Trotz drei Feuern innert zweier Wochen: Auf Bauernhöfen brennt es dreimal weniger als noch vor 20 Jahren

Obwohl es im Dezember in Ausserrhoden drei grosse Brände gab, bleibt die Schadensumme der Assekuranz im Jahr 2019 unterdurchschnittlich.

Karin Erni
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Wegen eines elektrischen Defekts brannte am 14. Dezember in Hundwil ein Haus mit Schweinestall.

Wegen eines elektrischen Defekts brannte am 14. Dezember in Hundwil ein Haus mit Schweinestall.

Bild: PD

Am 12. Dezember 2019 brannte in Urnäsch ein Thermokomposter, am 14. Dezember musste die Feuerwehr wegen eines brennenden Schweinestalls in Hundwil ausrücken und am 27. Dezember stand in Waldstatt eine Scheune in Flammen. Es scheint eine eigentliche Brandserie zu sein. Doch Jürg Solèr, Direktor der Ausserrhoder Assekuranz, winkt ab:

«Diese Häufung ist rein zufällig und zeigt keine Tendenz auf. Vor diesen drei Ereignissen hatten wir zwölf Monate keinen einzigen grösseren Schadenfall.»

Das sei aussergewöhnlich, denn normalerweise komme es zu gewissen Zeiten regelmässig zu Bränden. «Um den 1. August herum passiert fast immer etwas mit Feuerwerk. Auch der Beginn der Heizperiode ist brandgefährlich. Immer wieder kommt es vor, dass Holzöfen falsch eingefeuert werden und durch die Überhitzung ein Brand entsteht.»

Auch dass Bauernhöfe häufiger brennen, ist eine falsche Wahrnehmung. Gemäss Statistik der Vereinigung der kantonalen Gebäudeversicherung sind die Brandfälle in der Landwirtschaft kontinuierlich zurückgegangen. Vor 20 Jahren lag diese Zahl noch drei Mal höher. Gründe für den Rückgang sind die bessere Umsetzung der Brandschutzvorschriften, die Belüftung des Heustocks und die abnehmende Zahl der Betriebe.

Die häufigste Brandursache sind gemäss Statistik übrigens Blitzeinschläge. Hier komme es dank Präventionsmassnahmen nur noch zu geringen Schäden, sagt Solèr. Vom Schadenvolumen her ist der unsachgemässe Umgang mit Apparaten, Werkzeugen und Feuerungsanlagen der grösste Kostentreiber. Selten sind dagegen Brandstiftungen. Im Jahr 2018 gab es lediglich einen Fall in Ausserrhoden.

2019 sei in Sachen Feuer ein ruhiges Jahr für die Assekuranz gewesen, resümiert Solèr. Nicht jedoch für die Feuerwehren. Diese hätten 7821 Einsatzstunden geleistet, im Jahr zuvor waren es lediglich 6107 Stunden gewesen. Gründe sind die hohe Zahl von Personenrettungen und anderen Hilfestellungen.

Versicherung investiert in die Prävention

Die Assekuranz ist nicht gewinnorientiert. Mit den Einnahmen aus den Prämien begleicht sie entstandene Schäden. Allfällige Überschüsse werden in die Prävention investiert. So leistet die Versicherung Beiträge an die Löschwasser-Infrastruktur der Gemeinden, die Ausbildung und das Material der Feuerwehren, an Brandmelde- und Sprinkleranlagen sowie Blitzschutzkontrollen. Im Bereich Elementarschäden werden Bauprojekte, die Rutschungen verhindern sollen, unterstützt. Vermehrt versuche man nebst den Hauseigentümern auch die Mieter zu erreichen, sagt Jürg Solèr.

«Sie können mit einfachen Massnahmen etwas für ihre Sicherheit tun.»

So bietet die Gebäudeversicherung zu günstigen Preisen Hilfsmittel wie Aschebehälter, Brandschutzsprays oder Löschdecken an. Auch Rauchmelder seien eine sinnvolle Sache. «Man kann mit wenig Geld Leben retten. In öffentlichen Gebäuden und Heimen sind diese Geräte daher vorgeschrieben.»