Trotz unbefriedigender Entwicklung des Spitals Appenzell: Innerrhoder Standeskommission hält am geplanten Spitalneubau fest

Wegen der «unbefriedigenden betrieblichen Entwicklung» des Spitals Appenzell in den vergangenen zwei Jahren hat die Standeskommission eine Analyse durchgeführt. Sie ist zum Schluss gelangt, das Neubauprojekt für das Ambulante Versorgungszentrum Plus gemäss Terminplan fortzuführen.

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Die Standeskommission ist überzeugt, dass das AVZ+ «mit seinen Stärken das bestehende Marktpotenzial mittel- bis langfristig besser nutzen kann, als dies heute der Fall ist».

Die Standeskommission ist überzeugt, dass das AVZ+ «mit seinen Stärken das bestehende Marktpotenzial mittel- bis langfristig besser nutzen kann, als dies heute der Fall ist».

Bild: Red

(pd/lim) Der Betrieb des Spitals Appenzell hat sich nach dem Landsgemeindeentscheid über den Kredit für den Neubau eines Ambulanten Versorgungszentrums Plus (AVZ+) nicht wie erwartet entwickelt, heisst es in einer Mitteilung des Kantons. Während die Fallzahlen im ambulanten Bereich stabil sind, hat sich im stationären Bereich ein Rückgang um rund 10 Prozent ergeben.

«Die Spitalverantwortlichen haben Gegenmassnahmen beschlossen, die teilweise unmittelbar greifen, teilweise aber auch erst nach einer gewissen Laufzeit wirksam werden», heisst es in einer Mitteilung des Kantons. So wurde insbesondere zusammen mit dem Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden ein neues Konzept für die Allgemeine Innere Medizin etabliert. Die Umsetzung des Konzepts hat Anfang 2020 begonnen.

Die Standeskommission hat die Sachlage nochmals überprüft. Nach dem schwachen Jahr 2019 erwartet sie nun beim Spital eine betriebliche Stabilisierung und Erholung. Sie ist überzeugt, dass das AVZ+ «mit seinen Stärken das bestehende Marktpotenzial mittel- bis langfristig besser nutzen kann, als dies heute der Fall ist».

Sie sei sich gleichzeitig bewusst, dass in den nächsten Jahren ein höherer Betriebsbeitrag zu leisten sein werde als ursprünglich angenommen. Nach den neusten Prognosen wird das jährliche Defizit – abzüglich der Kosten für den Rettungsdienst, die auch ohne ein eigenes Spital anfallen würden – mit knapp 3 Millionen Franken um eine Million bis eineinhalb Millionen Franken höher liegen als dies im Zusammenhang mit dem Baukredit prognostiziert wurde.

Das könne vorübergehend akzeptiert werden, zumal man mit dem Aufrechterhalten des Spitalbetriebs dem Wunsch der Bevölkerung nach einer wohnortsnahen Grundversorgung sowie einem rasch und jederzeit erreichbaren Notfalldienst nachkommen könne. Gleichzeitig bleiben dadurch Arbeits- und Ausbildungsplätze im Kanton erhalten.

Mit dem Neubauprojekt gemäss Terminplan fortfahren

Die Standeskommission ist überzeugt davon, dass es dem Spital mit einer neuen Infrastruktur besser gelingen wird, die gesteckten betrieblichen Ziele zu erreichen. Sie hat daher beschlossen, mit dem Neubauprojekt gemäss dem vorgesehenen Terminplan fortzufahren und somit den Landsgemeindeentscheid von 2018 umzusetzen.

Sie werde aber die betriebliche Entwicklung am Spital weiterhin beobachten. «Diese muss sich rasch erholen und insgesamt eine positive Perspektive erkennen lassen.» Das neue Konzept mit der Allgemeinen Inneren Medizin müsse sich etablieren. Als Folge davon erwartet die Standeskommission ein Ansteigen der stationären Fallzahlen. Sollten diese Indikatoren für eine positive Entwicklung im nächsten halben Jahr nicht deutlich erkennbar sein, bestehe die Möglichkeit, das Projekt vor der Vergabe der ersten Bauaufträge im Oktober 2020 zu stoppen.