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«Tschutten» auf zwei Rädern

Einmal in der Woche wird in der Kreuzwegturnhalle Radball trainiert. Diese Disziplin hatte vor Jahren in Herisau Tradition. Sie wird noch immer von einigen, mehrheitlich älteren Herren gepflegt.
Fritz Heinze
Werner Reich (l.) und Walter Hanselmann im Zweikampf um den Ball. (Bild: Fritz Heinze)

Werner Reich (l.) und Walter Hanselmann im Zweikampf um den Ball. (Bild: Fritz Heinze)

Jeden Donnerstag dasselbe Ritual. Umziehen und in den Lagerraum gehen, die Radballvelos werden bereit gemacht, die Reifen gereinigt, dass sie auf dem Turnhallenboden nicht rutschen. Und dann geht's los. Je zwei Mann spielen gegen einander, ein fünfter ist Schiedsrichter. Es wird aus Freude am Sport gespielt. Und auch nicht ohne das Argument, dass Sport wichtig ist für ältere Menschen. Doch neben diesen Überlegungen sind bestimmt gelegentlich auch Erinnerungen an vergangene Zeiten im Spiel. An jene Zeiten, als der Arbeiter Touring Bund (ATB) Herisau neben dem Radballspiel auch im Kunstradfahren mitmischte. Das Kunstradfahren, Ein- oder Zweirad, ist in den Statuten des Verbandes festgelegt und so hatte fast jeder der heutigen Akteure sein Können auch im Kunstradfahren zu trainieren und immer wieder unter Beweis zu stellen. Als Trainingslokal wird die Kreuzwegturnhalle seit circa 1980 genutzt. Jahrzehnte vorher erfolgte das Training im Schwingkeller in der Sekundarschule auf dem Ebnet.

Ein Aufsteller im Alltag

Für den 71jährigen Georg Bruggmann gehört Radballspielen zum körperlichen Training. Aufgewachsen in Bütschwil, unweit der Radballhochburg Mosnang, die es in den 60er-Jahren war und noch immer ist. Es gaben damals die fast legendären Gebrüder Oberhänsli sportlich den Ton an. Nach Jahren der radballerischen Abstinenz folgte Bruggmanns Umzug nach Herisau und damit wandte er sich erneut dem Radball zu und das war 1971. Gemeinsam mit seinen Kollegen hält er die Radballvelos aus der aktiveren Zeit im Schuss und spielt auch damit. Und für Werner Reich (80), den ehemaligen Herisauer, der jetzt in Gossau wohnt, ist das wöchentliche Training trotz seines Alters ein Muss. Seit 1952 im Verein aktiv, erhält Radball sein Wohlbefinden: «Es stellt eim uf», sagt er. Er ist im Alltag noch immer mit dem Velo aus eigener Kraft unterwegs und das auch hinauf nach Herisau. Erwähnt man die Schwägalp, winkt er hingegen ab: «Das ist denn scho zvil.»

Nicht um Rang und Ehre kämpfen

Die Radballspieler sind mit ihrer angestammten Sportart verbunden geblieben. «Wenn wir hier trainieren, dann tun wir das ohne Ambitionen auf einen Erfolg, ohne Teilnahme an einer Meisterschaft, wir kämpfen nicht um Rang und Ehre», betont Walter Hanselmann, der während 23 Jahren Präsident des Arbeiter Touring Bund (ATB) Herisau war. Bedingt durch den anhaltenden Mitgliederschwund in den vergangenen Jahren wurde der Verein in der bisherigen Form im Jahr 2014 aufgelöst, nennt sich heute Radballclub Herisau und die verbliebenen aktiven Radballer sind beim ATB Einzelmitglieder. Doch an ihrer Einstellung zum Radball hat sich nichts geändert. Die Freude am Sport mit dem Velo und das Bewusstsein, dass auch im Alter Bewegung ein Muss ist, hält sie am Ball. «Jo, öppis muesch jo au mache und das mached mer gärn», meint Georg Bruggmann dazu.

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