Trogen wird zur Filmkulisse

Das Dorf Trogen wird ab Februar Drehort für eine Filmkomödie. Thema ist die Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz. Für den Monat März werden noch Statisten für einzelne Drehtage gesucht. Die Castings dafür finden in Trogen und St. Gallen statt.

Karin Erni
Drucken
Teilen
Der geplante Film trägt den Arbeitstitel «Die göttliche Ordnung». (Bild: pd)

Der geplante Film trägt den Arbeitstitel «Die göttliche Ordnung». (Bild: pd)

TROGEN. Nach Kassenschlagern wie «Heidi» und «Achtung, fertig, Charlie!» plant die Schweizer Filmproduktionsfirma Zodiac Pictures den nächsten Streich: eine Komödie über die Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz. Als Filmkulisse wurde Trogen ausgewählt. Die Wahl des Drehortes hat nichts mit dem Kampf um das Frauenstimmrecht im Appenzellerland zu tun. «Im Appenzellerland gibt es viele historisch erhaltene Orte. Unser Locationscouting hat hier die interessantesten und passendsten Drehorte gefunden» sagt Jessica Hefti, die für das Casting der Schauspieler und Statisten zuständig ist.

Trogen sagt Unterstützung zu

Der Film spielt im Jahr 1970. Das Filmdorf darf also keine neueren Bauten enthalten. «Man sagte uns, auch das farblich einheitliche Erscheinungsbild von Trogen sei ein wichtiger Grund», sagt Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr. «Der Film nutzt Farben als Gestaltungselement.» Die Gemeinde sei von der Filmfirma um eine Drehgenehmigung angefragt worden. Trogen habe diese erteilt und darüber hinaus eine Unterstützung in Form von Arbeitsstunden zugesagt. «Konkret könnte das bedeuten, dass wir kostenlos Tafeln demontieren oder Wasser zur Verfügung stellen, wenn ein nasser Boden gewünscht wird.» Gemessen am Gesamtbudget sei der Beitrag der Gemeinde aber wohl verschwindend klein, mutmasst Altherr.

Eine Frau beginnt zu kämpfen

Die Filmgeschichte handelt von Nora, einer jungen Hausfrau und Mutter, die mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in einem beschaulichen, kleinen Dorf lebt. Hier spürt man wenig bis gar nichts von den grossen gesellschaftlichen Umwälzungen, die die 68er-Bewegung mit sich gebracht hat. Auch Noras Leben ist unberührt davon. Sie ist eine stille und scheue Person, die von allen gemocht wird. Bis zu dem Tag, als sie anfängt, sich öffentlich und kämpferisch für das Frauenstimmrecht, über das die Männer am 7. Februar 1971 abstimmen sollen, einzusetzen.

Charakterköpfe gesucht

Jessica Hefti hat genaue Vorstellungen von den 400 gesuchten Statisten: «Wir suchen keine Models, sondern Charaktergesichter.» Es habe sich beispielsweise eine Frau beworben, die als Merkmal einen herausstehenden Zahn angegeben habe. «Solche Dinge sind Gold wert, weil damals Zahnkorrekturen oder Bleaching nicht üblich waren.» Melden können sich Frauen und Männer jeden Alters. Jugendliche zwischen 18 und 25 sollten lange, ungefärbte Haare haben, Männer über 25 solche bis knapp über die Ohren. Unerwünscht sind rot gefärbte Haare, Piercings, Tattoos, gebleichte Zähne und extrem gezupfte Augenbrauen. Des Weitern sucht man Besitzer von Oldtimerfahrzeugen aus den 1950er bis 1970er Jahren, die im Film mitwirken möchten.

Öffentliche Castings: Samstag, 16. Januar, 14 bis 17 Uhr, Rösslisaal Trogen und Sonntag, 17. Januar, 13 bis 18 Uhr, Lokremise, St. Gallen

Aktuelle Nachrichten