TROGEN: Zwergenwut und Schneegestöber

Mit dem Stück «Altes Holz, Ernst und der Schnee» kehrt die Heidler Regisseurin Danielle Strahm wieder einmal ins Appenzellerland zurück. Gespielt wird auf einer kleinen Freilichtbühne vor der Alten Drogerie.

Karin Erni
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Rasante Szenen- und Rollenwechsel: Die Schauspieler geben in der Vorstellung unter freiem Himmel alles. (Bild: PD)

Rasante Szenen- und Rollenwechsel: Die Schauspieler geben in der Vorstellung unter freiem Himmel alles. (Bild: PD)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Im Kraftwerksdorf Guttannen am Grimselpass im Berner Oberland spielt das Theaterstück «Altes Holz, Ernst und der Schnee». Die Geschichte handle von Ernst Murer, einem alten, kurligen Bergler, von dem einige sagen er spinne, sagt Regisseurin Danielle Strahm. «Er ist eine reale Figur, die wir in Guttannen angetroffen haben.» Im Stück, das ihr Mann Tobias Fend geschrieben hat, gehe es um das Verhältnis von Mensch, Natur und Technik, so Strahm und um die Frage: «Wie gehen wir mit dem Klimawandel um?»

Danielle Strahm versucht, die komplexe Geschichte in wenigen Worten zusammenzufassen. «Die Zwerge wollen das Kraftwerk lahmlegen und ein Dorf wegschwemmen, weil sie erbost darüber sind, dass man ihre Leistungen im Tunnelbau verschweigt. Der Einzige, der das weiss und es versteht, ist der Ernst und der bemüht sich, die drohende Katstrophe zu verhindern.» Das Stück sei in diesem Frühjahr bereits erfolgreich in Guttannen aufgeführt worden, sagt Strahm. «Dort findet man viele grosse Problemfelder des Alpenraums auf kleinem Raum verdichtet.»

Die Klimakatastrophe auf der Freilichtbühne

Ein absurd-alpiner Katastrophenfilm für das Theater nennt sich das Stück. Warum erklärt Danielle Strahm: «Die drei Schauspieler legen ein Wahnsinnstempo vor und spielen zehn verschiedene Figuren. Begleitet wird das Ganze von Live Musik mit Effektgeräten. Es passiert unheimlich viel in kurzer Zeit.» Danielle Strahm und ihr Mann bilden mit Kristine Walther und Rudi Widerhofer und Musiker Florian Wagner die Theatergruppe «Café Fuerte», die keine herkömmliche Bühne sucht, sondern den Ort des Geschehens als Bühne verwendet. Die Truppe will ihr Stück in die Dörfer zu den Leuten bringen. Das Team müsse bereit sein, auch bei Kälte und Schnee unter freiem Himmel zu proben und zu spielen, so Strahm. «Es müssen Schauspieler sein, die diesen Reiz auf sich nehmen wollen, und auf die man sich verlassen kann.» Sie seien im ganzen Appenzellerland herumgefahren auf der Suche nach einem geeigneten Spielort, erinnert sich Strahm. «Die Wahl ist auf Trogen gefallen. Es gibt da ein schönes Plätzchen vor der Alten Drogerie.» In deren Räumlichkeiten wird es eine Bewirtung geben und nach der Vorstellung ein gemeinsames Abendessen. Bei schlechtem Wetter findet die Aufführung im Fünfeckpalast statt.

Aufführungen am 23., 24., 25. und 26. November sowie am 5. und 6. Dezember, jeweils 19 Uhr in Trogen, Vorplatz Alte Drogerie. Das Stück dauert rund 75 Minuten. Tickets und Reservationen: info@cafefuerte.ch oder 0043 681 20 84 93 85