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Trotz Klimawandel setzen die meisten Ausserrhoder Hausbesitzer weiter auf fossile Energien

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden könnte seinen Wärmebedarf problemlos mit erneuerbarer Energie decken. Doch verheizt wird weiterhin vor allem Öl und Gas.
Karin Erni

Um den Klimawandel aufzuhalten, müssten der Energieverbrauch und der CO2-Ausstoss rapide sinken, darin sind sich Experten weltweit einig. In der Schweiz werden 40 Prozent der Energie über die Gebäude verbraucht. Es liegt also nahe, hier anzusetzen.

Doch das sei nicht so einfach, sagt Christian Bernhardsgrütter, Projektleiter beim Amt für Umwelt des Kantons Appenzell Ausserrhoden. «Unser Kanton verfügt über einen überdurchschnittlich alten Hausbestand. Fast die Hälfte der Gebäude ist mehr als 100-jährig. Im Schweizer Durchschnitt sind es lediglich 20 Prozent. Ein Grossteil dieser Liegenschaften ist schlecht wärmegedämmt, verfügt über alte Fenster und verbraucht entsprechend viel Energie.»

Öl und Gas sind nur kurzfristig billiger

Die Heizenergie stammt hierzulande noch immer vorwiegend aus fossilen Quellen. Die Ölheizung ist das am weitesten verbreitete Heizsystem. Kantonsweit sind es weit mehr als die Hälfte, die bei einem Ersatz wieder auf fossile Energieträger wie Öl und Gas setzen.

«Wir vermuten, dass sich die Hausbesitzer gar nicht viel überlegen und eine defekte Heizung einfach durch dasselbe System ersetzen.»

Doch es könnte sein, dass sie diesen Entscheid schon bald bereuen werden, so Christian Bernhardsgrütter. «Wenn man nur die Investitionen anschaut, ist eine Ölheizung zwar billiger. Werden jedoch auch die Betriebskosten berücksichtigt, rechnet sich eine Wärmepumpe oder eine moderne Holzfeuerung oft auch aus finanzieller Sicht.» Die Zeit spielt für die erneuerbare Energie, denn fossile Brennstoffe sind nicht unbeschränkt vorhanden und werden tendenziell teurer.

Zwar ist beispielsweise eine Erdsonde für eine Sole/Wasser-Wärmepumpenheizung eine relativ teure Investition, doch kann diese über einen sehr langen Zeitraum genutzt werden. Wo nicht gebohrt werden kann, besteht die Möglichkeit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe, die zwar in der Regel weniger effizient, aber mit tieferen Investitionen verbunden ist.

Eine sehr gute Alternative bildet auch eine Holzfeuerung oder – sofern vorhanden – der Anschluss an ein Fernwärmenetz, welches mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Erneuerbare Wärme hat Potenzial: Gemäss Zahlen des Kantons könnten mehr als 100 Prozent des heutigen Wärmebedarfs mit eigenen, erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Alte Bauten müssen nachgerüstet werden

Derzeit sind die meisten Kantone an der Überarbeitung ihres Energiegesetzes, so auch der Kanton Appenzell Ausserrhoden. Als Basis dazu dienen die «Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich 2014» (kurz MuKEn 2014). Dabei handelt es sich um das von den Kantonen gemeinsam erarbeitete «Gesamtpaket» energierechtlicher Mustervorschriften im Gebäudebereich.

Gemäss MuKEn soll der Ersatz von fossilen Heizsystemen bei Gebäuden mit einer schlechten Gesamtenergieeffizienz (das heisst mit minimaler Wärmedämmung und veralteter Haustechnik) nicht mehr ohne weiteres möglich sein. Bei Gebäuden mit einem sehr grossen Energiebedarf muss bei einem Heizungsersatz künftig mindestens zehn Prozent der eingesetzten Energiemenge erneuerbar sein. Das kann beispielsweise mit einer kleinen thermischen Solaranlage geschehen. Eine weitere von insgesamt elf Möglichkeiten ist, Wärmedämm-Massnahmen am Gebäude zu ergreifen. Auch Besitzer von Elektroheizungen sollen verpflichtet werden, diese innerhalb von 15 Jahren zu ersetzen.

Wer über eine neue Heizung nachdenkt, kann eine neutrale Beratung durch den Kanton Appenzell Ausserrhoden in Anspruch nehmen. Die Kosten von 400 Franken werden durch den Kanton und den Verein Energie AR/AI subventioniert, so dass lediglich 100 Franken aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen. Der Kanton fördert auch den Umstieg zu einem System mit erneuerbarer Energie wie Wärmepumpe, Holzfeuerung oder den Anschluss an ein Wärmenetz finanziell.

Christian Bernhardsgrütter empfiehlt Liegenschaftsbesitzern mit älteren Heizsystemen, sich rechtzeitig Gedanken über einen Ersatz zu machen und sich beraten zu lassen.

Detaillierte Informationen zur Beratung für einen Heizsystemwechsel und den Förderbedingungen für den Ersatz von Heizöl-, Erdgas- oder Elektroheizungen sowie den weiteren Fördermassnahmen findet man auf der kantonalen Website unter: www.energie.ar.ch/Förderung

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