TV Appenzell eliminiert NLB-Team

HANDBALL. Die Erstligisten des TV Appenzell stehen nach dem Sieg über den NLB-Vertreter HSG Siggenthal/Vom Stein Baden überraschend im Achtelfinal des Schweizer Cups. Die Entscheidung fiel in der Verlängerung.

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In einer nervenaufreibenden Cup-Partie erreicht der TV Appenzell mit dem 32:29 nach Verlängerung erstmals in der Clubgeschichte den Achtelfinal. Es wartet ein Gegner aus der höchsten Spielklasse. Die rund 300 Fans in Appenzell erlebten am Mittwoch eine Sternstunde: Nach eher unattraktiver erster Halbzeit zeigte der TVA eine bemerkenswerte Leistungssteigerung und glich in letzter Sekunde aus. In der Verlängerung dominierte der Unterklassige den Gast aus der NLB.

Tempo und Präzision

Lange hatte wenig auf einen Sieg Appenzells hingedeutet. Die Aargauer forcierten das Tempo und suchten mit hoher Präzision den schnellen Torabschluss. Appenzell hielt dank guter Verteidigung mit und lag bloss einen Zähler zurück. Nach zehn Minuten verlor das Spiel an Tempo. Die Innerrhoder hatten zunehmend Mühe, gegen die aggressive Manndeckung der Aargauer ein Angriffsspiel aufzubauen. Es mangelte an Kreativität bei der Ballrotation, und die Würfe aus dem Rückraum blieben zu oft an der gegnerischen Verteidigung hängen.

Über das schnelle und agile Angriffsspiel der Gäste versuchte der TVA mit einer statischen Verteidigungslinie Herr zu werden. Die Unparteiischen mussten mehrmals die gelbe Karte ziehen. Im Angriff mehrten sich Passfehler und Ballverluste. Dies ermöglichte den Aargauern Gegenstösse. Nachlässigkeiten in der Verteidigung führten zu einem Fünf-Punkte-Rückstand. Der TVA fing sich aber und ging mit 10:13 in die Pause.

Rigas verletzt ausgeschieden

Mit nur vier Feldspielern – Appenzell wurde mit Zweiminutenstrafen eingedeckt – bot der TVA dem Gast nach der Pause minutenlang Paroli. Wieder vollzählig, schalteten die Gastgeber rasch und reibungslos zwischen Angriff und Verteidigung um und spielten variantenreich. Das routinierte Trio Neff, Waldburger und Rigas nahm das Zepter in die Hand, bis Rigas verletzt ausschied. Der TVA geriet kurz aus dem Konzept, doch Torwart Raffael Graf gelang Parade um Parade. Auf den Flügeln brillierten nun Thomas Loser, Lukas Manser und Yannick Inauen mit makelloser Torbilanz. In den vier letzten Minuten holte der TVA einen Drei-Punkte-Rückstand auf und glich zum 24:24 aus.

Beflügelt vom Publikum liess Appenzell nichts mehr anbrennen und übernahm erstmals die Führung, die es dank Treffern von Manser, Inauen und Loser sowie eines erstarkten Tobias Sutter am Kreis ausbaute. Graf parierte sogar einen Siebenmeter, und so verwaltete Appenzell den Vorsprung. (th)

TVA: Geisser/Graf; Bischofberger, Goldener, Geiger, Inauen (2), Loser (3), Manser (4), Neff (4), Rigas (1), S. Sutter (1), T. Sutter (3), Valaulta (4), Waldburger (10).