trotzdem blieben die Innerrhoder geduldig und arbeiteten sich wieder an den Gegner heran. Sutter, Langenauer und Inauen reihten sich nacheinander in die Torschützenliste ein, und nach einem erfolgreichen Siebenmeter von Künzler war der Vorsprung der Gäste fünf Minuten vor Schluss bis auf einen Zähler dahingeschmolzen (24:23). Dank eines weiteren erfolgreichen Siebenmeters durch Künzler erfolgte kurz darauf gar der Ausgleich. Kreuzlingens Spielertrainer Alexander Mierzwa erzielte zwar noch zweimal einen Führungstreffer, die beiden letzten entscheidenden Tore verbuchten allerdings die Innerrhoder. Nach einem herrlichen Zuspiel versenkte Sven Sutter den Ball sicher im gegnerischen Tor. Den Thurgauern misslang ein Freiwurf, die Appenzeller spielten den Ball schnell nach vorne, fanden auf der Flügelposition den wartenden Christian Hamm, und dieser verwertete in allerletzter Sekunde den entscheidenden Siegestreffer zum 27:26.

Aktuelle Nachrichten