Tunnel oder Doppelspur

TEUFEN. Teufen diskutiert seit vergangenem August über die Dorfgestaltung und insbesondere die Gleisführung der Durchmesserlinie (DML). Die IG Dorfgestaltung möchte verschiedene Lösungsansätze ausloten.

Roman Hertler
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Variante «Doppelspur, nebeneinander»: Gleise im Zentrum; Individualverkehr und Trottoir getrennt.

Variante «Doppelspur, nebeneinander»: Gleise im Zentrum; Individualverkehr und Trottoir getrennt.

Raumplanungs-Experte Franz Eberhard brachte es an der ersten Versammlung der IG Dorfgemeinschaft vergangenen Montag auf den Punkt: «Es geht jetzt noch nicht um mögliche Lösungsansätze, sondern um das Ziel.» Teufen solle einen lebendigen Dorfkern erhalten, der Identität stiftet und Lebensraum für alle ist. Darin sieht auch Initiantin Barbara Ehrbar-Sutter die Kernaufgabe der IG Dorfgestaltung.

Teurer Tunnel scheint beliebt

Die Einführung der DML 2016 bringt für Teufen eine neue Verkehrssituation mit sich. Beim Rollmaterial, das die Appenzeller Bahnen einplanen, handelt es sich um Tramwagen. Diese erfordern bauliche Anpassungen des Trassees in Teufen. Die vom Gemeinderat bevorzugte – und vom Bund weitgehend finanzierte – Variante einer Doppelspur, die durch das Dorfzentrum führt, stiess im vergangenen Jahr auf Kritik.

An einem gemeinderätlichen Workshop im August 2012 diskutierten gut 100 Interessierte verschiedene Lösungsansätze. Zur Debatte standen im wesentlichen vier Varianten. Je zwei mit einem Doppelspurgleis durch den Dorfkern und zwei Varianten mit einem Tunnel vom Stofel bis zum Bahnhof Teufen. Zudem wird diskutiert, ob der Fussgängerbereich vom Individualverkehr – wie bisher – getrennt werden soll (Variante «nebeneinander»). Alternativ wäre auch eine Fussgängerzone mit einer Entschleunigung des Individualverkehrs denkbar (Variante «miteinander»). Schon am Workshop vergangenes Jahr zeichnete sich ab, dass das Modell «Tunnel, miteinander» von vielen Teufnern bevorzugt würde. Der Gemeinderat zeigte sich damals überrascht ob des Abstimmungsergebnisses im Workshop, denn ein Tunnel wäre mit erheblichen Kosten verbunden. Gemeindepräsident Walter Grob nahm das Anliegen der Teilnehmer zur Kenntnis. Er versprach, die Finanzierung eines Tunnels zu klären. Spätestens im Frühjahr dieses Jahres sollte es zur Abstimmung kommen.

Gemeinderat ist jetzt gefragt

Seither liess der Gemeinderat nichts mehr von sich hören. Jetzt wurden die Teufner aktiv und bildeten die IG Dorfgestaltung unter anderem mit dem Ziel, Druck auf den Gemeinderat auszuüben. An der IG-Versammlung wurde verschiedentlich geäussert, der Gemeinderat versuche, die Angelegenheit zu verschleppen. Man befürchtet, dass der Gemeinderat eigenmächtig die Doppelspur-Variante verfolge, ohne der Bevölkerung die Möglichkeit zur Mitgestaltung zu bieten.

Am 17. September findet im Zeughaus Teufen um 19.30 Uhr eine öffentliche Versammlung statt. Die IG Dorfgemeinschaft und der Gemeinderat Teufen werden über das weitere Vorgehen informieren.