Trotz Entscheid bleibt alles offen

Die Stimmbürger in Rehetobel sprechen sich in einer Konsultativabstimmung für das Projekt Sportsclinic und die Abgabe der Liegenschaft im Baurecht aus. Noch ist unklar, ob das unterlegene Vorhaben weiterverfolgt wird.

Jesko Calderara
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Eine Mehrheit der Bevölkerung bevorzugt das Projekt Sportsclinic als künftige Nutzung für das Haus «Ob dem Holz». (Bild: Urs Bucher)

Eine Mehrheit der Bevölkerung bevorzugt das Projekt Sportsclinic als künftige Nutzung für das Haus «Ob dem Holz». (Bild: Urs Bucher)

REHETOBEL. Am Wochenende konnte sich die Bevölkerung in Rehetobel zur Zukunft des ehemaligen Altersheims Ob dem Holz äussern. In einer Konsultativabstimmung bekam das Projekt Sportsclinic am meisten Zuspruch. Die beiden Orthopäden Andreas Bänziger und Florian Kamelger beabsichtigen, auf dem «Ob dem Holz»-Grundstück ein Therapie- und Regenerationszentrum zu realisieren. 453 Stimmberechtigte gaben dem Vorhaben der Sports Medicine Excellence AG den Vorzug, während 260 Stimmbürger für die Alternative Neustart votierten. Noch deutlicher fiel das Resultat der zweiten Frage aus. Eine klare Mehrheit will die Liegenschaft im Baurecht für 50 Jahre abgeben und nicht verkaufen.

Konzept mit Finanzierung

Zufrieden mit dem konsultativen Abstimmungsresultat zeigt sich Florian Kamelger. «Die Umnutzung des Hauses Ob dem Holz war in den letzten Wochen und Monaten ein zentrales Thema im Dorf.» Umso mehr freue es ihn, dass ihr Konzept überzeugen konnte. Dafür ausschlaggebend war laut Kamelger die präsentierte Nutzung zusammen mit einer soliden Finanzierung. Damit lasse sich die Zukunft der Liegenschaft sichern. Die geplante Kooperation mit dem Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden ermögliche ab dem Tag der Eröffnung eine gute Auslastung der Sportsclinic Switzerland, sagt Kamelger. Die von vielen favorisierte Lösung Baurecht sieht er insbesondere als Einwohner und Stimmberechtigter in Rehetobel positiv. «Sie generiert der Gemeinde über viele Jahre nachhaltig und regelmässig Einkünfte.» Ferner bleibe dadurch die Parzelle im Besitz der Allgemeinheit, betont Kamelger. In einer nächsten Phase will die Sports Medicine Excellence AG die Planungen weiterführen.

Teilerfolg erzielt

Die Initianten des Projekts Neustart schlagen ihrerseits für das Haus Ob dem Holz einen Mix aus Wohnen, Gastronomie und Unterkunft vor. Über den Ausgang des Urnengangs sei er keinesfalls enttäuscht, sagt Emanuel Hörler. Er begrüsse das klare Votum für die Option Baurecht. Eines ihrer Ziele habe darin bestanden, eine Alternative zum Verkauf der Liegenschaft zu thematisieren, sagt Hörler. «Zudem sprach sich immerhin ein Drittel der Stimmbürger für unseren Vorschlag aus.» Den Hauptgrund für die Niederlage sieht Hörler in den Versprechungen der Gegenseite, die Investitionen in Millionenhöhe und 40 bis 50 neue Arbeitsplätze in Aussicht stellt. Ob die Gruppe Einwohnerinnen und Einwohner das Projekt Neustart weiterentwickelt, ist noch offen.

Entscheid am 29. November

Rehetobels Gemeindepräsident Ueli Graf hat das sonntägliche Ergebnis zur Kenntnis genommen. «Das Resultat ist sehr deutlich ausgefallen.» Darüber hinaus basiere es auf einer erfreulich hohen Stimmbeteiligung von 57 Prozent. Nebst der Konsultativabstimmung will der Gemeinderat Rehetobel mit einer noch bis Ende Juli laufenden Volksdiskussion ein Stimmungsbild über die Meinungen in der Bevölkerung erhalten. Zum weiteren Vorgehen verweist Graf auf die Angaben in der Abstimmungsbotschaft. Demnach sollen mit den Interessenten die Vertragsdetails ausgehandelt werden. Wer letztlich den Zuschlag für das Objekt erhält, entscheidet sich voraussichtlich am 29. November an der Urne.

Florian Kamelger CEO Sports Medicine Excellence AG (Bild: pd)

Florian Kamelger CEO Sports Medicine Excellence AG (Bild: pd)