Trümmerkind

Lesetipp

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Deutschland im Winter 1946/47. Joost, wie die Dietzens den Kleinen nennen, gehört zur Familie. Niemand scheint ihn zu vermissen. Und Hannos Mutter Agnes ist froh darüber, den Jungen nicht mehr hergeben zu müssen. So wächst Joost in dem Glauben auf, Familie Dietz sei seine Familie. Die Kleidung, die Joost damals getragen hat, bewahrt Agnes sorgfältig in einem Karton auf. Den Mantel aus gefilzter Wolle, die Schuhe aus Leder und den kleinen Messingknopf mit der ­ziselierten Blüte, den Joost tagelang krampfhaft in der Faust gehalten hat. Irgendwann einmal wird sie Joost die Wahrheit sagen. Auch Hanno hütet sein Geheimnis. Denn vergessen kann er sie nicht, die tote Frau, die wie leuchtend weisser Marmor in den staubigen Trümmern lag.

Mechthild Borrmann: Trümmerkind; Verlag: Droemer, 300 Seiten; Bibliothek Kirchberg