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Tüfteln, bis der Ton kommt

Acht Kinder nehmen am mehrtägigen Tüftelcamp im Jugendkulturzentrum in Appenzell teil. Das Camp ist über Livestream mit anderen Ortschaften verbunden, wo ebenfalls munter mit Schlauch und Rohr experimentiert wird.
Chris Gilb
Die Tüftelband mit ihren Nebelhörnern bei der Generalprobe für die geplante Livestream-Übertragung am Abend. (Bild: cg)

Die Tüftelband mit ihren Nebelhörnern bei der Generalprobe für die geplante Livestream-Übertragung am Abend. (Bild: cg)

APPENZELL Klangkörper heisst das Mittwoch-Thema im Tüftelcamp, und Andrin Manz aus Appenzell hat sich dazu einiges vorgenommen. Sein Klangkörper soll der grösste werden. Er hat sich deshalb zwei abgesägte Rohrstücke gegriffen. Beide haben einen Durchmesser, dass der 12-Jährige fast seinen ganzen Kopf hineinstecken könnte. Nun steht er mit der Sozialarbeiterin Conny Baumann an der Bohrmaschine am Ende des Tisches, wo die acht Kinder Klangkörper bauen. «Wir brauchen den grössten Bohrkopf», ruft Baumann einer ihrer Kolleginnen zu. Sie betreuen das Camp zu dritt. Andrin stützt sein ganzes Gewicht auf die Bohrmaschine, um das Loch für den Schlauch zu bohren, durch den er später ins Rohr blasen will. «Jetzt musst du das eine Rohr ausfeilen, dass das andere hineingeschoben werden kann», instruiert ihn Baumann. Andrins Kollegen unterziehen ihre Klangkörper währenddessen einem Funktionstest, so dass man im Raum sein eigenes Wort nicht mehr hört. Andrin feilt aber immer noch fleissig. Gefragt, wieso sein Instrument so gross werden soll, antwortet er: «Um zu probieren, wie es klingt.» Später muss sein Nebelhorn auf einer Seite noch mit einem Ballon abgedichtet werden.

Eine Panflöte aus Strohhalmen

Ein Tisch voll Material steht den Kindern fürs Klangkörperbauen zur Verfügung. Einiges hat das Jugendkulturzentrum gestellt, anderes die Kinder selbst: «Wir haben zu Hause umgebaut, die übrig gebliebenen Kabelschutzrohre habe ich zum Camp mitgebracht», sagt Tobias Meier aus Hundwil. Er hat gerade ein Instrument gefertigt, dass um ein vielfaches kleiner ist als das von Andrin – eine Panflöte. «Es ist richtig cool, wie einfach sich so etwas bauen lässt.» Unterschiedlich lange Strohhalme hat er dafür aneinander geklebt und an einem Ende verschlossen, doch es will noch kein Ton rauskommen. «Versuche, die Flöte mit Knete statt Klebstreifen abzudichten», sagt Conny Baumann.

In zehn Ortschaften in der ganzen Schweiz wird zurzeit getüftelt. Appenzell ist schon zum zweitenmal dabei. Verbunden sind die verschiedenen Tüftelcamps über einen Livestream, der auf einem Fernsehbildschirm im Jugendkulturzentrum durchgehend läuft. Jeden Tag stellt ein anderes Team den Workshop des Tages vor und gibt den anderen Standorten Tips, wie sie das Thema angehen können. Conny Baumann hat mögliche Klangkörper – als Anregung für die Teilnehmer in Appenzell – vorgebaut. «Die Kinder haben überwiegend als erstes den Klangkörper, der einem Nebelhorn ähnlich ist, nachgebaut. Sie haben ihn aber modifiziert.» Wie es von richtigen Tüftlern eben erwartet werde, sagt Baumann.

Zu Hause weitergetüftelt

Tobias Meier wollte sein Horn mit einem längeren Schlauch versehen. Dafür musste er noch eine zusätzliche Stütze integrieren. So, dass es jetzt optisch an einen Bogen erinnert. Raphael Graf hat zu Hause weitergetüftelt: «Letztes Jahr haben wir im Camp Teelichter gebaut. Am Quartierfest habe ich die Teelichter mit anderen Kindern nachgebaut.» Höhepunkt des Tages wird das Konzert. «Es gehört dazu, dass die Kinder später den anderen Camps ihre Kreationen über Stream vorstellen. «Wir wollen dann ein kleines Konzert geben», sagt Baumann. Morgen ist dann Exkursionstag in den Tüftelcamps. Die Appenzeller machen einen Besuch bei der Goba Mineralquelle. Auf der Homepage steht, dass sie dort erfahren, wie die «Blöterli» ins Wasser kommen. So stossen dann also die «Nachwuchstüftler» auf Tüftler in der Wirtschaft.

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