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Trotz rückläufiger Fangzahlen: Borkenkäfer bleiben in Innerrhoden ein Problem

Die Innerrhoder Fangzahlen der Borkenkäfer sind zwar zurückgegangen – eine Entwarnung gibt das Oberforstamt dennoch nicht. Auch hat es bereits doppelt so viel Käferholz wie letztes Jahr im August.
Natascha Arsic
Der Borkenkäfer hinterlässt in der Rinde ein charakteristisches Muster. (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Der Borkenkäfer hinterlässt in der Rinde ein charakteristisches Muster. (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Die Anzahl gefangener Borkenkäfer in Appenzell Innerrhoden ist diesen Sommer überdurchschnittlich hoch. Ende Juli vermeldete das Oberforstamt Höchstwerte: 96'100 Stück gingen an den 14 Standorten in die Borkenkäferfallen. Die hohen Temperaturen und das trockene Wetter begünstigten das Wachstum der Borkenkäferpopulationen. Die neusten Messwerte zeigen einen Rückgang. Am 9. August lag die Zahl noch bei 12'540 Tieren. Eine Entwarnung kann dennoch nicht gegeben werden, sagt Martin Attenberger, Forstingenieur auf dem Innerrhoder Oberforstamt.

Ein Grund für den Rückgang der Fangzahlen ist die kühlere und feuchtere Witterung. «Wenn es heiss ist, fliegen die Käfer intensiver. Bei kälteren Temperaturen verringert sich ihre Aktivität», erklärt der Forstingenieur. Die sinkende Anzahl sei aber keine Überraschung, denn sie schwanke stets. «Vor zwei Wochen gab es einen starken Flug. Es ist klar, dass die Fangzahlen zurückgehen, wenn dieser beendet ist.»

Ausmass des Schadens schwierig einzuschätzen

Die Borkenkäfer sind laut Attenberger jedoch nicht einfach verschwunden, sondern haben versucht, sich in die Rinde noch lebender Fichten zu bohren. «Das wird sich an neu entstehenden ‹Käferbäumen› zeigen.» Diese seien anhand von Bohrmehl, Verfärbung der Krone und abfallenden Nadeln erkennbar.

Bäume, welche diese Symptome aufweisen, können nicht mehr gerettet werden. Es sei trotzdem wichtig, diese aus dem Wald zu entfernen, bevor sich die Tiere darin vermehren und ausfliegen können. Das Oberforstamt rät deshalb zu Wachsamkeit und fordert Waldeigentümer auf, in ihren Fichtenwäldern einen Kontrollgang vorzunehmen.

«Das Ausmass des Schadens ist schwierig einzuschätzen», sagt Attenberger. Es lasse sich jedoch sagen, dass es in der Ostschweiz bereits doppelt so viel Käferholz hat wie letztes Jahr im August.

«Durch die neu befallenen Bäume wird wohl noch mehr Käferholz dazu kommen.»

Das Holz dieser Bäume kann zwar verarbeitet werden, die Waldbesitzer müssen jedoch mit finanziellen Einbussen rechnen. Das Splintholz weist sehr oft eine deutliche Verblauung auf, was einen Preisunterschied von über 30 Franken pro Kubikmeter ausmachen kann.

Schlechte Voraussetzungen für nächstes Jahr

Wenn es erneut über mehrere Wochen heiss und trocken ist, würden die Fangzahlen wieder steigen. Doch Attenberger rechnet aufgrund der aktuellen Witterung nicht damit.

«In unseren Höhenlagen fängt für die Käfer schon bald der Herbst an.»

Die Zahlen von Ende Juli seien absolute Rekordwerte seitdem das Oberforstamt die Flugaktivität der Borkenkäfer mithilfe der Fallen überwacht und dokumentiert. «Die vielen Käfer sind keine günstige Ausgangslage für das kommende Jahr», so Attenberger. Fällt der nächste Frühling sehr trocken aus, könne es im Sommer erneut viele Borkenkäfer geben.

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